• The Wall Street Journal

Rhön-Klinikum kippt Jahresprognose erneut

    Von STEFANIE HAXEL

Dem Klinikbetreiber Rhön-Klinikum macht die stockende Restrukturierung am Uniklinikum Gießen-Marburg (UKGM) weiterhin zu schaffen. Das größte Sorgenkind des Konzerns drückte im dritten Quartal auf die Bilanz. Die Rhön-Klinikum AG musste ihre Prognose für das operative Jahresergebnis um 20 Millionen Euro nach unten korrigieren.

Das Wachstum bei stationären Leistungen und dem Umsatz an beiden Standorten Marburg und Gießen habe sich von Juli bis September abgeschwächt. Rhön-Klinikum machte dafür auch die öffentlichen Diskussionen über das UKGM verantwortlich. Zudem seien unter anderem höhere Kosten für Sachmittel und Medikamente zu Buche geschlagen. Die Belastungen am Uniklinikum summierten sich im Quartal auf rund 15 Millionen Euro.

Für externe Beratungsleistungen, etwa für die Analyse und Maßnahmenplanung beim UKGM durch eine externe Unternehmensberatung und bei der Abwehr des Übernahmeangebots von Fresenius, fielen weitere Belastungen im mittleren einstelligen Millionenbereich an.

2012 erwartet das Unternehmen aus Bad Neustadt an der Saale nun einen Konzerngewinn von 95 Millionen Euro mit einer Schwankungsbreite von 5 Prozent. Nach dem ersten Halbjahr hatte die Klinikkette ihre Gewinnerwartung schon einmal zurücknehmen müssen - auf damals noch 117 Millionen Euro. Die Umsatzprognose von 2,85 Milliarden Euro plus/minus 2,5 Prozent wurde erneut bestätigt.

Einen Lichtblick aber gibt es: Die Gremien der Rhön-Klinikum AG befanden am heutigen Dienstag über den Restrukturierungsplan des Universitätsklinikums Gießen und Marburg, der "eine klare Perspektive für die betriebswirtschaftliche Sanierung" aufweise, hieß es. Details zu den geplanten Maßnahmen zur Effizienz- und Produktivitätssteigerung nannte die Klinikkette nicht. Im Fokus steht aber auch weiteres Wachstum. Das UKGM soll noch stärker als überregionaler Maximalversorger positioniert werden - hier habe die Analyse wesentliches Marktpotenzial entdeckt, das nun gezielt ausgeschöpft werden soll, hieß es.

Der detaillierte Quartalsbericht wird am 8. November 2012 veröffentlicht.

Kontakt zum Autor: stefanie.haxel@dowjones.com

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