• The Wall Street Journal

Amazon heizt den Krieg der Geräte an

    Von GREG BENSINGER

Amazon prescht vor. Der Online-Händler will den Druck auf die Konkurrenz erhöhen und schon bald einen über Werbung mitfinanzierten Tablet-PC vorstellen. Der könnte dadurch billiger als die Vergleichsmodelle von Apple, Samsung und Co. angeboten werden, berichten mit der Sache vertraute Personen. Der Tablet-PC soll eines von mehreren neuen Geräten sein, die Amazon in der kommenden Woche vorstellen wird. Es ist ein weiterer Versuch des Onlineversandhauses, sich auf dem umkämpften Markt gegen die Konkurrenz zu behaupten – gerade in der wichtigen Vorweihnachtszeit.

Am Mittwoch wird Nokia Corp. ein paar neue Smartphones vorstellen, auf denen Microsofts mobiles Betriebssystem Windows Phone 8 zum Einsatz kommt. Ebenfalls am Mittwoch will auch Motorola Mobility sein erstes neues Gerät seit der Übernahme durch Google präsentieren. Amazon hat dann für den Donnerstag zu einem Medienevent nach Santa Monica, Kalifornien, geladen. Es wird erwartet, dass der Konzern dort eine neue Version des Kindle Fire im Gepäck hat. Alle Unternehmen eint: Sie wollen Apple zuvorkommen, das vermutlich am 12. September ein neues iPhone vorstellen wird.

dapd

Die kommenden Wochen dürften für Technologie-Begeisterte spannend werden. Schon in wenigen Tagen will Motorola ein neues Smartphone vorstellen, Nokia präsentiert seine Windows-Phone-8-Geräte und wenig später dürfte dann Apple mit dem iPhone 5 nachziehen. Doch den Anfang macht Amazon - vermutlich mit einem neuen Kindle Fire (Bild).

Apple hat ebenfalls an einer kleineren Variante seines iPad-Tablets gearbeitet, das ungefähr so groß wie das Kindle Fire sein wird, berichten eingeweihte Quellen. Und auch von Microsoft wird erwartet, in den kommenden Monaten mit dem Verkauf seines neuen Surface-Tablets zu beginnen. „Es gibt viele Wettbewerber auf dem Tablet-Markt", sagt Jeff Kagan, ein unabhängiger Analyst. „Die Verantwortlichen müssen sich darum genau überlegen, wie sie ihre Produkte aus der Masse herausheben. Ob Preis oder Funktionen? Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis wir am Ziel sind."

Ein billigeres, durch Werbung mitfinanziertes Amazon-Tablet und die zahlreichen anderen Produkte, die in den kommenden Wochen und Monaten auf den Markt kommen, werden den Druck auf Apple vermutlich weiter erhöhen. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte sich dazu aber nicht äußern.

Amazon stieg 2007 mit dem E-Book-Reader Kindle in den Hardwaremarkt ein. Seit damals hat das Unternehmen den Preis seines Lesegerätes deutlich gesenkt. Von anfänglich 399 US-Dollar ging man schnell auf 359 Dollar und später auf 299 Dollar runter.

Im vergangenen Jahr brachte Amazon dann mehrere neue Kindle-Reader auf den Markt. Die Preise lagen zwischen 109 und 189 Dollar. Wer jedoch bereit war, hin und wieder mit Werbung konfrontiert zu werden, der konnte noch einmal zwischen 30 und 50 Dollar sparen. In den Tablet-Markt stieg Amazon dann im November 2011 ein, als es den Kindle Fire für 199 Dollar vorstellte. Das 7-Zoll-große Gerät ist relativ günstig, vergleicht man es mit dem iPad von Apple, das bei 499 Dollar beginnt.

Kindle Fire ausverkauft

Am Donnerstag erklärte Amazon, das Kinde Fire sei ausverkauft. Wie viele Geräte genau abgesetzt wurden, teilte man jedoch nicht mit.

Amazons werbefinanziertes Tablet wäre billiger als die anderen Modelle ohne Werbung, sagen mit der Diskussion vertraute Personen. Doch wie günstig genau und welche Werbekunden involviert sind, das ist noch unklar. Es deutet jedoch vieles darauf hin, dass der Kunde zunächst eine Werbebotschaft sieht, wenn er das Gerät aus dem Ruhezustand holt.

Außerdem könnte Amazon noch in diesem Jahr ein eigenes Smartphone herausbringen, um auch hier mit Apple und seinem iPhone zu konkurrieren.

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