• The Wall Street Journal

Wahlerfolg beschert Berlusconi satte Kursverluste

    Von HANS-JOACHIM KOCH

Als Politiker ist Silvio Berlusconi überraschend gestärkt aus den italienischen Parlamentswahlen hervorgegangen, als Unternehmer und Aktionär muss er für seinen Erfolg bluten. Die Aktien seiner börsennotierten Unternehmen sind am Dienstag mit in den gewaltigen Abwärtsstrudel geraten, der den gesamten italienischen Aktienmarkt erfasst hat.

Associated Press

An der Wahlurne obenauf, an der Börse unten durch: Silvio Berlusconi.

Rund 125 Millionen Euro haben die Aktienpakete in Besitz von Berlusconi selbst und den Mitgliedern seiner Familie seit Handelsbeginn in Mailand an Wert verloren.

Alleine auf sein Medienimperium Mediaset, in dem das Fernseh-, Film- und Kinogeschäft zusammengefasst ist, muss Berlusconi fast 50 Millionen Euro abschreiben. Es gehört zu 38,6 Prozent der Holding Fininvest, in der der frühere Ministerpräsident seine Beteiligungen gebündelt hat. Gerade über die populären Fernsehsender von Mediaset hat sich Berlusconi im Wahlkampf selbst vermarktet. Die Mediaset-Aktie ist bereits seit längerem im Sinkflug. Auf Sicht von einem Jahr hat sie rund 22 Prozent eingebüßt, binnen fünf Jahren sogar rund 60 Prozent. Der rund zehnprozentige Freudensprung der Aktie am Montag, als erste Prognosen einen Sieg des Mitte-Links-Bündnisses von Pier Luigi Bersani über Berlusconis Mitte-Rechts-Allianz verhießen, war nur von kurzer Dauer. Je deutlicher wurde, dass ein Wahl-Patt drohte und Berlusconi im Senat die Oberhand gewonnen hat, umso stärker sackte der Kurs ab.

Noch stärker zurückgefallen ist die Finanzgruppe Mediolanum, an der Berlusconi gut ein Drittel hält. Bis zu 10 Prozent Minus zeigen die Kurstafeln an der Mailänder Börse für das Unternehmen, das sein Geld mit Versicherungen, Direktbanking und Anlagen verdient. Für Berlusconi bedeutet dies einen Vermögensverlust von rund 70 Millionen Euro. Langfristig bleibt Mediolanum jedoch ein attraktives Investment. Seit Jahresbeginn legte die Aktie knapp 9 Prozent zu, in den vergangenen 52 Wochen summierte sich das Plus auf rund 45 Prozent.

Am glimpflichsten kommt die Verlagsgruppe Mondadori beim Kursrutsch davon. Mit einem Rückgang von 1 Prozent entwickelt sie sich besser als der Leitindex FTSE-MIB, der um rund 4,5 Prozent eingebrochen ist.

Kontakt zum Autor: hans-joachim.koch@wsj.com

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