International |

Zeitplan - Was geschieht wann in der Wahlnacht

Die Demokraten und viele Beobachter glauben, dass Präsident Barack Obama die US-Wahl gewinnen wird, weil er in den Umfragen der meisten entscheidenden Swing States, vor allem in Ohio, vorne liegt. Die Republikaner glauben, dass die Umfragen zugunsten der Demokraten verzerrt sind. Sie verweisen darauf, dass ihre Wählerunterstützung stärker sei und sie bei den unabhängigen Wählern vorne lägen. Wir sagen Ihnen, worauf Sie im Verlauf der Wahlnacht achten müssen. Zeitangaben sind deutsche Zeit.

1.00 Uhr: Die Wahllokale schließen in sechs US-Staaten an der Ostküste. Die Aufmerksamkeit dürfte vor allem auf Virginia liegen, dem ersten der neun besonders hart umkämpften Swing States. Eigentlich sollte der republikanische Kandidat Mitt Romney diesen eher konservativ geprägten Staat mit 13 Wahlmännerstimmen wieder zurückholen. Barack Obama war 2008 der erste Demokrat seit 1964, der die Wahlmännerstimmen von Virginia für sich verbuchen konnte. Wenn Obama hier gewinnen sollte, hätte er seine Wiederwahl wohl praktisch sicher. Sollte Romney hier mehr als fünf Prozentpunkte vor Obama liegen, deutet dies auf eine stärkere Zustimmung für den Republikaner hin, als die Umfragen zuvor nahegelegt haben. Grundsätzlich werden die Stimmen in Virginia recht zügig ausgezählt, allerdings könnten neue Regeln zur Identifizierung der Wähler die Bekanntgabe des Ergebnisses diesmal verzögern.

1.30 Uhr: Die Wahllokale schließen in drei US-Staaten, darunter in Ohio (18 Wahlmännerstimmen) und dem heftig umkämpften North Carolina (15 Wahlmännerstimmen). In Ohio, wo Obama vor vier Jahren mit knapp fünf Prozent Vorsprung gewann, liegen die Kandidaten jüngsten Umfragen zufolge besonders nah beieinander. Erste Ergebnisse werden auch wegen des hohen Briefwahlanteils deshalb möglicherweise erst am Mittwoch vorliegen. Noch niemals konnte bisher ein Republikaner Präsident werden, wenn er nicht auch Ohio für sich gewinnen konnte.

In 27 der vergangenen 29 Präsidentschaftswahlen war der Sieger in Ohio auch der spätere Präsident. North Carolina gilt als der konservativste der Swing States. 2008 konnte ihn Obama zum ersten Mal seit 32 Jahren wieder für die Demokraten erobern. Romney liegt in Umfragen dort vorne. Ein knapper Sieg für Obama, wie bereits 2008, könnte den Republikaner bereits früh am Wahlabend in Bedrängnis bringen.

2.00 Uhr: Die Wahllokale schließen im Regierungsbezirk District of Columbia und 16 Staaten, darunter in den Swing States Florida (29 Wahlmännerstimmen) und New Hampshire (vier Wahlmännerstimmen). Die demokratisch geprägten Gegenden Floridas neigen dazu, erst relativ spät ihre Auszählungsergebnisse weiterzugeben. Ein früher Vorsprung für Romney muss also nicht heißen, dass der Republikaner den Staat schon gewonnen hat.

In Pennsylvania droht Obama eine böse Überraschung: Der Staat galt, wie in allen Wahlen seit 1992, bislang als fest in der Hand der Demokraten, doch die Republikaner haben dort nach einem intensiven Wahlkampf kräftig aufgeholt und könnten das Blatt möglicherweise noch gewendet haben.

New Hampshire wird für Romney bedeutsam, wenn er tatsächlich Ohio verlieren sollte. Dann müsste er sowohl hier als auch in Wisconsin sowie allen anderen Staaten siegen, in denen er laut Umfragen vorne lag. Das dürfte schwer werden.

3.00 Uhr: Die Wahllokale schließen in 14 Staaten, darunter in den Swing States Colorado (neun Wahlmännerstimmen) und Wisconsin (zehn Wahlmännerstimmen). Romney scheint in Colorado vorne zu liegen, wo Obama vor vier Jahren noch klar gewonnen hatte. Auch in Wisconsin, das in den vergangenen sechs Wahlen an die Demokraten ging, machen sich die Republikaner Hoffnungen. Auch in der Heimat ihres Vize-Kandidaten Paul Ryan hatten sie in den jüngsten Umfragen aufgeholt. Interessant dürfte auch das Ergebnis in den traditionell demokratischen Staaten Minnesota und Michigan sein. Romney ist in Detroit aufgewachsen und hat dort in der Schlussphase des Wahlkampfs noch einmal stark gekämpft. Aber die Rettung der US-Autokonzerne dürfte letztlich doch den Ausschlag für Obama geben.

4.00 Uhr: Die Wahllokale schließen in vier Staaten, darunter in den beiden letzten Swing States Iowa und Nevada (jeweils sechs Wahlmännerstimmen). Iowa und Nevada tendieren beide zu Obama und auch in den Umfragen lag er in beiden vorn. Gerade in Iowa, wo sich die vier größten Zeitungen für den Republikaner ausgesprochen haben, könnte es Romney in letzter Minute aber doch noch geschafft haben.

5.00 Uhr : Die Wahllokale schließen in fünf Staaten im Westen des Landes, Überraschungen an der überwiegend demokratisch wählenden Westküste werden allerdings nicht erwartet. Obama dürfte insgesamt 78 Wahlmännerstimmen aus Kalifornien, Hawaii, Oregon und Washington für sich verbuchen, Romney vier Stimmen aus Idaho.

7.00 Uhr: In Alaska schließen die letzten Wahllokale. Die drei Wahlmännerstimmen des nördlichsten Staates dürften Romney sicher sein.

Mit Material von dapd

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de