• The Wall Street Journal

Immobilienkonzern LEG steht erfolgreicher Börsengang bevor

    Von EYK HENNING

Wenn LEG Immobilien am 1. Februar den Sprung auf das Parkett wagt, steht für viele Banker und Immobilienexperten eins fest: Anders als bei den vergangenen deutschen Börsengängen - wie zuletzt bei Talanx - wird es keine Zitterpartie, der Börsengang wird ohne großen Bewertungsabschlag gelingen. Wie aus den IPO-Studien von der Deutschen Bank und von Goldman Sachs hervorgeht, in die das Wall Street Journal Deutschland Einblick hatte, sehen die beiden Konsortialführer die Bewertung des nordrhein-westfälischen Immobilienkonzerns bei bis zu drei Milliarden Euro.

Demnach sieht Goldman Sachs den Wert des nordrhein-westfälischen Immobilienunternehmens bei 2,6 bis 3,0 Milliarden Euro. Die Deutsche Bank kommt auf eine Bewertungsspanne von 2,4 bis 2,9 Milliarden Euro.

Grund für das erwartete hohe Interesse von Investoren ist, dass der deutsche Immobilienmarkt bei Anlegern gefragt ist wie selten zuvor. Steigende Mieten und ein weiterer Nachfrageüberhang werden zudem bei der LEG für stabile Gewinne sorgen, was Aktionären hohe Dividenden verspricht.

Die Analysten der Deutschen Bank rechnen in ihrer IPO-Studie damit, dass die Funds from Operations (FFO), ein Maß für die operative Stärke, bei der LEG bis 2016 um jährlich 6,2 Prozent wachsen werden - getrieben von Mieterhöhungen, Übernahmen sowie dem damit verbundenen Kostensenkungsspielraum. Die FFOs dürften damit im laufenden Jahr auf 140 Millionen Euro und im kommenden auf 152 Millionen Euro steigen. Die Analysten von Goldman Sachs gehen in ihrer IPO-Studie sogar davon aus, dass die FFO im laufenden Jahr auf 143 Millionen und im kommenden auf 165 Millionen Euro steigen.

Basierend auf der Ankündigung des LEG-Managements, 65 Prozent davon als Dividende auszuschütten, können sich Aktionäre auf eine Ausschüttung von etwas mehr als 90 Millionen Euro für das laufende und von rund 100 Millionen Euro für das kommende Jahr freuen.

Derzeit spricht vieles für eine Investition in den deutschen Immobilienmarkt. Grund ist vor allem die weiter steigende Nachfrage, befeuert durch die Zunahme der Ein- bis Zweipersonenhaushalte und der Zuwanderung aus Süd- und Osteuropa, so die Analysten der Deutschen Bank. Die Nettokaltmieten der ausschließlich in Nordrhein-Westfalen vertretenen LEG dürften in den kommenden Jahren damit um jährlich mehr als fünf Prozent steigen, sagen die Goldman-Analysten.

Kontakt zum Autor: eyk.henning@dowjones.com

Berichtigung
In einer früheren Fassung dieses Artikels war die von Goldman Sachs geschätzte Bewertung mit 2,1 Milliarden Euro zu niedrig beziffert worden. Außerdem wurde Goldman als Mehrheitsaktionär bezeichnet. Mehrheitsaktionär ist aber ein Fonds, den Goldman managt, nicht die Bank selbst.

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