• The Wall Street Journal

Europas Großbanken brauchen noch immer 112 Milliarden Euro

    Von ALEXANDRA EDINGER
Associated Press

Skyline der Bankenmetropole Frankfurt. Die europäischen Banken machen Fortschritte beim Aufpolstern ihres Kapitalsbestands, trotzdem klafft bei vielen noch eine erhebliche Lücke.

Bei den 44 Großbanken Europas klafft für das Erreichen der strengen Kapitalvorschriften nach Basel III immer noch eine Lücke von knapp 112 Milliarden Euro. Diesen Kapitalbedarf ermittelte der halbjährlich von der Europäischen Bankenaufsicht EBA und dem Baseler Ausschuss durchgeführte Test, der dieses Mal die Kapitalausstattung der Banken per 30. Juni 2012 untersuchte. Die Banken müssen bis 2019 auf eine harte Kernkapitalquote von mindestens 7 Prozent kommen, davon trennt sie noch die nun ermittelte Kapitallücke.

Das Ergebnis des Stresstest zeigt trotz der noch fehlenden Milliardenbeträge deutliche Fortschritte. Im Vergleich mit dem vorangegangenen Test hat sich die harte Kernkapitalquote der Großbanken um durchschnittlich 0,9 Prozentpunkte verbessert. Aus diesem Grund sank auch der Kapitalbedarf der Großbanken um rund 86 Milliarden Euro. Die Verbesserung spiegelt die Bemühungen der Banken wieder, die Vorgaben der EU zu erfüllen.

Insgesamt beteiligten sich 157 Banken freiwillig an der Überprüfung. Der Test berücksichtigt die komplette Implementierung der Regeln nach Basel III, die ab 2019 gelten sollen. Übergangsregeln werden bei der Überprüfung ebensowenig berücksichtigt wie EU-spezifische Aspekte. Zudem fließen nur die bis zum Stichtag umgesetzten Kapitalmaßnahmen in den Test ein. Seither haben die meisten Banken umfassende Maßnahmen unternommen, um ihre harte Kernkapitalquote weiter zu verbessern.

Basel III zwingt die Banken dazu, höhere Eigenkapitalvorgaben zu erfüllen. Zudem müssen etwa systemrelevante Banken zusätzliche Kapitalpuffer vorhalten.

Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@wsj.com

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