• The Wall Street Journal

Busunglück deckt Probleme der Riesenwerke von Foxconn auf

    Von PAUL MOZUR

In der Nähe einer Fabrik des Unternehmens Foxconn in China kam es zu einem Unfall mit zwei Shuttle-Bussen. Dabei starben sieben Arbeiter, mehr als 20 wurden verletzt.

Die taiwanesische Firma Foxconn – auch unter dem Namen Hon Hai bekannt - ist Zulieferer für Unternehmen von Apple bis Sony. Laut Angaben der Firma waren die beiden Shuttle-Busse auf dem Weg von Werk in Zhengzhou in der zentralchinesischen Provinz Henan zu einem Wohnheim für die Arbeiter, als der Unfall passierte – in einem Industriegebiet nicht weit von der Fabrik entfernt.

dapd

Die Zahl der Arbeiter steigt rasant: Foxconn beschäftigt inzwischen 1,5 Millionen Menschen in China. 2007 waren es 500.000.

In einer Erklärung heißt es, das Unternehmen sei „tief betroffen" über den Vorfall. Man wolle sich bemühen, die Opfer und ihre Familien zu unterstützten, und mit der Polizei zusammenarbeiten. Laut Foxconn werden die Shuttle-Busse von einer privaten Transportfirma betrieben. „Wir geben keine weiteren Details über den Unfall bekannt, weil er noch von den Behörden untersucht wird", schrieb das Unternehmen. Auf der Internetseite einer regierungsnahen Lokalzeitung heißt es, dass die Busse zusammengestoßen seien.

In dem Werk in Zhengzhou werden iPhones für Apple hergestellt. Die Fabrik, in der 300.000 Menschen arbeiten, ist die größte in China und hat den Umfang einer kleinen Stadt. Die Herausforderung, ein derart großes Werk zu leiten, ist groß. Die Zahl der Arbeiter ist mit der globalen Nachfrage nach elektronischen Geräten gewachsen. Foxconn beschäftigt inzwischen rund 1,5 Millionen Menschen in China, 2007 waren es eine halbe Million.

Weil das Unternehmen die großen Fabriken professionell managt, hat es einen Vorsprung gegenüber Wettbewerbern erlangt. Aber Foxconn hat festgestellt, dass riesige Werke wie das in Zhengzhou vielleicht doch zu groß sind. Es sei schwierig, so viele Arbeiter zu koordinieren, sagte James Lee, der eine Foxconn-Fabrik im südchinesischen Shenzhen Longhua leitete. Dort denkt man sogar darüber nach, eine Bahn fahren zu lassen, damit sich die Arbeiter auf dem Fabrikgelände besser bewegen können.

Große Shuttle-Busse sind dort häufig zu sehen. Das Unternehmen bringt mit ihne die vielen Arbeiter zu ihren Wohnheimen oder Wohnungen, die nicht auf dem Gelände sind.

Das Unternehmen hat in der Vergangenheit versucht, alles, was das Leben der Arbeiter betrifft, selbst zu organisieren. Aber nachdem es im Jahr 2010 zu einer Reihe von Selbstmorden in den Werken gekommen war, hat Foxconn viele Arbeiten ausgelagert. Früher hat das Unternehmen selbst hunderttausende Mittagessen produziert und die Wohnheime gemanagt. Nun sind Dienstleister dafür zuständig.

So sollten die Arbeiter besser versorgt werden, sagte ein Firmenvertreter dem Wall Street Journal bei einem Rundgang auf dem Werksgelände in Shenzen im vergangenen Monat. Außerdem sei es gut, wenn Foxconn nicht alles in der Hand habe. Doch das Unternehmen dominiert das Leben der Arbeiter trotzdem noch – es betreibt nämlich auch Geschäfte und Internetcafés.

—Mitarbeit: Yan Jie

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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