• The Wall Street Journal

Star-Investor stürzt sich in Schlacht um Herbalife

    Von JULIET CHUNG

Noch ein Wall-Street-Schwergewicht hat sich in den Kampf um Herbalife eingeschaltet: Der aktivistische Vermögensverwalter Carl Icahn hat gegenüber anderen Anlegern erklärt, er habe Anteile an dem Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln gekauft. Neben ihm beteiligen sich bereits die prominenten Hedgefondsmanager William Ackman und Daniel Loeb an dem Gezerre.

Einer der Investoren sagte, Icahn habe sich eine „kleine Position" gesichert. Ackman hatte im Dezember bekannt gegeben, dass er in großem Stil gegen Herbalife wettet. In einer Präsentation warf er dem Unternehmen vor, ein Schneeballsystem zu betreiben. Er forderte die Behörden auf, Herbalife zu schließen. Seine Firma Pershing Square Capital Management hat mehr als 20 Millionen Aktien für mehr als 1 Milliarde US-Dollar verkauft.

Reuters

Carl Icahn hat in Herbalife investiert.

Carl Icahn ist ebenfalls für seine häufigen Scharmützel mit Konzernmanagern und anderen Anleger bekannt. Auch wenn nichts Näheres zu seiner Beteiligung an Herbalife bekannt ist, sagte einer der Investoren, dass er oder einer seiner Partner sich mit der Führung des Unternehmens getroffen habe. Weder Icahn noch Herbalife kommentierten den Vorgang am Mittwoch.

Die Schlacht um Herbalife hält die Wall Street seit Wochen in Atem. „Es ist interessant, von außen zuzusehen", sagt David Tepper von Appaloosa Management. Herbalife existiert seit mehr als 30 Jahren. Das Unternehmen verkauft auch in Deutschland Pulver und Tabletten, die gesund sein und oft schlank machen sollen. Nach Unternehmensangaben vertreiben 2,3 Millionen selbständige Berater die Produkte. Einige der Berater haben weitere Berater angeworben – und profitieren teils von deren Erfolg.

Das ist Grundlage für die Kritik von Fondsmanager Ackman. Er behauptet in seiner Präsentation, die Berater verdienten das meiste Geld damit, andere Berater zu rekrutieren. Letztlich sei Herbalife nicht im Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln, sondern verkaufe vor allem das Recht, Herbalife-Berater zu sein. Pulver und Tabletten seien nur das Vehikel, um ein verbotenes Schneeballsystem zu betreiben – ein System, in dem praktisch nur die Chefs auf den höchsten Hierarchiestufen verdienten.

Reuters

Icahns Widersacher Bill Ackman spekuliert gegen Herbalife.

Mit Icahn und Ackman treffen zwei alte Widersacher aufeinander. Die beiden Milliardäre haben sich einen jahrelangen Rechtsstreit geliefert. Dabei ging es um 4,5 Millionen Dollar, die Icahn mit dem Verkauf von Aktien der Immobilienfirma Hallwood Realty gemacht hatte. Ackman hatte ihm die Papiere 2003 verkauft. Beide hatten sich darüber verständigt, Gewinne über zehn Prozent zu teilen, wenn Icahn die Aktien innerhalb von drei Jahren veräußere.

2004 fusionierte Hallwood mit einem anderen Unternehmen, was die Kurse steigen ließ. Ackman verlangte daher einen Anteil an Icahns Profit. Dieser erklärte jedoch, eine Fusion sei nicht mit einem Verkauf gleichzusetzen. Ackman entschied den Prozess letztlich für sich und erhielt inklusive Zinsen fast neun Millionen Dollar.

Seitdem sind die beiden Star-Investoren verfeindet. Im März ließ Ackman bei einem Vortrag auf einer Konferenz kurz die Bemerkung einfallen, er habe für Icahn „keinen Respekt". Dieser konterte im Wall Street Journal: „Jede Kritik von Bill Ackman betrachte ich als Kompliment."

Bisher verliefen im Herbalife-Streit die Fronten vor allem zwischen Ackman und Daniel Loeb. Loebs Firma Third Point hatte in der vergangenen Woche in einem Dokument für die Börsenaufsicht angegeben, 8,2 Prozent an Herbalife zu halten. Am Tag darauf traf sich die Unternehmensführung mit Anlegern, um sich gegen die Darstellung durch Ackmans Pershing zu wehren. Die Börsenaufsicht SEC ermittelt seit vergangener Woche gegen Herbalife.

Nachdem Ackman seine Riesenwette gegen Herbalife aufdeckte, war der Aktienkurs abgestürzt. Seitdem haben die Aktien aber ein Comeback gefeiert. Mit Handelsschluss am Mittwoch lag die Aktie noch immer über ihrem Kurs vom 18. Dezember. Am Tag darauf hatte Ackman seinen Angriff gestartet.

Vieles deutet unterdessen darauf hin, dass die Seite der Herbalife-Unterstützer im Aufwind ist. Am Donnerstag kündigte das Unternehmen an, dass die vorläufigen Zahlen für das vierte Quartal über den Erwartungen liegen. Zudem soll es einen Aktienrückkauf geben,

—Mitarbeit: Hendrik Varnholt und Saabira Chaudhuri

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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