• The Wall Street Journal

Hochtief-Tochter Leighton macht Gewinn

    Von RHIANNON HOYLE und BARBARA MILLNER

SYDNEY--Die australische Hochtief -Tochter Leighton sieht sich trotz eines schwierigen Umfelds weiter auf Kurs für das Gesamtjahr. Dafür müsste sich das Geschäft im Laufe des Jahres allerdings noch etwas beleben. Denn zuletzt hielten sich vor allem die Baubranche und die Minenbetreiber mit Aufträgen zurück.

Insgesamt holte das Unternehmen Aufträge im Volumen von gut 4 Milliarden Australischen Dollar (etwa 3,1 Milliarden Euro) herein. In den Büchern stehen nun Order für 42,2 Milliarden Dollar. Das sind 1,3 Milliarden weniger als Ende des Jahres.

Wichtiger als das Umsatzwachstum seien Leighton gute Margen, schreibt CEO Hamish Tyrwhitt in einer Mitteilung. Im ersten Quartal lag diese bei 2,3 Prozent, im Gesamtjahr 2012 waren es 1,9 Prozent.

Die Gesellschaft hat harte Zeiten hinter sich. Mehrere Großprojekte erwiesen sich als Flop. Leighton musste darauf Milliarden abschreiben und rutschte in die roten Zahlen. Die einstige Cash Cow der Essener wurde zum Verlustbringer. Inzwischen geht es aber wieder langsam bergauf.

Im ersten Quartal erzielte Leighton einen Nettogewinn von 123 Millionen Australischen Dollar. Im Jahr zuvor stand unter dem Strich noch ein Verlust von 80 Millionen Dollar. Auch der Umsatz nahm in den drei Monaten per Ende März zu. Er stieg auf 5,4 Milliarden von 5,1 Milliarden Dollar.

Für öffentlichen Aufruhr sorgte vor wenigen Wochen der Abgang von drei Leighton-Verwaltungsratsmitgliedern, der tiefe Risse in der Beziehung zwischen Mutter und Tochter offenbart hat. Prominentester Abgang war der Chef des Verwaltungsrats, Stephen Johns. Er fürchtete um die Unabhängigkeit des Gremiums. Hochtief wies eine Einflussnahme auf die unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder der australischen Tochter indes zurück.

Hochtief ist ihrerseits nicht unabhängig. Sie gehört zum spanischen Baukonzern ACS. Und der machte seinen Einfluss zuletzt stärker geltend. ACS schickte seinen Topmanager Marcelino Fernández Verdes an die Spitze des Vorstandes. Er soll Hochtief profitabler machen.

Profitabler werden soll auch Leighton. Dort sitzt Fernández Verdes im Verwaltungsrat. Damit Flops wie die Großprojekte nicht wieder auftreten, soll lieber auf große Prestigeprojekte verzichtet werden, forderte er, der außerdem eine stärkere Anbindung an den Mutterkonzern anmahnte. Vorantreiben will er den Infrastrukturbau und das Minengeschäft von Leighton, das sich nun mit einer Abkühlung zu kämpfen hat.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Leighton am Montag die Prognose. Der Gewinn soll 520 bis 600 Million Dollar erreichen. 2012 waren es 450 Millionen Dollar.

Am Markt in Frankfurt erwartet ein Händler nur wenig Impulse auf den Kurs von Hochtief vom Quartalsbericht von Leighton. "Der Einfluss hat seit dem Einstieg von ACS bei Hochtief abgenommen", sagte er mit Blick auf die Kursimpulse der vergangenen Quartale. Hinzu komme, dass die interne Unzufriedenheit mit den Verträgen zur Elbphilharmonie wachse. Die Risiken höherer Kosten liegen bei Hochtief. Der Kurs von Leighton steigt nach dem Quartalsbericht um 2,5 Prozent.

Hochtief wird am Dienstag über das erste Quartal berichten. Am gleichen Tag hat der Konzern die Investoren zur Hauptversammlung eingeladen.

—Mitarbeit: Natali Schwab und Herbert Rude

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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