• The Wall Street Journal

Fresenius bekommt es mit Dialyse-Goliath zu tun

    Von DANA CIMILLUCA

Der US-Medizintechnikhersteller Baxter International kauft in Schweden zu. Für 4 Milliarden US-Dollar will das Unternehmen den Wettbewerber Gambro übernehmen, um seine Marktposition bei Dialysegeräten massiv auszubauen. Es ist die bislang größte Akquisition in der Geschichte des US-Konzerns, der damit Fresenius Medical Care (FMC) verstärkt Konkurrenz machen dürfte.

Der deutsche Dialysespezialist FMC seht derzeit an der Spitze des Weltmarktes. Sollte der geplante Deal von Erfolg gekrönt sein, würde sich mit Baxter die Nummer zwei auf dem Markt mit der Nummer drei, Gambro, zusammenschließen. Noch ist aber unklar, wie die Kartellbehörden den Deal sehen.

Mit dem Zukauf des schwedischen Wettbewerbers, der seit 2006 im Besitz von zwei nordischen Private-Equity-Gesellschaften ist, könnte Baxter ihr Dialysegeschäft abrunden. Das konzentriert sich derzeit auf das Verfahren der Peritoneal- oder Bauchfelldialyse, die auch zu Hause durchgeführt werden kann. Gambro dagegen ist einer der größten Hersteller von Geräten zur Hämodialyse, einer Form der Blutreinigung die außerhalb des Körpers und meist in Krankenhäusern durchgeführt wird.

Das auch FMC an Gambro interessiert sein könnte, halten Beobachter für unwahrscheinlich. "Im Geschäft mit der Hämodialyse bei Nierenversagen ist FMC bereits mit großem Abstand Weltmarktführer. Sie muss also nicht auch noch für viel Geld das Hämodialyse-Geschäft von Gambro dazukaufen", sagt ein Analyst, der namentlich nicht genannt werden wollte. Zudem habe der Bad Homburger DAX-Konzern in den vergangenen Jahren bereits für rund vier Milliarden Dollar Akquisitionen getätigt. FMC wollte sich auf Anfrage nicht zu der Übernahme von Gambro durch Baxter äußern.

Einen Kauf von Gambro hatte die Baxter International Inc schon seit Jahren erwogen. Der Medizintechnikhersteller mit einem Marktwert von 36 Milliarden Dollar und Umsätzen von knapp 14 Milliarden verfügte im September über Barmittel in Höhe von mehr als 3 Milliarden Dollar.

Die 1964 gegründete Gambro erwirtschaftet mit 7.500 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar. Derzeit gehört das Unternehmen den Private-Equity-Gesellschaften Investor und EQT. Die beiden Investoren hatten für Gambro insgesamt 4,7 Milliarden Dollar auf den Tisch gelegt. Der damalige Kaufpreis ist jedoch mit dem aktuellen Übernahmeangebot von Baxter nicht zu vergleichen, da das Unternehmen mittlerweile seine Tochter CaridianBCT für 2,6 Milliarden Dollar nach Japan verkauft hat und darüberhinaus auch einen Betreiber von Dialysekliniken veräußert hat.

Die beiden Unternehmen wollen die Transaktion in der ersten Jahreshälfte 2013 über die Bühne bringen.

—Mitarbeit: Benjamin Krieger

Kontakt zu den Autoren: redaktion@wallstreetjournal.de

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