• The Wall Street Journal

Deutsche Start-ups schwimmen im Geld

    Von STEPHAN DÖRNER

Deutschland wird für Risikokapital immer attraktiver. Das zeigen die jüngsten Zahlen von Dow Jones Venturesource. Großbritannien ist demnach zwar immer noch der größte Magnet für Risikokapital in Europa - doch Deutschland holt auf. Nach der letzten Analyse von Dow Jones Venturesource konnten britische Start-up-Unternehmen in 295 Abschlüssen insgesamt 1,4 Milliarden Euro einnehmen. Auf dem zweiten Platz landete Deutschland mit 189 Abschlüssen, bei denen Wagniskapital in Höhe von 822 Millionen Euro eingesammelt wurde.

dapd

WWW-Erfinder Tim Berners Lee bei einem Vortrag der Start-up Konferenz Campus Party in Berlin 2012.

Während in Großbritannien allerdings wie insgesamt im europäischen Vergleich die Summe des Risikokapitals stark zurückging, geht es in Deutschland aufwärts. In Großbritannien ging die Summe um fünf Prozent und die Zahl der Abschlüsse um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück. In Deutschland dagegen stieg die investierte Summe im Vergleich zu 2011 um satte 48 Prozent, die Zahl der Abschlüsse nahm um 16 Prozent zu.

In Frankreich ging die Summe um sieben Prozent auf 721 Millionen Euro zurück, die Zahl der Abschlüsse sank um 17 Prozent. Auf dem vierten Platz landeten die Niederlande mit einer investierten Summe von 207 Millionen Euro in 2012 – eine Steigerung um neun Prozent bei der Summe, obwohl die Zahl der Abschlüsse um 22 Prozent zurückging. Insgesamt konnten sich europäische Start-ups 2012 mit 1074 Deals 4,4 Milliarden Euro sichern – ein Rückgang um neun Prozent bei der Summe und um elf Prozent bei den Abschlüssen im Vergleich zum Vorjahr.

Start-up-Investitionen brechen im vierten Quartal ein

Auch der Trend spricht gegen europäische Start-ups: Zuletzt ist die investierte Summe im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eingebrochen. Insgesamt 967 Millionen Euro machten Investoren in 233 Finanzierungsabschlüssen für die europäischen Start-up-Unternehmen locker – ein Einbruch um 26 Prozent bei der Summe und um 22 Prozent bei der Zahl der Abschlüsse im Vergleich zum vierten Quartal 2011.

Gestiegen ist die Durchschnittssumme pro Abschluss: Sammelten europäische Start-ups 2011 im Durchschnitt noch 1,6 Millionen Euro pro Finanzierungsrunde ein, waren es 2012 immerhin 1,9 Millionen.

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Besonders mau fiel die Zahl der Fusionen und Übernahmen aus: Nur 33 mit Wagniskapital finanzierte Firmen wurden im vierte Quartal 2012 in Europa aufgekauft, 2011 waren es noch 45. Insgesamt gelang im vergangenen Jahr 145 Unternehmen ein Exit über einen Verkauf. Das sind 30 Prozent weniger als noch 2011 – und ein Negativrekord seit dem Beginn der Venturesource-Aufzeichnungen, die den europäischen Markt seit dem Jahr 2000 beobachten. Besonders dramatisch ist die Entwicklung der Summe: 4,7 Milliarden Euro konnten Gründer und Investoren in Start-ups 2012 durch Exits einnehmen – ein Rückgang um satte 45 Prozent gegenüber 2011, als noch 8,6 Milliarden Euro durch Firmenverkäufe erzielt wurden.

Sämtliche Details des Berichts lesen finden Sie in Englisch auf Dwojones.com.

Kontakt zum Autor: stephan.doerner@wsj.com

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