• The Wall Street Journal

BHP-Billiton-Chef Marius Kloppers tritt zurück

    Von ROBB M. STEWART und JOHN W. MILLER

MELBOURNE—Der Vorstandschef des nach Börsenwert weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton, Marius Kloppers, tritt im Mai nach fünf Jahren an der Spitze des Unternehmens zurück. Der Führungswechsel ist ein weiteres Zeichen für die maue Branchenlage, unter der Bergbaukonzerne momentan weltweit leiden. BHP Billiton selbst meldete am Dienstag, dass sein Halbjahresgewinn um 58 Prozent eingebrochen ist.

Reuters

Der Chef des nach Umsatz weltgrößten Bergbaukonzerns BHP Billiton, Marius Kloppers, tritt im Mai zurück.

Der Abgang des gebürtigen Südafrikaners steht grundsätzlich schon seit November fest. Aber kaum jemand in der Branche hatte damit gerechnet, dass der 50-Jährige schon so schnell abgelöst werden würde. Sein Nachfolger wird am 10. Mai Andrew Mackenzie, 56, der seit 2008 im Konzern die Abteilung für Nichteisenmetalle leitet.

Kloppers musste als Chef heftige Kritik einstecken, weil er mit einigen Fusionsplänen gescheitert war – unter anderem platzte ein Zusammenschluss mit dem Branchenrivalen Rio Tinto – und weil er große Abschreibungen vornehmen musste.

Auch andere große Rohstoffkonzerne wechselten jüngst ihre Führungsriege aus, weil Aktionäre von überzogenen Kosten und verzögerten Projekten die Nase voll haben. Viele Minenvorhaben, die während des Rohstoffbooms vor fünf Jahren angefangen wurden, laufen weiter, obwohl die Preise wegen der nachlassenden Nachfrage aus China und Europa stark gesunken sind.

In den vergangenen 18 Monaten wurden rund zwei Dutzend Konzernchefs im Bergbau ausgetauscht. Unter ihnen ist Tom Albanese, der Ex-Chef des zweitgrößten Bergbaukonzerns Rio Tinto, der Anfang des Jahres Platz machte für Sam Walsh. Zuvor hatte Rio Tinto wegen Abschreibungen von 14 Milliarden US-Dollar erstmals nach fast zwei Dekaden einen Jahresverlust gemeldet.

Beim weltgrößten Platinproduzenten Anglo American bereitet sich die Vorstandschefin Cynthia Carroll auf ihren Rücktritt vor; sie wird nach Aktionärskritik an verkorksten Minenvorhaben in Brasilien im April das Ruder an Mark Cutifani abgeben, der noch Chef von Anglogold Ashanti ist.

Der einzige, dessen Stuhl in der Riege der fünf weltgrößten Bergbaukonzernen noch nicht wackelt, ist momentan Ivan Glasenberg, der Chef des bald fusionierten Rohstoffriesen Glencore Xstrata .

Zeitgleich zum Personalwechsel gab BHP Billiton seine Halbjahresergebnisse bekannt. Demnach fiel der Nettogewinn für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres im Jahresvergleich von rund 10 Milliarden auf 4,24 Milliarden Dollar. Die vorläufige Dividende soll trotzdem um 3,6 Prozent steigen.

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