• The Wall Street Journal

Foxconn-Tochter wird mit Apple-Geruch zum Börsenstar

    Von ARIES POON
Associated Press

Produktion von iPhones bei Foxconn im südchinesischen Shenzhen - hier ein Bild vom Mai 2010.

Während die Notierung der Apple -Aktie seit Tagen fast durchgängig fällt, ist der Kurs einer Tochter des Auftragsfertigers Foxconn am Montag regelrecht explodiert. Um mehr als 30 Prozent auf 3,60 Hongkong-Dollar schnellte die Aktie von Foxconn International Holding nach oben.

Bisher fertigte der kleine Ableger von Foxconn für die finnische Nokia . Jetzt könnte das bisherige Mauerblümchen groß ins Geschäft kommen, sprich in die Kette Zulieferer von Apple. Einige Wertpapierhäuser berichteten, das Tochterunternehmen könnte in Kürze mit Aufträgen für das iPhone5 von Apple betraut werden.

Was Apple an der Börse zuletzt negativ ausgelegt wurde, entpuppt sich für den Auftragsfertiger als Kurskatalysator. Apple musste jüngst einräumen, dass die Marge wegen der Vielzahl neuer Produkte zwischenzeitlich sinken dürfte.

Apple bekommt gerade schlechte Kritiken

Auch hatten sich Analysten zum Verkaufsstart des iPad Mini wenig euphorisch geäußert. Gut war ihnen offenbar nicht gut genug. Kursbelastend wirkte ferner die Befürchtung, dass Apple mit der Produktion des heiß begehrten iPhone 5 im wichtigen Weihnachtsgeschäft nicht nachkommen könnte.

An Foxconn International hält die taiwanische Hon Hai Precision einen Anteil von 70 Prozent. Der unter dem Namen Foxconn bekannte Mutterkonzern fertigt für Apple bereits das iPhone und das iPad. Foxconn International trägt zum Umsatz des Mutterkonzerns bisher nur einen minimalen Teil bei.

Die Aussicht auf einen Stück vom Apple-Kuchen ließ die Aktie von Foxconn International in der Spitze um 34 Prozent nach oben schießen. Das Kursfeuerwerk wird von der Hoffnung getragen, dass Foxconn International ähnlich der Konzernmutter zu einem Teil der Wertschöpfung von Apples wird.

Die Anlagen von Foxconn International in China befinden sich zumeist in den gleichen Gebäuden wie die des Mutterkonzerns. Bisher litt die Tochter unter relativer Bedeutungslosigkeit, da sie nicht an der Fertigung für Apple beteiligt war.

Foxconn prophezeien Analysten eine starke Zukunft

Der kursentscheidende Hinweis kam von den Analysten der Citigroup . Ohne Nennung von Quellen schrieben sie, Foxconn International habe im Oktober mit der Fertigung von Metallgehäusen für das iPhone 5 begonnen. Foxconn werde möglicherweise weitere Teile der iPhone-Produktion zur Tochtergesellschaft verlagern, heißt es in dem Bericht weiter.

Passend dazu stufte Citigroup ihre Aktienbewertung für Foxconn International von „Neutral" auf „Buy" herauf und das Kursziel von 4 Hongkong-Dollar auf 5,80. Zulieferung für das iPhone könnte bedeuten, dass Produktion von Foxconn International bis zu 80 Prozent ausgelagert wäre. In den vergangenen Jahren waren die Fertigungslinien nur zu 30 bis 50 Prozent belegt.

Das Wertpapierhaus Nomura bläst ins gleiche Horn. Foxconn könne Teile seiner iPhone-Komponentenfertigung an seine Tochter vergeben, auch wenn es vielleicht nicht bis zur Fertigung der kompletten Geräte komme. "Foxconn International verfügt über brachliegende Kapazitäten. Ein solcher Auftragstransfer ist sinnvoll. Aber um das iPhone zusammenzubauen, müssen die Anlagen und Qualitätskontrolle von Foxconn International noch tiefgreifend feingeschliffen werden", schreibt Nomura.

Foxconn International und die Konzernmutter waren zunächst nicht für einen Kommentar erreichbar. Die Tochter setzte 2011 insgesamt 6,38 Milliarden Hongkong-Dollar um, das Mutterunternehmen 118 Milliarden Hongkong-Dollar.

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