• The Wall Street Journal

Apple beantwortet die 100 Milliarden Dollar-Frage

    Von JESSICA E. VASCELLARO

CUPERTINO – Der Technologiekonzern Apple hat am Sonntagabend angekündigt, am Montag in einer Telefonkonferenz Pläne für die Verwendung seiner Barreserven bekanntzugeben. Das dürfte vor allem die Aktionäre des Unternehmens interessieren, die sich gerne ein Stück vom Kuchen sichern würden.

Agence France-Presse/Getty Images

Das Apple-Logo am Yerba Buena Center for Arts in San Francisco.

Schon bei der Hauptversammlung im Februar hatte Apple-Chef Tim Cook erklärt, man denke „intensiv" darüber nach, was man mit dem Geld tun werde. „Das ist schon ganz schön viel", sagte er, „mehr, als wir für das operative Geschäft brauchen".

Einige Investoren haben gefordert, dass Apple eine Dividende zahlt, so mit der Sache vertraute Personen. Das wäre eine Zeitenwende für das Unternehmen, das immer auf Barreserven bestanden hat, um die Lieferung von Bauteilen sicherstellen zu können. Viele Aktionäre fordern jedoch einen Rückkauf von Anteilen oder eine Dividende. Ein Apple-Sprecher wollte außer der Ankündigung der Telefonkonferenz den Vorgang nicht weiter kommentieren.

Ende Dezember machten die Barreserven von Apple inklusive Wertpapiere 97,6 Milliarden Dollar (etwa 74 Milliarden Euro) in der Bilanz aus. Ein Jahr zuvor waren es nur 59,7 Milliarden Dollar.

Abstimmung

Die Ankündigung am Montag nehmen Cook und sein Finanzvorstand Peter Oppenheimer vor. Damit werden Monate der Spekulation beendet. Seit er im August die Firmenleitung übernommen hatte, signalisierte Cook Bereitschaft, mit dem Bargeld flexibler umzugehen als sein Vorgänger Steve Jobs. Dieser hatte sich gegen Dividenden und Rückkäufe stets erfolgreich zur Wehr gesetzt.

Die Apple-Aktie ist seit Monaten auf Höhenflug, auch in Erwartung eines neuen Kurses der Unternehmensführung. Am Freitag schlossen die Anteile bei 585,57 Dollar; das ist ein Gewinn von 45 Prozent gegenüber dem Jahresanfang.

Auch andere Technologieunternehmen wie Microsoft, Cisco Systems oder Oracle mussten über die Jahre dem Druck der Investoren nachgeben und Dividenden auszahlen. Doch bei diesen Konzernen hatten sich zu diesem Zeitpunkt die Wachstumsraten bereits verlangsamt. Von Apple erwarten die Anleger aber beides: ein weiter rasantes Wachstum – und einen warmen Geldregen.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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