• The Wall Street Journal

Samaras sieht Fortschritte in Griechenland

    Von BEATE PREUSCHOFF und SUSANN KREUTZMANN

BERLIN – Griechenlands Ministerpräsident Antonis Samaras sieht sein Land trotz aller Schwierigkeiten auf einem guten Weg. „Ich sehe das Glas halb voll, die Dinge werden besser gehen", betonte Samaras bei einem Besuch in Berlin. „Wir liefern, und Europa hilft", sagte Samaras am Dienstag. In Anwesenheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel versprach der griechische Ministerpräsident, sein Land tue alles Erforderliche, um das Vertrauen der Europäischen Union und der Märkte zurückzuerlangen. „Wir möchten das Bestmögliche tun, um Liquidität zu gewährleisten", sagte Samaras.

Timur Emek/dapd

Angela Merkel und Antonis Samaras am Dienstag in Berlin.

Um sein Land auf den richtigen Weg zu bringen, würden „systematische Maßnahmen" ergriffen und entsprechende Gesetzentwürfe eingebracht. Er verwies darauf, dass er „von vornherein klarstellen möchte", dass sein Land große Anstrengungen unternommen und Opfer gebracht habe. Vor allem unter der hohen Arbeitslosigkeit, insbesondere der Jugend, leide Griechenland. Mehr als die Hälfte aller jungen Griechen unter 26 Jahre sind ohne Arbeit.

Merkel betonte, dass sie mit Samaras über die anstehenden Aufgaben innerhalb der EU beraten wolle. Dabei verwies sie darauf, dass eine stärkere wirtschaftliche Koordinierung verabredet werden müsse. Sie wolle sich zugleich über die Fortschritte bei der Umsetzung des Reformprogrammes in Griechenland informieren, sagte die Kanzlerin. Außerdem wolle sie Samaras berichten, welche wirtschaftliche Lage in Deutschland zu erwarten sei. „Denn auch wir müssen alles daransetzen, Wirtschaftswachstum und damit Sicherheit für Arbeitsplätze zu garantieren", unterstrich Merkel.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lobte die Reformanstrengungen in Griechenland. In Griechenland sei viel Positives passiert, sagte Schäuble nach Angaben eines Konferenzteilnehmers an einer Veranstaltung der Tageszeitung Die Welt. Schäuble verwies in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der Lohnstückkosten in Griechenland. Alle Zeichen in Griechenland sprächen für einen Fortschritt der Reformen, betonte Schäuble nach Angaben des Konferenzteilnehmers.

Insgesamt sieht der deutsche Finanzminister beachtliche Fortschritte seit Beginn der europäischen Schuldenkrise. Europa brauche vor allem eines und das sei „mehr Wettbewerbsfähigkeit". Deshalb dürften jetzt keine Fehlanreize gesetzt werden. Eine Alternative zum europäischen Weg gibt es nach Auffassung von Schäuble nicht.

Das heiße in der Konsequenz aber auch, dass manchmal zweitbeste Lösungen akzeptiert werden müssten. Maßnahmen müssten gleichwohl genau überlegt werden wie etwa die Ausgestaltung der Bankenunion. Schäuble plädierte nochmals für eine Stärkung des EU-Währungskommissars und eine intensivere Einbeziehung des Europäischen Parlaments.

—Mitarbeit: Andreas Kißler

Kontakt zu den Autoren: beate.preuschoff@dowjones.com und susann.kreutzmann@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Australische Villa im Zeichen des Drachens

    Feurig kommt dieses Luxusanwesen im australischen Melbourne daher: Auf dem Dach wacht ein mächtiger Terrakotta-Drache und im Haus lodern dutzende Kaminfeuer. Die Ausstattung mit Tennisplatz, Pool und ausgiebigen Ländereien lässt es jedem Australien-Fan warm ums Herz werden.

  • [image]

    Alt, neu, kurios und nicht chancenlos – Parteien zur Europawahl

    In Deutschland sind 25 Parteien zur Europawahl zugelassen. Neben den etablierten Bundestagsparteien können sich die Wähler für eine Menge kurioser Alternativen entscheiden – von der Christlichen Mitte bis zur Bayernpartei. Da die 3-Prozent-Hürde gefallen ist, haben die Kleinen sogar eine Chance.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 15. April

    Wilde Tulpen in Afghanistan, Wasserfontänen in China, der Vollmond über Schanghai und Ordensbrüder mit wunden Füßen in Spanien. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Die furchterregendste Gondelfahrt der Welt

    Was Besuchern den Angstschweiß auf die Stirn treibt, ist für die Einwohner der georgischen Stadt Tschiatura Alltag. Die Seilbahnen aus der Stalin-Zeit an den Hängen des Kaukasus fahren trotz Rost noch immer.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.