• The Wall Street Journal

Airline-Aktien starten an der Börse durch

    Von BENJAMIN KRIEGER
Agence France-Presse/Getty Images

Die Lufthansa hat im 3. Quartal die Erwartungen der Analysten übelflügelt.

Für Kursfurore sorgen am Mittwoch die Aktien von Lufthansa und Air France-KLM . Überraschend gute Quartalszahlen der beiden größten Fluglinien Europas haben die Anleger offensichtlich voll auf dem falschen Fuß erwischt. Mit Kursgewinnen von sechs Prozent für Lufthansa und neun Prozent für Air France-KLM führen beide Papiere die Gewinner an Europas Börsen mit großem Abstand an. Aktien der Lufthansa sind auf den höchsten Stand seit 14 Monaten gestiegen und Air France-KLM auf den höchsten Kurs seit 13 Monaten.

Analysten räumen ein: Beim Gewinn hat die Lufthansa im dritten Quartal alle Erwartungen geschlagen. Mit 648 Millionen Euro liegt das operative Ergebnis für die Monate Juli bis September um 40 Prozent über der Konsensprognose. Selbst die optimistischste Schätzung von Independent Research von 572 Millionen Euro hat die Lufthansa noch um 13 Prozent übertroffen. So weit liegen die Analysten nur selten daneben. Bei den Franzosen hat der operative Gewinn die Konsensschätzung ebenfalls deutlich geschlagen.

Bei der Lufthansa hat der Erfolg mehrere Gründe. Mit dem Verkauf von British Midland fielen auch deren Verluste weg. Die Treibstoffkosten waren im dritten Quartal niedriger als befürchtet. Die österreichische Tochter AUA kommt voran und Absicherungen für Treibstoffpreise spülten laut Zafar Rüzgar von Independent Research einen Gewinnbeitrag von 145 Millionen Euro in die Kasse. Vor allem aber war die Nachfrage im klassischen Passagiergeschäft besser als erwartet.

Waren Anleger zu vorsichtig?

Die guten Nachrichten widersprechen einer nach wie vor ausgeprägten Skepsis an der Börse. Auf Sicht von zwölf Monaten hinkt die Lufthansa-Aktie dem Dax noch immer um sieben Prozent hinterher. „Am Markt sind sehr hohe Risikoprämien eingepreist", sagt Stefan Kick von Quandt Research. Im vergangenen Jahr, das von Schuldenkrise und Konjunkturschwäche geprägt war, büßten Lufthansa-Aktien rund 40 Prozent ein. Papiere von Air France-KLM brachen sogar um 70 Prozent ein. Fluggesellschaften gelten als ausgesprochen konjunktursensibel.

Die schwache Nachfrage lastete also schwer auf der Branche - und auf den Aktienkursen vielleicht sogar zu schwer. Nach einer kleinen Erholung der Kurse im Januar gerieten diese wieder auf die schiefe Bahn. Ihre Tiefststände erreichten beide Aktien Mitte Juni. Air-France kosteten zu diesem Zeitpunkt nur noch drei Euro und Lufthansa nurmehr acht Euro. Seitdem geht es wieder kräftig aufwärts. Lufthansa-Papiere haben sich vom Jahrestief um rund die Hälfte erholt. Air France-KLM haben sich sogar mehr als verdoppelt.

Rückenwind erhalten beide Aktien vom Ölpreis, der seit Jahresbeginn immerhin um zwölf Prozent gefallen ist. Vor allem aber eine übertrieben niedrige Bewertung dürfte in den vergangenen Monaten für Käufe von Aktien der Airlines gesorgt haben. „Der Buchwert der Lufthansa beläuft sich auf 17,40 Euro", stellt Quandt-Analyst Kick fest. Der Buchwert gibt das Eigenkapital einer Gesellschaft in Relation zum Aktienkurs wider. Dieser sehr konservative Substanzwert liegt also um die Hälfte über dem aktuellen Aktienkurs. „Der massive Abschlag ist nicht gerechtfertigt, wenn man die führende Marktposition der Lufthansa in Betracht zieht", meint Kick. Es könnte also noch weiter aufwärts gehen mit den Airline-Aktien.

Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

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