• The Wall Street Journal

China kommt ausländischen Banken entgegen

    Von WYNNE WANG

SCHANGHAI – Ausländische Banken dürfen künftig in China mehr Schulden machen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, hat die chinesische Regierung ein entsprechendes Gesetz geändert, um der Kapitalflucht im Land einen Riegel vorzuschieben und die heimische Währung vor einem Ausverkauf zu bewahren.

Ausländische Direktinvestitionen in China waren im Februar bereits zum vierten Mal in Folge gesunken. Darüber hatten Anleger auf jüngste Meldungen über ein Schwächeln des chinesischen Wachstumsmotors mit heftigen Yuan-Verkäufen reagiert.

Die Regierung will mit ihren neuen Bankenregeln nun offensichtlich wieder mehr Geld in die Binnenwirtschaft pumpen.

Ihr Vorstoß sieht vor, die langfristige Schuldengrenze für ausländische Banken anzuheben, sagen mit der Sache vertraute Personen. Bisher können ausländische Banken nur eine begrenzte Menge Geld im Ausland – meist bei den Mutterkonzernen – leihen und nach China überführen. Diese Anleihen haben zumeist feste Laufzeiten von mehr als einem Jahr und werden typischerweise als Langfristdarlehen für Sachanlagen ausgestellt.

Die neuen Schuldengrenzen sind dabei nach Auskunft der nicht genannten Quelle von Bank zu Bank verschieden: Einige Banken können künftig ihre Schulden um Werte im oberen mehrstelligen Bereich steigern, andere erhalten ein im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so hohes Kontingent. Genaue Zahlen in diesem Bereich hält China für gewöhnlich unter Verschluss.

Chinas zuständige Planungsbehörde, die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission NDRC, hat die betroffenen Banken aber offensichtlich schon informiert. Die NDRC stand für eine offizielle Stellungnahme bisher nicht zur Verfügung.

Zentralbank-Statistiken unterstreichen Chinas Problem: In den vergangenen fünf Monaten floss mehr Kapital aus dem Land ab als hineinfloss, weil sich Anleger für den Yuan plötzlich nicht mehr erwärmen können.

Vor allem in den letzten zwei Wochen fand ein regelrechter Ausverkauf der chinesischen Währung statt, nachdem das Land unerwartet schlechte Produktionszahlen vorgelegt hatte.

Seit Jahresbeginn hat sich der Yuan, ausgehend von seinem aktuellen Kurswert, im Vergleich zum US-Dollar um 0,2 Prozent verschlechtert. Im vergangenen Jahr war er noch um 4,7 Prozent gestiegen.

Viele erwarten, dass China auch im März wieder mehr Kapital verliert als anzieht.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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