• The Wall Street Journal

In Asien deutet sich ein neuer Aufschwung an

    Von COLIN NG

SINGAPUR—Asiens Volkswirtschaften starten gestärkt ins neue Jahr. In Südkorea, Taiwan und Indien deuten die aktuellsten Einkaufsmanagerindizes darauf hin, dass die Industrie nach einem eher verhaltenen Jahr 2012 jetzt frischen Schwung bekommt. Die Nachricht „zementiert die Idee, dass es in Asien trotz der Lage in Europa und den USA okay läuft", sagt Su Sian Lim, Volkswirtin der Bank HSBC.

Lee Jin-man/AP/dapd

Schuhverkäufer in Seoul: In Südkorea und anderen asiatischen Exportnationen zeichnet sich ein frischer Aufschwung ab.

Der jüngste elektronische Leitindex der HSBC für Asien stand im Dezember so hoch wie seit März nicht mehr, was nahelegt, dass sich der Produktionszyklus in der Elektronikindustrie im Aufschwung befindet. Für Länder wie Südkorea und Taiwan ist das eine bedeutende Entwicklung, die sich im HSBC-Einkaufsmanagerindex für Dezember ebenfalls widerspiegelt: Er zeigt erstmals seit Mai eine Expansion an.

Expertin Lim sagt, dass die USA, Europa und Japan mit ihren schwachen Wirtschaften für die Nachfrage nach Elektronikgütern schwerlich infrage kommen. Insofern muss die Binnennachfrage in Asien robust sein, was die Produzenten in der Region vor einer weiteren Wirtschaftsschwäche in anderen Teilen der Welt schützen könnte.

Werte, so hoch wie seit Frühjahr 2012 nicht mehr

Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Bank für Südkorea lag im Dezember bei 50,1 Punkten – so hoch wie seit Mai nicht mehr. Im November lag er bei 48,2. Werte über 50 Punkte deuten auf eine Expansion im Produktionssektor hin.

In Taiwan lag der PMI im Dezember bei 50,6 Punkten, was nach dem Novemberwert von 47,4 Punkten ebenfalls auf eine Ausdehnung hindeutet. In Indien stieg der PMI von November bis Dezember um einen Punkt auf 54,7 Punkte.

Einkaufsmanagerdaten aus China, die bereits Anfang der Woche veröffentlicht wurden, passten ins Bild. Sie legten nahe, dass sich die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt gerade wieder erholt, obwohl sie nach wie vor mit der schwachen Wirtschaftslage in anderen Ländern der Welt zu kämpfen hat.

Am Montag hatte die HSBC ihren Dezember-PMI für China veröffentlicht, der seit November um einen vollen Punkt auf 51,5 Punkte gestiegen war. Am Dienstag hatte der Dachverband China Federation of Logistics and Purchasing ihren eigenen Einkaufsmanagerindex veröffentlicht. Dieser hatte sich zwischen November und Dezember nicht verändert und liegt mit 50,6 Punkten weiterhin im Expansionsbereich.

In Singapur wächst die Wirtschaft wieder

Stadtstaat Singapur, der häufig als Stimmungsbarometer für die Lage der asiatischen Volkswirtschaften insgesamt genommen wird, weil er so stark vom Welthandel abhängt, meldete am Mittwoch ein steigendes Wirtschaftswachstum für das Schlussquartal 2012. Im dritten Quartal vergangenen Jahres war die Wirtschaft noch deutlich geschrumpft.

Im vierten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Singapur nach Vorausschätzungen des Industrie- und Handelsministeriums aufs Jahr hochgerechnet und saisonal bereinigt um 1,8 Prozent. Im Vorquartal war das BIP noch um 6,3 Prozent gesunken.

In Indonesien kam der PMI für das verarbeitende Gewerbe auf 50,7 Punkte nach 51,5 Punkten im November.

Allein Australien und Vietnam folgen nicht dem Trend. Der PMI des Arbeitgeberverbandes Australian Industry Group lag im Dezember bei 44,3 Punkten und damit unverändert gegenüber dem revidierten Novemberwert. In Vietnam fiel der PMI im Dezember zurück in die Abschwungzone auf 49,3 Punkte nach 50,3 Punkten im November.

—Mitarbeit: Arpan Mukherjee, Aries Poon und Kwanwoo Jun

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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