• The Wall Street Journal

Dreamliner-Pannen schicken Aktien von Lieferanten auf Sinkflug

    Von HANS BIELEFELD

Die anhaltenden Probleme beim Hoffnungsträger 787 Dreamliner von Boeing gehen auch an den Kursen der Boeing-Zulieferer nicht spurlos vorbei. Nachdem auf Anordnung der US-Luftfahrtbehörde in den USA vorerst alle Dreamliner am Boden bleiben müssen und auch bei den beiden japanischen Fluggesellschaften All Nippon Airways (ANA) und Japan Airlines (JAL) keine Dreamliner mehr abheben, gehörten die Aktien des Batterieherstellers GS Yuasa am Donnerstag in Tokio erneut zu den größten Verlierern. GS Yuasa liefert die Lithium-Ionen-Batterien für Boeings Langstreckenflieger.

Zum Ende des Handels in Tokio kosteten sie noch 305 Yen, was einem Minus von rund 5 Prozent entspricht. Sie setzten damit ihren Sinkflug seit Beginn der Pannenserie beim Dreamliner fort. Insgesamt büßten die Papiere seit Anfang vergangener Woche gut 15 Prozent ihres Wertes ein. Im gleichen Zeitraum verlor die Boeing-Aktie selbst lediglich rund 4,5 Prozent an Wert. Am 7. Januar war ein Feuer in einer Hilfsbatterie an Bord einer geparkten 787 von Japan Airlines auf dem Flughafen in Boston ausgebrochen.

Dass die Yuasa-Aktie nicht noch stärker unter Druck geraten ist, ist vermutlich damit zu erklären, dass die Batterieprobleme sich nicht einfach durch einen Austausch lösen lassen. Nach Informationen einer mit dem Bau des Jets vertrauten Person basiert die integrierte Zusammensetzung der 787 gerade auch auf dem Strom der Lithium-Ionen-Batterien. Jeder Wechsel des Zulieferers wäre eine ziemlich große Herausforderung. Ganze Schichten der Hardware müssten ebenso wie die Kontrollsoftware modifiziert werden, um sich an neue Batterien anzupassen.

Investoren spekulieren Analysten zufolge dennoch auf einen weiteren Kursverfall bei GS Yuasa. "Hedge-Fonds leihen sich am Markt verstärkt GS Yuasa-Aktien, um sie anschließend auf den Markt zu werfen", sagte ein Aktienhändler.

Neben GS Yuasa stehen auch die Aktien von Toray Industries wegen der Dreamliner-Probleme in Tokio auf der Verliererliste. Die Papiere des Konzerns, der Carbonteile für den Dreamliner produziert, schlossen am Donnerstag mit einem Minus von 2 Prozent bei 500 Yen. Seit Anfang der Vorwoche hat sich der Börsenwert des Konzerns damit um rund 8 Prozent verringert.

Vergleichsweise noch moderater nehmen sich dazu die Einbußen der beiden japanischen Fluglinien ANA und JAL aus. Deren Aktien verloren jeweils gut 2 Prozent. Von den bislang 50 ausgelieferten Dreamlinern ist rund die Hälfte nach Japan gegangen. Das Boeing-Auftragspolster ist mit rund 800 weiteren Bestellungen prall gefüllt.

Kontakt zum Autor: hans.bielefeld@dowjones.com

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