• The Wall Street Journal

Wie Sony-Chef Kazuo Hirai die Welt sieht

    Von DAISUKE WAKABAYASHI
dapd

Sony-Chef Kazuo Hirai bei der CES-Pressekonferenz in Las Vegas.

Es ist weniger als ein Jahr her, dass Kazuo Hirai bei Sony den Chefposten von Howard Stringer übernommen hat. Seitdem hat er das Unternehmen auf drei zentrale Wachstumsbereiche ausgerichtet: mobile Produkte, Spiele und medizinische Geräte.

Er hat Kosten eingespart, um den Verlusten in der Fernsehersparte ein Ende zu bereiten. Außerdem hat er das Firmenportfolio von Sony überarbeitet und so zum Beispiel den Spielestreamingdienst Gaikai gekauft und die Sparte für chemische Produkte abgestoßen.

Hirai trat bei der Consumer Electronics Show auf, um die Fortschritte des Unternehmens darzustellen. Sony sei auf dem Weg zu einem Comeback, sagte er.

Nach dem Auftritt beantwortete Hirai eine breite Palette an Fragen – wie die Umsätze mit der PlayStation Vita aussähen („am unteren Ende unserer Erwartungen") und ob die Gerüchte wahr seien, dass Sony seine Unterhaltungssparte verkaufen wolle („Sie steht nicht zum Verkauf.").

Hirai bemühte sich, nicht in die Schlagzeilen zu geraten, doch einige spannende Einblicke konnte er trotzdem geben.

Will Sony aus dem TV-Geschäft aussteigen?

Hirai sagt, es gäbe keine Pläne, die Sparte komplett abzustoßen. Sony suche derzeit nach dem klügsten Weg, in den Bereich zu investieren. „Es ist weiterhin ein wichtiges Gebiet", sagt Hirai.

Ist Sony noch auf Kurs, um die TV-Sparte wieder profitabel zu machen?

Hirai erinnert an seine Aussage, dass Sony erst schrumpfen müsse, um wieder zu wachsen. Dazu habe man einige Marktanteile abgegeben. „Als erstes müssen wir aufhören, Fernseher in den Markt zu pumpen, da das derzeit ein Verlustgeschäft ist", sagt Hirai. „Zuerst müssen wir das Ausbluten beenden."

Wie sehen die Umsätze mit der PlayStation Vita aus?

„Sie sind am unteren Ende unserer Erwartungen", sagt Hirai. Allerdings dauere es fünf bis zehn Jahre, bevor er sagen könne, ob ein Produkt erfolgreich war. Über die PlayStation 3 wurden am Anfang des Produktzyklus ähnliche Fragen gestellt, und heute sehe er die Konsole als Erfolg. „Der langfristige Erfolg zählt", sagt er.

Wie lief das Weihnachtsgeschäft?

Es habe in etwa den Erwartungen entsprochen, jedoch habe Sony im November seine Gewinnerwartung für das Gesamtjahr nach unten korrigiert.

Es gibt Gerüchte, dass Sony Music und Sony Pictures zum Verkauf stehen. Ist da etwas dran?

„Ich habe das schon so oft gesagt. Diese Sparten stehen nicht zum Verkauf. Womöglich sagen viele Leute, dass sie Interesse hätten, wenn Sony die Sparten verkaufen wollte. Doch das bedeutet nicht, dass sie zum Verkauf stehen", sagt Hirai.

Will Sony womöglich das Batteriegeschäft oder eine andere Sparte verkaufen?

Hirai sagt, Sony ziehe einen Verkauf des Batteriegeschäfts in Betracht, doch es sei noch nichts entschieden. Verkauft würde es womöglich dann, wenn sich herausstellt, dass es weder zum Elektronikgeschäft beiträgt, noch Sony in den Schwellenmärkten positioniert oder der Sparte für Medizingeräte hilft. „Ich lasse nichts unversucht", sagt er.

Was war die Reaktion bei Sony auf die Nachricht, dass Nvidia in das Geschäft mit tragbaren Spielekonsolen einsteigt?

Hirai sagt, dass es noch zu früh sei, um den Schritt zu beurteilen. Doch das Geschäft mit Videospiele-Hardware sei sehr umkämpft und viele Hersteller mühten sich, eine solche Sparte aufzubauen. „Es ist nicht leicht, dort einzusteigen", sagt Hirai.

Wie gut verkauften sich im Weihnachtsgeschäft die Windows-8-PCs?

Hirai sagt, die Umsätze seien wie in der ganzen Branche enttäuschend gewesen, doch es gebe einige Windows-8-Vaios von Sony, die weiterhin stark nachgefragt seien. In einigen Märkten würden PCs mit dem Betriebssystem Windows 7 stark im Preis reduziert, um die Vorräte abzubauen, was den Umsätzen mit Windows-8-PCs schade.

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