• The Wall Street Journal

Mecker-Aktionär Icahn hält bereits 2 Prozent an Ebay

    Von GREG BENSINGER

Der streitbare Investor Carl Icahn geht bei dem Auktionshaus Ebay auf Konfrontationskurs. Icahn ist bei dem Unternehmen stärker engagiert als bisher angenommen und hat zwei seiner Manager für den Ebay-Verwaltungsrat ins Spiel gebracht. Die Beteiligung des Investors liege bei fast 2 Prozent, was nach Aussage eines Informanten mindestens doppelt so viel ist wie das Unternehmen erst am Mittwoch gemeldet hat. Ein Anteil in dieser Größenordnung hätte einen Wert von rund 1,42 Milliarden US-Dollar.

Icahn will das Internetkaufhaus aufsplitten und den Bezahldienstleister Paypal von dem Konzern trennen. Das Management will davon aber nichts wissen und lehnt den Vorschlag ab. Es droht eine längerer Streit, zumal Icahn noch einmal nachgelegt hat.

In einem Interview sagte der Investor, er rechne damit, dass Ebay nicht auf seinen Vorschlag eingehen werde. "Ich hoffe nicht, dass es zu einem Proxy-Fight kommt, aber wenn wir müssen, dann werden wir das tun", drohte Icahn. Als Proxy-Fight wird ein Kampf um Aktionärsstimmen bezeichnet. Auf diesem Weg wird versucht, über Stimmrechtsvollmachten oder das Anwerben von Aktionärsstimmen Kontrolle über ein Unternehmen zu erhalten.

Icahn erklärte zudem, dass er zwei Mitarbeiter seiner Investmentfirma, Jonathan Christodoro und Daniel Ninivaggi, für den Verwaltungsrat von Ebay nominiert hat. Auf diesem Weg versucht der Investor, Ebay in Richtung Aufspaltung zu treiben. PayPal wachse schneller als Ebay, "PayPal ist das Juwel", betonte Icahn.

Ein Sprecher von Ebay wollte die jüngsten Aussagen von Icahn nicht kommentieren und verwies auf ein Interview von Ebay-Chef John Donahoe vom Mittwoch. Dieser hatte erklärt, dass das Unternehmen mit Paypal erfolgreicher werde. Ebay versorge die Tochter mit Daten und trage so zum Erfolg bei. Pierre Omidyar, Gründer von Ebay, blies via Twitter in das selbe Horn und schrieb: Ebay und PayPal entwickelten sich am besten gemeinsam.

Der Paypal-Bereich hat im vierten Quartal bei Ebay rund 41 Prozent zum Gesamtumsatz beigetragen. Der Bezahldienstleister hat aktuell 143 Millionen Kunden, ein Plus von 16 Prozent im Vergleich zum vorangegangenen Quartal. Der Paypal-Umsatz legte im Schlussquartal um 19 Prozent auf 1,84 Milliarden Dollar zu. Erst im September hatte Ebay mit dem Zukauf von Braintree Payments Solutions für 800 Millionen Dollar Paypal weiter gestärkt.

Ebay ist längst kein reines Internet-Auktionshaus mehr, sondern vor allem ein Online-Handelsunternehmen. Die Popularität der Auktionen hat nachgelassen, mittlerweile wechseln mehr als die Hälfte der angebotenen Waren zum angebotenen Preis den Besitzer.

Der 77-jährige Multi-Milliardär und Großinvestor Icahn ist berüchtigt und wird oft als der "wahre Wolf der Wall Street" bezeichnet. Derzeit legt sich Icahn auch mit dem Technologiegiganten Apple an. Erst kürzlich kaufte er nochmals für 500 Millionen US-Dollar Apple-Aktien und unterstrich gleichzeitig seine Forderungen an den iPhone-Hersteller. Sein Engagement bei Apple beläuft sich auf über 3 Milliarden Dollar. Der Investor fordert seit Monaten von Apple, das Milliardenvermögen auf dem Konto des Konzerns für einen Aktienrückkauf anzuzapfen.

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