• The Wall Street Journal

Aufsichtsratsvorsitzender von Easyjet will abtreten

    Von SIMON ZEKARIA

LONDON—Die Billigfluglinie Easyjet hat mitgeteilt, dass Michael Rake noch in diesem Jahr als Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens abtreten will. Rakes habe diese Entscheidung vor allem wegen der Pläne des Luftfahrtunternehmens getroffen, möglicherweise in den wichtigsten britischen Aktienindex FTSE 100 zurückzukehren, heißt es laut einer Person, die mit den Vorgängen vertraut sein soll. Rake sitzt nämlich bereits in den Aufsichtsräten verschiedener anderer FTSE-Unternehmen. Bei der Telekommunikationsgruppe BT Group ist Rake ebenfalls Aufsichtsratsvorsitzender, bei Barclays Stellvertreter des Vorsitzenden.

„Hinter Easyjet liegen erfolgreiche drei Jahre, in denen wir beim Gewinn zulegen konnten. Weil das Unternehmen nun auf der Schwelle zum Einstieg in den FTSE 100 steht, ist für mich der richtige Moment gekommen, abzutreten", sagte Rake in einer Mitteilung.

Von jetzt auf gleich soll der Wechsel aber nicht erfolgen: Easyjet teilte mit, dass Rake beim jährlichen Treffen im Februar für eine Wiederwahl kandidieren will, um dem Unternehmen genügend Zeit zu lassen, einen Nachfolger zu finden. Als Nachfolger wird in britischen Medien der Vize-Chairman Charles Gurassa gehandelt.

Rake ist seit Januar 2010 Aufsichtsratsvorsitzender bei Easyjet. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Konflikte zwischen ihm und Unternehmensgründer Stelios Haji-Ioannou gegeben. Haji-Ioannou ist größter Anteilseigner bei Easyjet. Ihm gehören fast 37 Prozent des Unternehmens. Haji-Ioannou hatte sich mehrfach kritisch zum Expansionskurs bei Easyjet geäußert. Er sagte, die Firma habe zu viele neue Flugzeuge geordert. Auch die Vergütung der Aktionäre ist ihm sauer aufgestoßen.

Einen Ausstieg des Großaktionärs braucht Easyjet aber vorerst nicht zu befürchten: „Ich werde langfristig ein treuer Anteilseigner bleiben, solange die Verantwortlichen in den kommenden vier oder fünf Jahren nicht noch mehr Geld für neue Maschinen verschwenden", sagte Haji-Ioannou vergangene Woche.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern Dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Panini-Sticker: Höhepunkte aus 40 Jahren

    Zur Weltmeisterschaft im eigenen Land kamen 1974 die ersten Panini-Klebebilder in Deutschland auf den Markt, inzwischen haben sie Kultstatus. Ein Rückblick auf 40 Jahre Fußballgeschichte.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.

Erwähnte Unternehmen