• The Wall Street Journal

Asmussen: Abwicklung und Aufsicht von Banken ungefähr zeitgleich starten

    Von ANDREAS KISSLER

POTSDAM - Das deutsche Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, hat eine schnelle Vollendung der europäischen Bankenunion gefordert. Damit das Vertrauen wirklich gestärkt werde, müssten Bankenaufsicht und -abwicklung ungefähr zeitgleich in Kraft treten, forderte er bei einer Tagung des Ostdeutschen Sparkassenverbandes in Potsdam. Sonst sei die Aufsicht ein zahnloser Tiger. "Das ist ein ambitionierter Zeitplan, aber es ist machbar."

Agence France-Presse/Getty Images

Jörg Asmussen warnt, die Bankenaufsicht zu einem zahnlosen Tiger zu machen.

Eine Bankenaufsicht nach gemeinsame europäischen Regeln und unter Leitung der EZB soll im Herbst 2014 starten. Bisher ist allerdings noch unklar, wie die Abwicklung von Instituten genau funktionieren soll und ob dafür schnell eine europäische Behörde eingerichtet werden kann. Asmussen wies in seiner Rede darauf hin, dass die USA "tiefgreifendere Antworten" auf die Finanzkrise gefunden hätten, und dass deshalb das Vertrauen der Investoren in das dortige Finanzsystem größer sei.

Asmussen: Investoren kehren nach Europa zurück

Andererseits gibt es nach Aussage des EZB-Direktors auch Anzeichen dafür, Investoren wieder Vertrauen in die Eurozone fassen. "Die Investoren kehren nach Europa zurück, und sie kehren zurück weil sie Vertrauen haben in das Krisenmanagement", sagte Asmussen. Insbesondere US-Investoren kauften wieder mehr langlaufende Anleihen aus den Staaten der Peripherie, und in einigen Fonds hätten europäische Aktien ein so hohes Gewicht wie seit sechs Jahren nicht mehr.

Laut Asmussen erkennen auch die internationalen Partner die Fortschritte in der Eurozone an. Deshalb werde bei der Herbsttagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) Ende dieser Woche anders als früher "nicht mehr die Krise in einzelnen Euro-Staaten im Mittelpunkt stehen", zeigte sich Asmussen überzeugt. Es werde auch andere Themen geben, so die wirtschaftliche Lage in Japan, die Fiskal- und Geldpolitik in den USA und das nachlassende Wirtschaftswachstum in einigen Schwellenländern.

Gut möglich ist, dass die fiskalpolitische Blockade in den USA relativ viel Raum einnehmen wird. Bundesbank-Vorstand forderte in Frankfurt: "Im Hinblick auf ihre weltwirtschaftliche Bedeutung kommt es darauf an, dass die USA die aktuellen fiskalpolitischen Unsicherheiten rasch beseitigen."

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