• The Wall Street Journal

Börsenbetreiber Nyse will Europa-Geschäft behalten

    Von FRANCESCO GUERRERA und JENNY STRASBURG

Der New Yorker Börsenbetreiber Nyse will seine Europa-Tochter Euronext nicht an einen Rivalen verkaufen. Das sagte Duncan Niederauer, Chef der Nyse, im Gespräch mit dem Wall Street Journal.

Im Dezember war bekannt geworden, dass die Rohstoff- und Derivatebörse Intercontinental Exchange die Nyse für 8,2 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Die Euronext mit den Börsenplätzen Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon sowie der Derivatebörse Liffe soll im Zuge dessen abgespalten werden, wurde damals erklärt.

Das fachte Gerüchte an, die US-Mutter könnte die europäische Tochter verkaufen wollen. Der Chef von Nyse Euronext, wie der Konzern vor der Abspaltung noch heißt, sagte nun, das sei nicht geplant. Auch wenn die Konkurrenz des Börsenbetreibers an der Europa-Sparte interessiert sind, wie das Wall Street Journal erfuhr. Demnach haben sowohl der US-Börsenbetreiber Nasdaq als auch die London Stock Exchange Anfragen über einen Kauf von Euronext gemacht.

dapd

Das Logo der Nyse Euronext in New York.

Robert Greifeld, Chef des größten Nyse-Konkurrenten Nasdad, habe Kollegen und Firmenfremden erklärt, dass er den Kauf der Euronext prüfen wolle, wenn die Europa-Sparte tatsächlich zum Verkauf stehe, berichten Brancheninsider.

Niederauer sagte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos jedoch, es sei „nicht im Interesse" der Aktionäre, Euronext zu verkaufen – auch wenn Auch wenn die US-Behörden darauf drängen. „Die Regulierer wollen Stabilität", sagt Dominique Cerutti, stellvertretender Chef der Nyse und heißer Kandidat für den Chefposten einer abgespaltenen Euronext. Ob sie aber eine Konsolidierung der europäischen Börsenbetreiber wollen, stehe auf einem ganz anderen Blatt.

Wieviel die Euronext bei einer Abspaltung wert sein könnte, hat die Nyse nicht bekanntgegeben. Das Geschäft ist vergleichsweise unprofitabel. Durch neue Finanztransaktionssteuern und schärfere Regulierung kommen die Margen weiter unter Druck.

Die Nyse schätzt, dass das europäische Geschäft in den zwölf Monaten bis September 2012 für Einnahmen von 560 Millionen US-Dollar gesorgt hat. Die Investmentbanker von Sandler O'Neill + Partners glauben, dass die Sparte eine Gewinnmarge von 25 Prozent hat – verglichen mit 60 Prozent bei der ICE. Ein Börsengang könnte die Euronext mit 1,39 Milliarden US-Dollar bewerten, schätzt der Recherchedienst Equity Research Desk.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 22. Juli

    Ein mexikanischer Zirkushund im Löwenpelz, ein zerbombtes Hochhaus in Gaza, ein Lichtermeer in Australien und Roboter in China. Das und mehr zeigen unsere Fotos des Tages.

  • [image]

    Einmal zum Mond und zurück

    Am 20. Juli 1969 gewannen die USA das Wettrennen zum Mond gegen die Sowjetunion. Die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzten als erste Menschen einen Fuß auf den Mond. Ein Rückblick in Bildern.

  • [image]

    Der Absturz von MH17

    Die Menschen auf der ganzen Welt reagieren mit Schock und Trauer auf den Absturz des Fluges MH17 von Malaysia Airlines in der Ostukraine. Pro-russische Aktivisten werden beschuldigt, die Maschine abgeschossen zu haben. Die genauen Hintergründe bleiben weiter undurchsichtig. Das Flugzeugunglück in Bildern.

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    Deutschland feiert seine Weltmeister

    Deutschland hat der Nationalmannschaft einen triumphalen Empfang bereitet. Hunderttausende feierten die Weltmeister vor dem Brandenburger Tor.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen