• The Wall Street Journal

Dreifach-Sieg gibt Romney Rückenwind

    Von PETER NICHOLAS
Getty Images

Übt sich schon in präsidialer Pose: Mitt Romney sieht sich als der Herausforderer von Barack Obama.

Mitt Romney hat bei den Vorwahlen der Republikaner am Dienstag in drei Bundesstaaten klare Siege eingefahren. Damit konnte er seinen Vorsprung bei den Delegierten ausbauen und den Druck auf seinen Rivalen Rick Santorum erhöhen, aus dem Rennen auszusteigen.

Wie erwartet gewann Romney die Abstimmungen in Maryland und Washington DC. Aber auch im Bundesstaat Wisconsin konnte er gegen seinen erzkonservativen Mitbewerber Rick Santorum überzeugen. „Mein Dank gilt Wisconsin, Maryland und Washington DC", sagte Romney in seiner Siegesansprache in Milwaukee. „Wir haben sie alle gewonnen".

Romney punktet bei Konservativen

Romney versucht jetzt, dem zermürbenden Kampf gegen seine parteiinternen Rivalen zu entkommen und sich als der Herausforderer von Barack Obama zu positionieren. Daher widmete er sich auch am Wahlabend der Kritik am Präsidenten. Obamas baue die Macht der Regierung auf Kosten der freien Marktwirtschaft aus. „Wenn Sie Unternehmen angreifen und Erfolg verteufeln, dann gibt es bald keine Unternehmen und keine Erfolge mehr", sagte Romney.

Video auf WSJ.com

Republican presidential candidate Mitt Romney added to his delegate tally with victories in the Maryland, Wisconsin and District of Columbia primaries. Neil King breaks down the delegate math on Campaign Journal. (Photo: Getty Images)

Nach diesem Wahltag dürften sich die Stimmen mehren, die einen Ausstieg von Rick Santorum aus dem Nominierungsprozess fordern. Aber in seinem Heimatstaat Pennsylvania gab sich dieser stur. Das Rennen sei erst zur Hälfte vorüber.

Doch nur ein Sieg in Wisconsin hätte Santorum wohl eine Argumentationshilfe geliefert, weiter zu kämpfen. „Die Republikaner wollen die Vorwahlen jetzt beenden", sagte Ron Bonjean, ein Strategieexperte der Partei.

Im Lager von Romney hat man dagegen Grund zu feiern. In Maryland erreichte er fast die Hälfte der Stimmen, in der Hauptstadt Washington waren es sogar mehr als 70 Prozent. Und selbst im umkämpften Wisconsin lag er deutlich vor Rick Santorum. Auch bei den ultra-konservativen Republikanern, sonst klare Anhänger von Santorum oder Newt Gingrich, konnte Romney diesmal punkten.

Aufgrund der jüngsten Ergebnisse sammelt sich die republikanische Partei immer stärker hinter Romney. Für den Parteitag im August hat er jetzt schon die Hälfte der für die Nominierung notwendigen 1.144 Wahlmänner sicher. Nach Berechnung der Nachrichtenagentur AP hatte Romney schon vor den Abstimmungen am Dienstag 572 Delegierte eingesammelt, Santorum 272. Abgeschlagen sind Newt Gingrich mit 135 und Ron Paul mit 51.

Im Wahlkalender steht nun eine dreiwöchige Pause an. Am 24. April gibt es eine weitere Bewährungsprobe für Rick Santorum. Eine Niederlage in seinem Heimatstaat Pennsylvania dürfte wohl das Aus für ihn bedeuten. Am selben Tag wird in Connecticut, Delaware, New York und Rhode Island angestimmt. Diese Ostküsten-Staaten gelten als Romney-Gebiet.

—Mitarbeit: Colleen McCain Nelson und Danny Yadron.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Fußball-WM

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.