• The Wall Street Journal

Europa trübt die Bilanz von Starbucks

    Von ANNIE GASPARRO

SEATTLE – Der Kaffeekonzern Starbucks hat in den ersten drei Monaten 2012 einen Gewinnanstieg von 19 Prozent gemeldet. Das Geschäft in China und auf dem amerikanischen Kontinent läuft gut. Nur in Europa schreibt das Unternehmen weiter rote Zahlen.

Reuters/Jason Lee

Starbucks-Filiale in Peking: In China ist das Unternehmen weiter auf Expansionskurs.

Im zweiten Quartal des Fiskaljahrs verzeichnete Starbucks in Europa einen operativen Verlust von 5,5 Millionen Dollar. Das schwächer werdende Konsumklima schlägt sich im Absatz nieder. Marketingmaßnahmen ließen die Gewinnmargen darüber hinaus schrumpfen.

„Wir sind begeistert von den Investitionen, die wir in Europa tätigen, um unsere Läden aufzufrischen und das Erlebnis für die Kunden zu verbessern. Aber wir sind von der allgemeinen Wirtschaftslage abhängig", sagte Finanzvorstand Troy Alstead. „Europa ist derzeit ein schwaches Konsumumfeld, und das zeigt sich auch in unserem Geschäft".

Starbucks hat in den vergangenen Jahren bereits ähnliche Umstrukturierungsmaßnahmen in den USA durchgeführt. Dabei wurden hunderte Filialen geschlossen, aber die Sparte wurde wieder in die Gewinnzone geführt. Jetzt soll diese Strategie auch in Europa für Erfolge sorgen.

„Bildlich gesprochen haben wir diesen Film schon mal gesehen. Und ich bin stolz, sagen zu können, dass er ein sehr gutes Ende genommen hat", sagte der Vorstandsvorsitzende, Howard Schultz. „Ich glaube, dass in bezug auf den Abschwung der Wirtschaft und des Verbrauchervertrauens viele Parallelen bestehen. Wir alle sind optimistisch, dass wir langfristig den Trend drehen können und Europa wieder ein profitabler Markt für Starbucks wird".

Diese Wende könne aber „nicht über Nacht" geschehen.

Im nachbörslichen Handel gab die Starbucks-Aktie um 4,7 Prozent auf 57,60 US-Dollar nach. Seit Jahresanfang haben die Papiere aber 32 Prozent gewonnen und liegen damit über dem Marktschnitt.

Saftbars und Espressomaschinen

Weltweit legte der Umsatz im Filialgeschäft von Starbucks um 7 Prozent zu. Im siebten Quartal in Folge wuchs das Geschäft in China um mehr als 20 Prozent und glich damit den Rückgang in Europa um 1 Prozent aus. „Wir sehen weiter starkes Wachstum in China", sagte Alstead. „Die Verlangsamung, von der andere sprechen, sehen wir nicht".

In der vergangenen Woche hatte McDonald's berichtet, dass der Absatz von Desserts und Snacks in China zurückgehe. Grund dafür sei die Abflachung des Wirtschaftswachstums.

Starbucks korrigierte auch den Ausblick für das laufende Jahr nach oben und rechnet jetzt mit einem Gewinn zwischen 1,81 und 1,84 US-Dollar pro Aktie und einem Wachstum im „niedrigen zweistelligen Bereich". Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten allerdings mit einer Korrektur auf 1,86 Dollar pro Aktie gerechnet. Bisher hatte die Prognose von Starbucks bei 1,78 bis 1,82 Dollar pro Aktie gelegen.

Das Unternehmen aus Seattle entwickelt sich immer mehr vom Cafébetreiber zu einem breit aufgestellten Konzern. Neben den Expansionsplänen in China eröffnete Starbucks in diesem Jahr seine erste Saftbar und will im Herbst seine Espressomaschine Verismo auf den Markt bringen.

Für das am 1. April abgelaufene Quartal berichtete Starbucks einen Gewinn von 309,9 Millionen US-Dollar oder 40 Cent pro Aktie. Vor einem Jahr waren es 261,6 Millionen oder 34 Cent pro Aktie. Der Nettoumsatz stieg um 15 Prozent auf 3,2 Milliarden. Die Ergebnisse lagen leicht über den Erwartungen der Analysten.

—Mitarbeit: Mia Lamar.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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