• The Wall Street Journal

Geldwäsche-Affäre bei HSBC weitet sich aus

    Von KRISTIN JONES

Der britischen Bank HSBC steht wegen ihres Geldwäscheskandals neues Ungemach ins Haus. Die Hinterbliebenen der bei einem Terroranschlag 1983 getöteten US-Soldaten haben bei einem US-Bezirksgericht beantragt, dass die HSBC die Entschädigungszahlung von 2,66 Milliarden US-Dollar stemmen soll. Im Jahr 1983 wurden 241 US-Marineinfanteristen bei einem Angriff auf eine Kaserne in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet.

dapd

Die HSBC könnte Entschädigungszahlungen für die Hinterbliebenen von bei einem Anschlag getöteten US-Soldaten übernehmen müssen.

Das Bezirksgericht für den District of Columbia hatte 2007 Iran zur Zahlung von 2,66 Milliarden Dollar Entschädigung für die Familien der US-Soldaten verurteilt, die bei dem Bombenanschlag in Beirut ums Leben gekommen waren. Die Attacke auf die US-Kaserne mit einem Lastwagen mit Tonnen von Sprengstoff wurde der schiitischen Miliz Hisbollah zugeschrieben, die von Iran unterstützt wird.

In dem Gesuch an das US-Gericht heißt es von Seiten der Hinterbliebenen, die HSBC USA - als Tochtergesellschaft der britischen Bank - habe irreführend darüber informiert, welche iranischen Regierungsgelder bei der Bank bis März 2008 verwaltet und deponiert wurden. Erst soll es geheißen haben, die Bank verwalte keine iranischen Gelder und anschließend, sie habe doch Vermögen dieses Landes im Depot zugegeben. Rob Sherman, Sprecher bei der HSBC, wollte in der Sache keine Stellungnahme abgeben.

Die HSBC hatte im Herbst letzten Jahres mit einer Rekordstrafe ihren Geldwäsche-Skandal in den USA beigelegt und sich zu einer Zahlung von 1,9 Milliarden Dollar verpflichtet. So wollte die Bank einer weiteren Untersuchung der US-Behörden entgehen. Die Bank akzeptiere die Verantwortung für die Fehler in der Vergangenheit, sagte der Unternehmenschef Stuart Gulliver seinerzeit. Niederlassungen der HSBC sollen laut Vorwurf der US-Regierung jahrelang Geldwäsche unterstützt haben. So soll die Bank aus Ländern wie etwa Iran und Saudi-Arabien Milliarden in die USA transferiert haben. Damit könnte die Bank die Arbeit von Drogenhändlern sowie Geldgebern des Terrorismus unterstützt haben, so die US-Behörden.

Die Klägergruppe bestehend aus 1.300 Familienmitgliedern hatte eine ähnliche Klage bereits im vergangenen Jahr gegen die Bank Standard Chartered eingereicht. Wegen der Umgehung von Sanktionen gegen Iran und andere Länder musste die Standard Chartered in den USA eine Geldstrafe in Millionenhöhe zahlen. Auch Clearstream Banking, Tochter der Deutschen Börse, ist in der Vergangenheit ins Visier der Klägergruppe geraten.

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