• The Wall Street Journal

Microsoft stolpert in die Zukunft

    Von ROLFE WINKLER

Microsoft stolpert noch, aber die PC-Probleme dürften den Konzern irgendwann umhauen, wenn seine neuen Produkte nicht bald besser auf dem Markt einschlagen, als sie es bisher tun.

Associated Press

Microsoft-Geschäft in der US-Stadt Seattle: Die Zahl der Windows-7-Käufer dürfte bald abflauen, dann muss Windows 8 die Lücke füllen.

Der Softwareriese stellte am Donnerstagabend seine Ergebnisse für das zweite Geschäftsquartal vor, das im Dezember zu Ende ging. Demnach legte der Verkauf seines Betriebssystem Windows und seines Softwareprogramms Office – die beiden wichtigsten Ertragsstützen des Konzerns – gegenüber dem Vorjahr und inklusive künftiger Erlöse um 11 beziehungsweise 3 Prozent zu. Und das geschah, obwohl sich PCs im vierten Quartal weltweit 6 Prozent schlechter verkauften.

Microsoft kann dem Trend auf dem Computermarkt noch ein wenig trotzen, weil einige PC-Nutzer ihre Rechner noch auf die neuere Version von Windows aufrüsten müssen, bevor die alte aus dem Verkehr gezogen wird. Aber 60 Prozent von ihnen haben laut Microsoft das neuere Betriebssystem Windows 7 schon installiert, sodass die Zahl der Käufer bald abflauen dürfte.

Wenn das passiert, muss die allerneueste, bedienungsfreundliche Version Windows 8 die Lücke füllen. Aber schon im letzten Quartal war das Betriebssystem erstmals erhältlich, und es ist nicht ersichtlich, dass Windows 8 wirklich einschlägt.

Und wenn sich der neue Surface-Tabletcomputer in seinem ersten Quartal auf dem Markt so gut verkauft hätte, hätte das Unternehmen sicherlich dessen Absatzzahlen veröffentlicht. Hat es aber nicht. Eine potenziell beliebtere Version des Surface-Tablets, die mit noch mehr Apps kompatibel ist, soll nicht vor Februar in den Handel kommen.

Auch das häufig vergessene, aber durchaus hübsch profitable Server-Geschäft von Microsoft hat sich nicht so gut entwickelt wie erhofft. Diese Sparte, die Computerserver und diverse Unternehmenssoftware vertreibt, steuert ein Viertel zum Umsatz und operativen Gewinn von Microsoft bei. Der Bereich hätte im Dezemberquartal wohl einen größeren Schub machen müssen, wenn man berücksichtigt, dass Microsoft neue Server-Software auf den Markt brachte.

Wichtiger noch: Es sieht nach wie vor so aus, als wäre Microsoft weit davon entfernt, mit seinen Smartphones irgendwelche ernstzunehmenden Marktanteile zu holen. Das aber wäre nötig, ebenso wie mehr Schub von anderen neuen Microsoft-Produkten, um die Sorge zu zerstreuen, dass die Aussichten für das Unternehmen mau sind.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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