• The Wall Street Journal

Intel will den Chip-Markt (wieder) aufmischen

    Von DON CLARK

LAS VEGAS—Intel will sich in Zukunft stärker auf elektronische Bausteine für Smartphones in aufstrebenden Märkten konzentrieren. Außerdem will das Unternehmen Innovationen im Bereich von Tablets, Laptops und PCs vorantreiben.

Der Chipproduzent aus Silicon Valley nutzte die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas dazu, Updates seiner zahlreichen Mikroprozessorlinien vorzustellen. Unter anderem hat sich das Unternehmen vorgenommen, den hohen Energiebedarf in einigen mobilen Computern deutlich zu reduzieren. Außerdem soll die Entwicklung von tischplattenförmigen PCs vorangetrieben werden.

dapd

Kirk Skaugen

Intel ist ein Spätstarter auf dem Smartphone-Markt. Trotzdem gelang es dem Unternehmen in 2012, seine Prozessoren der Atom-Reihe in Geräten von sieben Herstellern unterzubringen. Die meisten dieser Produkte werden außerhalb der USA verkauft. Hauptgrund: Intel bietet bislang keine Unterstützung für die vierte Mobilfunkgeneration an, die bei US-Konsumenten immer beliebter wird.

2013 wird Intel seine Strategie weiter vorantreiben und neue Atom-Modelle mit weiteren Funktionen für aufstrebende Märkte ins Programm nehmen, sagte Mike Bell, der bei Intel für die mobilen Bereiche zuständig ist. Er erklärte, Branchenanalysten würden damit rechnen, dass in diesem Bereich bis 2015 Absätze im Umfang von 500 Millionen Einheiten erreichbar seien.

Um auch den Tablet-Markt anzugreifen, will Intel eine neue Chip-Familie mit Codenamen Bay Trail produzieren, die bis Ende 2013 auf den Markt kommen soll, sagte Bell.

In der Zwischenzeit hat Intel auf Tablet-Trend mit besonders dünnen Notebooks – den so genannten Ultrabooks – reagiert. In manchen Fällen können die Laptops auch so gedreht werden, dass sie als Tablets verwendet werden können. Wirklich Erfolg gehabt hat Intel mit dieser Strategie bisher noch nicht. Ein Grund dürfte sein, dass Ultrabooks zum Teil immer noch deutlich teurer sind als vergleichbare mobile Computer.

Kirk Skaugen ist bei Intel für die PC-Abteilung zuständig. Er erzählt, dass sich das Bild verändert. Wo man 2011 noch 999 US-Dollar zahlte, sollen Ultrabooks mit Touchscreen Ende 2013 nur noch 599 Dollar kosten. So schätzt man die Entwicklung zumindest bei Intel momentan ein.

Der US-Konzern will die Nachfrage steigern, indem er den Energiebedarf einiger Chip-Modelle senkt und ihre Einführung beschleunigt. Eine Variante der Core-Linie sollte zum Beispiel eigentlich mit einem Stromverbrauch von 10 Watt auf den Markt kommen. Wie Skaugen berichtet, soll sie nun bereits früher als erwartet erscheinen und nur 7 Watt benötigen. Er ergänzt, dass einige neue Ultrabooks, die auf Intels neuen Technologien basieren sollen, eine Akkulaufzeit von bis zu 13 Stunden haben sollen.

Intel knüpft Voraussetzungen an Ultrabooks

Wenn Intel seine neuen Core-Chips für Ultrabooks ausliefert, wird man einige Voraussetzungen daran knüpfen. Wenn Hersteller die Marke für ihre Produkte verwenden wollen, müssen diese über Touchscreens verfügen, sagt Skaugen. Außerdem werden die Computer in der Lage sein, drahtlos Bilder auf Fernsehgeräte zu übertragen, die mit der richtigen Empfangstechnologie ausgestattet sind.

Doch es sind nicht nur die tragbaren Geräte, auf die Intel wettet. Stattdessen setzt das Unternehmen auch auf eine Evolution der heutigen „All-in-one"-Computer. Sie sollen irgendwann so aussehen, dass sie auf einer flachen Oberfläche liegen können. Während einer Pressekonferenz auf der CES zeigte das Unternehmen, wie sich solch ein Computer zum Beispiel zum Spielen einer Partie Monopoly oder Poker einsetzen lassen kann.

Zum Ende der Veranstaltung zeigte Intel dann noch eine Reihe von Vorzügen von PCs, die man als „wahrnehmendes" Computing beschrieb, da sie Stimme und Gesten des Nutzers interpretieren können. Wenn man zum Beispiel eine Hand vor einem Bildschirm bewegt, erscheint das Bild einer Hand in einem Computerspiel – als Ersatz für eine Maus oder eine Tastatur. Jahrelang hätten Nutzer auf solch eine Steuerungsmöglichkeit verzichten müssen, meint Skaugen. 2013 soll sich das ändern.

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