• The Wall Street Journal

Merkel verteidigt Betreuungsgeld und Sparpolitik

    Von DAPD

Bad Fallingbostel--Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat auf der CDU-Regionalkonferenz in Niedersachsen das Betreuungsgeld gegen Kritik verteidigt. "Wir wollen in der Gesellschaft keine Diskussion, wo wir sagen: Eigentlich muss sich derjenige entschuldigen, der sein Kind nicht in die Kita bringt", sagte Merkel bei der CDU-Regionalkonferenz in Bad Fallingbostel. Auch die anderen Beschlüsse des Koalitionsgipfels seien richtig und wichtig gewesen, betonte sie.

dapd

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag in Bad Fallingbostel auf der CDU-Regionalkonferenz. Die Kanzlerin verteidigte das umstrittene Betreuungsgeld.

Deshalb bekämen nun ab August auch diejenigen "ein bisschen Unterstützung, die ihre Kinder ein paar Jahre zuhause erziehen". Gleichzeitig betonte Merkel aber auch den Rechtsanspruch auf eine Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Die CDU wolle generell Wahlfreiheit ermöglichen. Es sei schließlich ein "Markenzeichen" der Christdemokraten, den Menschen zuzutrauen, dass "sie ihre Leben selbst gestalten können".

Kein Wort über Abschaffung der Praxisgebühr

Ab August 2013 bis Ende Juli 2014 sollen 100 Euro für ein- und zweijährige Kinder gezahlt werden, die keine staatliche Betreuung in Anspruch nehmen. Danach sollen es 150 Euro im Monat sein. Merkel kritisierte, dass diejenigen, die das Betreuungsgeld in Anspruch nehmen wollten, "unter Generalverdacht" gestellt würden, dieses "zweckentfremdet" einzusetzen.

Auch dass der Bund die Schuldenbremse bereits 2013 einhalte, sei ein "sehr gutes Ergebnis", sagte Merkel. Schließlich zeige gerade die europäische Finanzkrise, dass Schulden letztlich immer bedeuten, dass man "nicht die volle Freiheit" habe. Zur Abschaffung der Praxisgebühr, die ebenfalls von der Koalition in der Nacht zu Montag beschlossen wurde, verlor die Kanzlerin am Montagabend kein Wort.

Merkel: Gute Unternehmen machen Deutschland stark

Stattdessen bekräftigte Merkel ihre Forderung nach einer Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands. Die Bundesrepublik sei auch deshalb so stark, weil "wir so gute Unternehmen haben". Politik könne aber nicht per Dekret verordnen, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Aber Politik könne die Rahmenbedingungen schaffen, damit "die Menschen Arbeit haben und der Staat die Steuereinnahmen."

Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hatte zuvor bei der Konferenz die Geschlossenheit seiner Partei in Niedersachsen gelobt. "Die niedersächsische CDU ist geschlossen wie kaum jemals zuvor. Und wir sind entschlossen am 20. Januar die Landtagswahl zwischen Ems und Elbe zu gewinnen", sagte er.

Die Veranstaltung in Bad Fallingbostel war die vorletzte der geplanten sechs Regionalkonferenzen vor dem CDU-Parteitag Anfang Dezember in Hannover. Etwa 1.800 Parteimitglieder aus Niedersachsen und Bremen waren der Einladung nach Bad Fallingbostel gefolgt. Auch der designierte Bremer Landesvorsitzende Jörg Kastendiek war zu Gast.

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