• The Wall Street Journal

Wie Sie Ihr Smartphone vor Hackern schützen

    Von BONNIE CHA

Wer glaubt, dass nur PCs von Viren befallen werden können, irrt. Laut einem aktuellen Bericht der Marktforscher von Juniper Networks zielen Hacker zunehmend auf Smartphones und andere mobile Geräte. Sie nutzen schädliche Software, auch als Malware bekannt, um an persönliche Informationen zu kommen.

In der EU wurden so zum Beispiel jüngst 36 Millionen Euro von Konten gestohlen. Im Vergleich zu den Gefahren für Windows-PCs ist die Bedrohung immer noch gering – doch das bedeutet nicht, dass Sie keine Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollten, um Ihr Smartphone zu schützen.

Bei Malware handelt es sich um Software, die Verwüstungen auf dem Smartphone anrichten kann – häufig ohne Ihr Wissen. Je nach Art der Malware, kann die Software private Informationen wie Passwörter sammeln – zum Beispiel um Identitätsdiebstahl zu begehen –, ihren Ort lokalisieren, ohne Ihr Wissen Ihre Telefonrechnung belasten und mehr.

Wie bei PCs können dann Probleme entstehen, wenn Sie Apps oder andere Dateien aus unbekannten Quellen wie Spam-E-Mails laden, auf nicht vertrauenswürdige Links klicken oder auf unsichere Websites surfen.

Ich habe mir zwei mobile Sicherheits-Apps angesehen, die Ihnen helfen die Sicherheit des Smartphones zu überwachen und bei potenziellen Gefahren Alarm schlagen. Es handelt sich um die beiden Apps Lookout Mobile Security und Avast Free Mobile Security. Beide sind kostenlos (Lookout hat eine kostenpflichtige Version mit mehr Funktionen im Angebot) und beide sind in der Lage, Ihr Smartphone auf Malware zu untersuchen, Kontaktinformationen als Backup zu sichern und mehr.

Lookout Mobile Security

[image] none

Die Sicherheitts-App von Lookout.

Lookout Mobile Security ist eine kostenlose App für Android und iOS-Geräte von Apple. Zu den Basis-Funktionen gehören die Untersuchung des Smartphones auf Viren und andere Malware, eine Backup-Sicherung und Wiederherstellung von Kontakten sowie die Fähigkeit, das Smartphone von der Ferne aus zu lokalisieren.

Für Android gibt es außerdem eine Premium-Version, die ich am nützlichsten fand. Sie enthält unter anderem einen Datenschutz-Bericht für alle Apps und ermöglicht es, das Smartphone aus der Ferne zu sperren und alle Daten zu löschen, falls es gestohlen wird.

Ich habe Lookout mit dem Motorola Droid Maxx HD getestet. Beim ersten Start der App scannte Lookout das Smartphone auf potenzielle Gefahren. Zudem prüfte die Software jede App, nachdem ich sie aus dem Google Play Store oder von Get-Jar heruntergeladen habe, ein unabhängiger Marktplatz für Android-Apps, den ich nutze.

Ich habe den Fake-Virus namens Eicar aus dem Play Store heruntergeladen. Die App ist harmlos und dient dazu, mobile Sicherheits-Apps zu testen. Sobald ich den Download starten wollte, alarmierte mich Lookout, dass es sich um ein Virus handle, der entfernt werden sollte. Es gibt die Möglichkeit, sich mehr Informationen anzeigen zu lassen sowie einen Deinstallieren-Knopf.

Besonders hilfreich war der Datenschutzbericht von Lookout. Er zeigte, welche Apps welche Informationen anforderten – zum Beispiel Ortsdaten, Kontakte und Nachrichten. Ich lese niemals die Nutzungsbedingungen, wenn ich eine App downloade – doch diese Funktion ermöglicht es mir, auf einfache Weise zu sehen, welche App was tut.

Gefallen hat mir auch, dass ich meine Kontakte auf Lookouts Web-Service sichern konnte. Eine weitere nette Funktion nennt sich Signal Flare. Das Tool zeichnet automatisch die Position des Smartphones auf, sobald der Akkustand sich dem Ende nähert. Lookout führte die Funktion ein, nachdem es festgestellt hatte, dass rund 30 Prozent der Nutzer nicht in der Lage waren, ihr Smartphone nach einem Diebstahl zu orten, weil der Akku zu diesem Zeitpunkt bereits leer war.

Ich habe die Funktion auf meinem iPhone 4 ausprobiert. Nachdem der Akku komplett leer war, meldete ich mich auf der Lookout-Website an. Unter dem Reiter „Verlorene Geräte" wurden die letzten Ortsinformationen des Telefons in Google Maps als Pins angezeigt.

Avast Free Mobile Security

Avast Mobile Security bietet viele derselben Funktionen an – komplett kostenlos. Die Software ist aber nur für Android-Geräte verfügbar.

[image]

Avast Mobile Security überzeugt durch Übersichtlichkeit.

Meiner Meinung nach ist die Benutzeroberfläche bei Avast aufgeräumter und leichter zu navigieren als bei Lookout. Ich habe die App so eingestellt, dass sie meine Apps und meine SD-Speicherkarte mit Daten jeden Tag um Mitternacht überprüft. Die Tests wurden ohne Probleme durchgeführt. Auch bei Avast habe ich den Virustest mit Eicar durchgeführt. Avast zeigte mir sofort die Nachricht an: „Eicar Anti Virus Test wurde als Malware entdeckt" und gab mir die Möglichkeit, mehr Informationen zur Deinstallation des Programms anzuzeigen.

Enttäuschend ist, dass Avast keine Backup-Funktion wie Lookout hat. Das Unternehmen sagt aber, dass eine solche Funktion in Kürze geplant ist. Davon abgesehen bietet Avast eine Fülle von Funktionen, um Ihre Daten zu sichern, wenn das Smartphone gestohlen wurde oder verloren geht. Sie können das Smartphone vom PC aus sperren, ein Sirenengeräusch ertönen oder die Daten löschen lassen.

Sie können sogar eine Nachricht auf dem Display erscheinen lassen – zum Beispiel „Wenn Sie das Telefon gefunden haben, rufen Sie diese Nummer an" oder „Bleib von meinem Telefon weg, Du Dieb!". All das funktionierte in meinen Tests gut.

Einige der Funktionen von Avast sind für den Durchschnittsnutzer etwas viel. So gibt es beispielsweise eine Firewall-Funktion für Nutzer, die Ihr Smartphone modifiziert haben, um Hacker abzuwehren.

Generell können Sie Ihre Daten schützen, indem Sie Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen herunterladen, App-Bewertungen lesen und sensible Daten nicht über ein öffentliches WLAN senden – dafür braucht es keine speziellen Sicherheits-Apps. Doch die Zahl der Malware-Attacken steigt, besonders bei Android-Geräten. Und wenn Sie einen Schritt weiter gehen wollen beim Schutz Ihres Smartphones, können Avast oder Lookout eine große Hilfe sein.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. April

    Bayern-Fans in Madrid, kleine Toreros in der Arena von Sevilla, eine kalte Dusche auf den Philippinen und ein Hoffnungsschimmer für Griechenland. Das und noch viel mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    Die Auto-Neuheiten aus China

    Der chinesische Automarkt gilt als schwierig - aber auch als lukrativ. Im Jahr des Pferdes versuchen die Autobauer mit limitierten Editionen und protzigen Modellen, die Käufer zu umgarnen. Wir zeigen Ihnen die Neuheiten der Automesse in Peking.

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.

Erwähnte Unternehmen