• The Wall Street Journal

Romney gibt sich vor der Wahl versöhnlich

    Von SARA MURRAY
Getty Images

Mitt Romney bei einem Auftritt in Iowa - vor der Wahl zieht der Präsidentschaftskandidat der Republikaner von einem Swing State in den nächsten.

Die letzten Fernsehspots sind draußen. Die Spendensammler haben ihre Arbeit getan. Und die anstrengende Zeit der Vorbereitung auf entscheidende Fernsehdebatten ist vorbei.

Kurz vor der Wahl versucht der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, so viele der umkämpften „Swing States" zu besuchen wie möglich – neun Auftritte hat er in zwei Tagen. „Unser Leben kann besser werden", rief Romney der Menschenmenge am Sonntag bei einer Veranstaltung in Des Moines im Bundesstaat Iowa zu. „Unser Schicksal liegt in den Händen der Wähler."

Interaktiv: Die Kandidaten im Vergleich

Auf den letzten Metern eines aufreibenden Wahlkampfes wird Romney von seinen engsten Vertrauten, Beratern und Helfern begleitet. Seit sechs Jahren unterstützen sie ihn auf seinem Weg ins Weiße Haus und wollen auch jetzt dabei sein, wo das Ziel in greifbarer Nähe liegt. Im Büro gab es für sie sowieso nicht mehr viel zu tun. Der Terminplan für die letzten Stunden vor der Wahl am Dienstag ist genau festgelegt. Und in Washington treffen Helfer bereits die nötigen Vorbereitungen, damit Romney im Falle eines Sieges schnell mit seiner Arbeit als Präsident beginnen kann.

Romney selbst läuft in seinen Reden seit Tagen auf Autopilot: Immer wieder betont er seinen Willen zur Zusammenarbeit mit den Demokraten, spricht über seine Enttäuschung von Barack Obama und seinen Fünf-Punkte-Plan, mit der er die USA aus der Wirtschaftsmisere führen will.

Bei der Reise durch die Swing States legte Romney am Sonntag im Flugzeug seinen Laptop zur Seite, um sich einem Spiel der Mitarbeiter anzuschließen. Die tauschten ihre liebsten Filmzitate aus. Romney entschied sich für ein Zitat aus „O Brother, Where Art Thou" – ironischerweise spielt dort Obamas Freund George Clooney mit.

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Unter den Beratern des republikanischen Kandidaten ist die Stimmung gut. In Virginia liege Romney vorn, in Iowa Obama, sagen sie. In der Öffentlichkeit geben sie sich siegesgewiss. Im vertraulichen Gespräch geben sie zu, dass der Ausgang der Wahl offen ist. Auch Romney äußerte sich dazu, wie er die Chance Obamas auf eine Wiederwahl einschätzt: „Es ist möglich, aber nicht wahrscheinlich."

Um unentschlossene Wähler noch dazu zu bewegen, für den republikanischen Kandidaten zu stimmen, wurde ein Team aus Boston in die Swing States geschickt. Ein anderes Team zieht in New Hampshire von Tür und Tür und ruft die Wähler an. „Jeder ist losgezogen, um zu helfen", sagte ein Mitarbeiter aus Boston. „Hier gibt es für uns nicht viel zu tun."

Und die Berater, die während der Vorwahlen miterlebt hatten, wie Romney auch manch kleine Halle nur schwer füllen konnte, staunten: Zu einer Veranstaltung in Colorado kamen 17.000 Anhänger. Bei einer Kundgebung tanzte Romney Beraterin Beth Myers zur Wahlkampfhymne „Born Free" von Kid Rock. Sein bester Freund Bob White fotografierte unterdessen die Menschenmenge.

Mitt Romneys Ehefrau Ann, die bisher stets sehr beherrscht war, hatte am Samstag in Colorado Springs Tränen in den Augen. „Das war ein ziemlich weiter Weg bis hierhin", sagte sie.

In Iowa, wo Romney nie in den Vorwahlen punkten konnte, kamen am Sonntagmorgen 4.500 Anhänger, um Romney zu bejubeln. „Das ist schon bewegend", sagte die stellvertretende Wahlkampfmanagerin Katie Packer Gage – „besonders, wenn man sich überlegt, wo wir vor einem Jahr standen".

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