• The Wall Street Journal

Wie die Wall Street vom Wissen des Kennedy-Clans profitiert

    Von BRODY MULLINS und SUSAN PULLIAM

Als Edward Kennedy Junior vor mehr als einem Jahrzehnt die Marwood Group gründete, wählte er den Namen für seine Firma mit Bedacht. Das Unternehmen, das sich mit der Beschaffung politischer Informationen beschäftigt, ist nach einem Anwesen in Maryland benannt. Dort lebte sein Großvater Joseph Kennedy, als er als in den dreißiger Jahren als erster Vorsitzender der US-Wertpapieraufsicht SEC diente.

Doch nun ist ausgerechnet Marwood ins Fadenkreuz eben dieser Börsenaufseher geraten. Die SEC-Vertreter verlangen von Kennedys Firma die Herausgabe von E-Mails und anderen Dokumenten. Aus ihnen soll hervorgehen, wie es den Politikspähern gelang, ihre Wall-Street-Kunden davor zu warnen, dass die Branchenregulierer im Herbst 2010 die Zulassung eines viel versprechenden Medikaments möglicherweise verschieben könnten.

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Edward Kenney Junior (rechts), Gründer von Marwood, benannte das Unternehmen nach dem Anwesen, auf dem sein Großvater in den 1930er Jahren lebte.

Die Überprüfung von Marwood muss nicht notwendigerweise bedeuten, dass die Firma oder sonstige Beteiligte später auch wegen Fehlverhaltens angeklagt werden. Aber die für die Ermittlung gerichtlich angeforderten E-Mails, die das Wall Street Journal teilweise einsehen konnte, erlauben einen seltenen Blick auf das florierende Geschäft mit der Beschaffung politischer Informationen. Sie gewähren Einsichten, wie die Anbieter politischer Nachrichten Informationen und Analysen über die Aktivitäten im US-Kongress, im Weißen Haus und in den Bundesbehörden zusammentragen und diese Erkenntnisse an Investoren verkaufen, die sich einen Wettbewerbsvorsprung sichern wollen.

Marwood gilt in dieser Branche, die von den Regulierern kaum tangiert wird, als führender Dienstleister. Betrachtet man die Vorgehensweise der Firmenrechercheure, dann erschließt sich, wie es dem Unternehmen gelang, der Wirklichkeit vorauszugreifen und prophetisches Wissen über eine künftige Entscheidung der US-Regierung zu verbreiten, die letztendlich massive Kursbewegungen bei einer bestimmten Aktie auslöste.

Gegenstand war in diesem speziellen Fall ein Medikament zur Behandlung von Diabetes. Branchenbeobachter waren sich weitgehend einig, dass die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) das Mittel im Jahr 2010 absegnen würde. Marwood allerdings hatte das politische Umfeld ausgeforscht, andere Entscheidungen der Zulassungsbehörde analysiert und die Stimmungslage innerhalb der Behörde abgetastet. Die Politberater kamen zu einem anderen Schluss und warnten ihre Investoren, das Medikament könnte in Schwierigkeiten geraten. Ein paar Wochen später erfüllte sich ihre düstere Prophezeiung. Und die Aktien des betroffenen Pharmakonzerns brachen innerhalb eines Handelstages um 46 Prozent ein.

Ein Hedge Fonds nutzte die frühe Warnung

Einer der Hedge-Fonds-Kunden von Marwood nutzte die frühe Warnung für eine Wette auf fallende Kurse bei dem betroffenen Unternehmen. Ein anderer Kunde ließ sich nicht von den Erkenntnissen der Firma überzeugen und verbrannte sich die Finger.

Michael McKeon, ein Sprecher von Marwood, wollte sich nicht zu der Ermittlung äußern. Stattdessen führte er in einer Mitteilung aus, bei Marwood handele es sich um "ein erstklassiges Forschungsunternehmen, das für mehr als 100 Kunden im Gesundheitswesen ein breites Spektrum an Gesundheitsthemen beleuchtet, darunter auch die Entscheidungen der FDA. Alle unsere Analysen stützen sich dabei auf öffentlich zugängliche Dokumente, auf öffentliche Veranstaltungen und die große Erfahrung unserer Mannschaft und unsere Kenntnis der Arbeitsweise der FDA." Die SEC lehnte eine Stellungnahme ab.

Das Geschäft mit der Beschaffung politischer Informationen hat in den vergangenen zehn Jahren rapide zugelegt. Die Entscheidungen der US-Regierung werden für einige Wall-Street-Akteure immer wichtiger. Den Investoren sind derlei Nachrichten im Jahr mehr als 400 Millionen Dollar wert, berichtet die Integrity Research Associates, die Informationen über US-Aktienanalysefirmen anbietet. Vertreter von Hedge Fonds hätten ihm erzählt, "was sich in Washington abspiele, sei für sie die wichtigste Einzelquelle für ihre Gewinne", sagt Michael Mayhew, der Gründer von Integrity Research.

Anders als Lobbyisten müssen die politischen Spähtrupps überhaupt keine Informationen über ihre Kunden, ihre Tätigkeit oder ihre Honorare offenlegen. Dagegen will der republikanische Senator Charles Grassley aus dem US-Bundestaat Iowa vorgehen. "Wir sollten wissen, wer diese Leute sind, die der politischen und wirtschaftlichen Spionage nachgehen", forderte Grassley im vergangenen Jahr im Senat.

Anice Hoachlander/Hoachlander Davis Photography

Marwood - das Anwesen, auf dem Joseph Kennedy lebte, als er als in den 1930er Jahren erster Vorsitzender der US-Wertpapieraufsicht SEC war.

In Washington ist Marwood mit einer 18-köpfigen Mannschaft vertreten. Frühere Kongressmitarbeiter zählen zum Team, ebenso wie ehemalige Behördenangestellte, die bestens darüber Bescheid wissen, wie der Prozess der Entscheidungsfindung in der Regierung abläuft. Vom Kennedy-Clan ist nur Firmengründer Edward Kennedy Junior, kurz Ted Junior, direkt involviert. Die Cousins Robert F. Kennedy Junior und Stephen Smith Junior fungieren als leitende Berater. Marwood verschickt im Jahr rund 200 Analysen und arrangiert für Klienten persönliche Beratungsgespräche mit Analysten. Die Kunden entrichten eine Jahrespauschale für diese Dienste.

Vor rund zehn Jahren fing das Unternehmen damit an, über Themen des Gesundheitswesens zu recherchieren und die Kunden über wahrscheinliche Ergebnisse zu beraten. An der Wall Street sei "die Fähigkeit, wie man Risiken der Gesetzgebung auf Bundes- und Staatsebene und bei der Aufsicht erkennen und bewerten kann, äußerst schwach ausgebildet gewesen", erzählt Marwood-Sprecher McKeon in Vertretung der Mitarbeiter des Unternehmens. Bei der Ablehnung oder Zulassung eines neuen Medikaments im Besonderen handele es sich um einen Regierungsakt, der die Börse zu schnellen und dramatischen Reaktionen veranlassen könne.

Gemäß den US-Wertpapiergesetzen ist es im Allgemeinen verboten, auf Basis wichtiger, nicht öffentlicher Informationen über die Aktivitäten in Bundesbehörden Handelsgeschäfte abzuschließen. Gleichzeitig ist es aber Firmen und anderen Akteuren, die politische Nachrichten beschaffen, rechtlich erlaubt, ein Mosaik an Informationen zusammenzutragen. Sie dürften einer Vielzahl von Quellen sowohl innerhalb als auch außerhalb der Regierung Aussagen entlocken, mit denen sich eine Investmententscheidung treffen lässt. Bis jetzt haben die Branchenwächter noch kein einziges Insiderhandelsverfahren gegen die Anbieter politischer Informationen auf den Weg gebracht.

SEC führt eine breite Ermittlung durch

Dass die SEC jetzt Marwood genauer unter die Lupe nimmt, ist Teil einer breiter angelegten Ermittlung. Die Börsenaufsicht will herausfinden, ob im Zusammenhang mit Aktien der Amylin Pharmaceuticals im Jahr 2010 unzulässige Handelspraktiken im Spiel waren, berichten mit der Untersuchung Vertraute. Damals sollte die FDA über die Zulassung eines Diabetes-Medikaments namens Bydureon befinden, das Amylin neu entwickelt hatte.

Die Zulassung des Mittels wäre für das Unternehmen ein Großereignis gewesen. Analysten gingen damals davon aus, dass es mit dem injizierbaren Arzneimittel, das nicht mehr täglich, sondern nur noch wöchentlich verabreicht werden müsste, über eine Milliarde Dollar im Jahr einnehmen könnte. Amylin wurde in der Zwischenzeit vom Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb übernommen, der keinen Kommentar abgeben wollte.

Marwood machte sich ans Werk, um alle erdenklichen Ansatzpunkte auszuleuchten, wie es denn bei der FDA um die Chancen des Mittels auf Zulassung bestellt sei.

Von der Branchenaufsicht angeforderte E-Mails und Gespräche mit an den Ermittlungen Beteiligten lassen erkennen, dass die Firma ihre Vorhersage auf Informationen stützte, die sie aus einem weiten Spektrum an Quellen zusammengesammelt hatte. Zu Rate gezogen wurden ehemalige Regierungsangestellte, schwer zugängliche öffentliche Dokumente, Verhaltensanalysen und Einschätzungen darüber, wie stark der politische Druck war, dem die beteiligten Beamten ausgesetzt waren. Marwood setzte sich zudem mit früheren Entscheidungen der FDA auseinander und versuchte, sich ein Bild darüber zu machen, wie die Verantwortlichen in der Zulassungsbehörde tickten. Die Informationen über die Befindlichkeiten in der Behörde lieferte ein ehemaliger Chefjustiziar des Amts.

Der Verantwortliche beobachtete die FDA seit Jahren

Für das Projekt war bei Marwood Stephen Williams verantwortlich. Der Pharmakologe arbeitete noch nicht lange bei der Firma. Die anstehende Entscheidung über Amylin und das Diabetes-Medikament würde ihn erstmals richtig auf die Probe stellen. Williams verfolgte die Prozesse der Entscheidungsfindung bei der FDA schon seit Jahren. Er wusste, auf welche Hinweise er achten musste, um mehr über die Einstellung der FDA herauszufinden.

Auf Gold stieß er, als die schweizerische Pharmagruppe Roche vor der Konferenz der American Diabetes Association im Juni 2010 mitteilte, bei Tests eines konkurrierenden Diabetes-Mittels auf unerwartete Probleme zu stoßen. Viele Beobachter interpretierten diesen Hinweis als gute Nachricht für Amylin. Denn möglicherweise würde so das Medikament eines Rivalen abgeblockt. Für Williams stellte sich die Situation genau umgekehrt dar, sagen Vertraute von ihm. Was wäre, wenn die Schwierigkeiten, auf die Roche getroffen war, die Beamten der FDA aufgeschreckt hätten und sie dazu veranlassten, das Amylin-Präparat mit erhöhter Skepsis zu prüfen?

Außerdem war Williams der Ansicht, dass die Behörde nach einigen Fehlschlägen bei vorangegangenen Zulassungen seitens eines neuen stellvertretenden FDA-Kommissars und seitens des US-Kongresses unter Druck stand. Das könnte bedeuten, dass das Amt bei künftigen Entscheidungen vorsichtiger agieren würde.

Sein Eindruck verstärkte sich im Juli 2010. Damals nahm Williams an einer öffentlichen Sitzung eines FDA-Beratungsausschusses teil. Zwei Tage lang hörte er sich in einem tristen Veranstaltungsraum in einem Hotel in einem Washingtoner Vorort wissenschaftliche Präsentationen an. Während der Konferenz überzog David Graham, ein leitender FDA-Beamter, die Behörde mit Kritik. Sie prüfe einige Medikamente nicht genau genug, bevor sie sie freigebe, wetterte er.

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Der leitende FBA-Beamte David Graham überzog Marwood mit Kritik.

Graham stand zwar in dem Ruf, ein notorischer Kritiker der Behörde zu sein. Außerdem saß er nicht in dem Gremium, das über die Genehmigungen befindet. Doch auch wegen der Äußerungen des Wissenschaftlers setzte sich bei Williams die Überzeugung fest, dass vor Amylin ein weitaus steinigerer Weg liegen könnte, als allgemein gedacht.

Um seine Theorie auf den Prüfstand zu stellen, lud die Firma Sheldon Bradshaw ein. Der ehemalige FDA-Chefjustiziar wusste, wie die Entscheider bei der Zulassungsbehörde persönlich gestrickt waren, berichten Marwood-Vertreter. Er sei "von Marwood beauftragt worden, öffentlich zugängliche Informationen zu prüfen und auf der Basis meiner Kenntnisse über die politischen Richtlinien und Vorgehensweisen der FDA Einblicke in die Behörde zu gewähren", sagt Bradshaw.

Im Herbst 2010 sah Marwood die Zeit gekommen, sich zu Wort zu melden. In einem E-Mail-Rundschreiben zu "aufsichtsrechtlichen Neuerungen" ließ die Firma am 23. September ihre Kunden wissen, der FDA stünde "bei Bydureon möglicherweise eine schwierigere Entscheidung bevor, als allgemein angenommen". Eine mögliche "interne Debatte bei der FDA" könnte "die derzeitige Überprüfung des Amylin-Medikaments beeinflussen", hieß es in der Mitteilung.

Williams recherchierte unterdessen weiter. Unter anderem versuchte er, an "harte Infos" über die Befindlichkeiten innerhalb der FDA heranzukommen, wie in einer E-Mail zu lesen ist, die er an Kollegen schickte und die den Ermittlern vorliegt.

Firmen blieben trotz Warnung optimistisch

Jeff Coughlin leitet eine Beratungsgesellschaft, die zu Marwood gehört. Er schrieb in einer E-Mail an einen Kunden, er habe von "FDA-Quellen" erfahren, dass Graham von der FDA "Krach schlage", um eine Verzögerung der Zulassung zu erwirken. Die SEC hat diese E-Mail gerichtlich angefordert und erhalten.

Die Wortwahl in der E-Mail sei unsachgemäß gewesen, räumt McKeon ein, der sich im Auftrag aller Marwood-Mitarbeiter äußert, Coughlin mit eingeschlossen. Nach den Angaben von McKeon habe Coughlin für seine Informationen auf eine einzige Quelle zurückgegriffen, und diese Quelle sei Williams gewesen. Die Angestellten von Marwood "rufen nicht direkt bei der FDA an, um sich Informationen zu beschaffen". Und sie "fordern auch die Berater nicht dazu auf oder erwarten das von ihnen", sagt McKeon.

Bei der FDA sei man sich bewusst, dass Firmen wie Marwood "ständig Vorhersagen darüber treffen, was wir vielleicht tun könnten, ausgehend von den Informationen, die sie gesammelt haben, und von dem, was sie denken, wie wir vielleicht denken. Das bedeutet aber nicht, dass sie über einen direkten Zugang zu uns verfügen", sagt die FDA-Sprecherin Karen Riley.

Trotz der Warnungen von Marwood über die möglichen Schwierigkeiten für das Amylin-Präparat blieben die Wall-Street-Firmen größtenteils optimistisch. Einen Tag nach der Aussendung des Marwood-Berichts hielt die Deutsche Bank eine Telefonkonferenz mit Investoren ab, auf der sie verkündete, die FDA werde das Medikament wahrscheinlich genehmigen.

Bis zum 15. Oktober 2010, also drei Wochen nach dem Warnhinweis von Marwood, waren die Amylin-Aktien im Jahresvergleich um 48 Prozent geklettert. Jim Cramer, Moderator der bekannten amerikanischen Sendung "Mad Money", empfahl die Aktien unter anderem deswegen zum Kauf, weil davon auszugehen sei, dass die FDA grünes Licht für das Mittel geben werde.

FDA verlangte weitere Tests - die Aktie stürzte ab

Marwood solle sich nicht in Spekulationen darüber ergehen, welche Schritte die FDA neben der Verzögerung der Zulassung für das Mittel sonst noch einleiten könnte, hatte Williams seinen Kollegen geraten, wie aus einer der angeforderten E-Mails ersichtlich wird. Eine Verzögerung der FDA, aus welchen Gründen auch immer, "ist dabei ein Punkt für uns", hatte er geschrieben.

Er hatte Recht. Nach Börsenschluss am 19. Oktober 2010 wartete Amylin mit einer wichtigen Mitteilung auf. Anstatt Bydureon zuzulassen, habe die FDA weitere Tests für das Diabetes-Medikament verlangt, gab das Pharma-Unternehmen bekannt. Die Papiere von Amylin, die vor dieser Nachricht bei 20,49 Dollar geschlossen hatten, sackten am nächsten Handelstag auf knapp über elf Dollar ab.

Williams wurde per E-Mail von seinen Kollegen mit Glückwünschen zu seinem Coup überhäuft. Der Fernsehmoderator Cramer gestand seinen Fehler ein und gab vor laufender Kamera vor, auf einer ausgestopften Krähe herum zu kauen.

Marwood schickte ihren Klienten eine Anschlussmitteilung. Die Firma habe "erfahren, dass Diskussionen innerhalb der FDA zu internen Meinungsverschiedenheiten" über die Genehmigung von Bydureon geführt haben könnten, hieß es darin. Die Bedenken seien wahrscheinlich von der Abteilung für Epidemiologie ausgegangen, der auch der streitlustige David Graham angehört.

Ein Marwood-Kunde namens Health Cor Management hatte auf fallende Amylin-Aktien gewettet, nachdem die Firmenanalystin Holly Pippitt den Bericht vom 23. September erhalten hatte, sagt eine mit den Handelsaktivitäten des Fonds vertraute Person. Pippitt hat den Fonds mittlerweile verlassen und konnte nicht für eine Stellungnahme erreicht werden. An Health Cor sei eine Vorladung der SEC ergangen.

Die meisten Hedge-Fonds müssen ihre Aktienbestände quartalsweise offenlegen. Dabei sind sie allerdings nicht verpflichtet, aufzudecken, welche Aktien sie auf Verkauf gesetzt haben. Health Cor lehnte es ab, genauer Auskunft darüber zu geben, bei welchen Aktien der Fonds Leerverkäufe vornimmt.

Ein anderer Hedge-Fonds-Kunde von Marwood ließ sich von den Nachforschungen der Firma allerdings nicht beeindrucken. Partner Fund Management hielt nach eigenen Angaben 7,9 Millionen Amylin-Aktien und gehörte damit zu den größten Anteilseignern, als Marwood am 23. September seinen Warnbericht herausgab.

Ein Analyst des Fonds nahm Anstoß an dem Marwood-Bericht und rief bei dessen Verfasser an, um mit ihm über die Ergebnisse zu debattieren. Ein Bericht wie der von Marwood sei nur einer von vielen Faktoren, die bei Partner Fund in die Investmententscheidungen einfließen, sagt Kimberly Summe, die Justiziarin des Fonds. In diesem Fall "waren wir zu der Ansicht gelangt, dass die Marwood-Recherchen Quatsch sind."

Anstatt Amalyin-Aktien abzustoßen oder leer zu verkaufen, legte sich Partner Fund weitere Papiere des Pharmakonzerns zu. Am 19. Oktober, als Amylin mit den schlechten Nachrichten herausrückte, hielt der Fonds rund 450.000 zusätzliche Aktien der Firma. Am nächsten Tag, als sich die Titel bereits auf Talfahrt befanden, warf Partner Fund 3,1 Millionen Aktien auf den Markt. "Unseren Fonds hat es ganz klar auf dem falschen Fuß erwischt. Unsere Investoren haben einen Verlust erlitten", gibt Summe zu.

Letztendlich hellten sich die Aussichten für Amylin aber wieder auf. Im Januar 2012 erteilte die FDA dem Diabetes-Medikament die Zulassung und die Aktien des Unternehmens schnellten um fast 20 Prozent in die Höhe. Fünf Monate später erklärte sich Bristol-Myers Squibb dazu bereit, das Unternehmen zu kaufen - für mehr als das Doppelte des Januar-Kurses.

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