• The Wall Street Journal

Vier Star-Architekten und ihre heikelsten Kunden

Sie haben einige der bekanntesten Gebäude der Welt erschaffen. Doch das ist nichts im Vergleich zu den eigenen vier Wänden. Vier weltberühmte Architekten sprechen über die Herausforderung und den Nervenkitzel, sein eigenes Heim zu bauen.

    Von WSJ REDAKTION

Renzo Piano

Der 75-jährige Italiener ist hin und hergerissen zwischen seiner Liebe für Genua und Paris – zwischen seinem modernen Glashaus an der Riviera und dem weitläufigen Apartment aus dem 17. Jahrhundert in Frankreichs Hauptstadt. Also wohnt er einfach in beiden.

Ich lebe und arbeite in Paris, aber einmal im Monat verbringe ich eine Woche in meinem Haus an der Küste bei Genua. Ich betrachte meine Häuser als gegenseitige Verlängerung voneinander – wie verschiedene Räume ein und desselben Gebäudes, die durch einen einstündigen Flug und eine kurze Autofahrt voneinander getrennt sind. Kennen Sie das Lied von Josephine Baker „J'ai Deux Amours" – Ich habe zwei Lieben? Meine Frau und ich lieben beide Häuser gleichermaßen aber aus unterschiedlichen ästhetischen und emotionalen Gründen.

Star-Architekten zeigen ihr Zuhause

Shunji Ishida - RPBW

Ihre Museen und Wolkenkratzer kennt jeder. Ihre eigenen Häuser und Wohnungen nicht. Die Architekten Daniel Libeskind, Renzo Piano, Billie Tsien und Tod Williams öffnen uns die Türen zu ihren heikelsten Projekten - ihrem Eigenheim.

Unser rund 279 Quadratmeter großes Heim in Genua hat nur ein Stockwerk. Ich habe es 1991 entworfen und gebaut. Es basiert auf den für die Region typischen Gewächshäusern, die man hier in unserer hügeligen Küstenregion überall findet. Es liegt rund 90 Meter über dem Ligurischen Meer, das Land gehörte bereits meinem Vater.

Das Grundstück steigt steil vom Meer auf und wird über mehrere Terrassen schließlich flach. Sie wurden früher landwirtschaftlich genutzt. Ich habe mein Haus auf die oberste Terrasse gebaut und ein mehrstöckiges Büro direkt auf die nächstuntere Ebene. Beide Gebäude haben ein luftiges Design und das gleiche diagonal verlaufende Dach.

Die Lage des Hauses bietet Einsamkeit und Privatsphäre. Zum Beispiel kann man nicht einfach bis zum Haus fahren. Ich muss unten bei unserer gemeinnützigen Stiftung parken und dann zum Büro-Stockwerk hochfahren. Wir haben dafür extra eine kleine Seilbahn installieren lassen. Manchmal folge ich auch dem Rat meiner Frau und laufe die 400 Stufen, die wir in den Stein schlagen lassen haben, bis zum Büro hoch. Die Anstrengung, die ich auf mich nehme, bis ich mein Haus erreiche, lässt mich vergessen, mit was ich mich vorher beschäftigt habe. Und bin ich dann mal angekommen, freue ich mich umso mehr.

In meinem Haus fühlt man sich dann wie in einem offenen Loft und der Ausblick ist spektakulär. Ein laminierter Holzrahmen stützt die Glasscheiben. Für die Stützwand habe ich einen heimischen mittelgrauen Stein verwendet. Es gibt keine zentrale Klimaanlage – wir öffnen einfach die Türen für die Luftzirkulation und bringen gegen die Sonneneinstrahlung speziell angefertigte Blenden an.

Renzo Piano Building Workshop

Um zu Renzo Pianos Büro zu gelangen, hat er eine kleine Seilbahn installieren lassen.

Ich habe fünf Palmen und Feigenbäume im Inneren des Hauses gepflanzt, um ein naturnahes Gefühl zu erzeugen. Wir müssen sie regelmäßig gießen, und wenn sie zu dicht an die rund 8 Meter hohe Decke wachsen, stutzen wir sie. Der Rest des Raums ist den Arbeiten unserer Künstlerfreunde gewidmet, darunter finden sich Werke von Mark di Suvero, Bob Rauschenberg und Roberto Sebastián Matta.

Das ist mein ideales Haus. Ich liebe es, wenn der Raum flexibel, spartanisch und lichtdurchflutet ist. Wenn ich dort bin, sitze ich in meinem Klubsessel von Eames, blicke auf das Meer hinaus und denke nach. Das Meer ist ein endlos weiter, stiller Ort, und es zwingt mich, mein Hirn abzuschalten, die Hektik des Alltags abzuschütteln, die Nutzung von Technologie einzustellen. Ich bin in Genua aufgewachsen, für mich ist das Haus eine Metapher für Ruhe und Stille.

Meine Wohnung in Paris ist das Gegenteil – aber es gibt auch Ähnlichkeiten. In Paris besitzen wir das oberste Stockwerk in einem Haus aus dem 17. Jahrhundert am Place des Vosges – die älteste Wohngegend der Stadt im Viertel Marais. Alle Gebäude um den Park sind gleich: Drei Stockwerke, aus rotem Ziegelstein gebaut, Quader aus Stein und Gewölbebögen an den Sockeln. Die blauen Schieferdächer sind wie Zylinder und schaffen einen großen Innenraum, viel Platz zum Leben.

Als wir die nun 232 Quadratmeter große Wohnung 1989 gekauft haben, war sie in zwei Wohnungen auf zwei Stockwerken unterteilt. Wir vereinten die Apartments, um die Art von offenem Raum zu schaffen, die wir lieben. Dabei fielen rund 100 Tonnen an Schutt an. Während der Arbeit entdeckten wir, dass es sechs Schichten an Fußbodenbelag gab. Über vier Jahrhunderte hinweg haben die vorherigen Bewohner ihre neuen Böden eingezogen, ohne die alten zu entfernen. Es war faszinierend, wie sich eine Schicht nach der anderen herausschälte.

Als wir fertig waren, waren Wohnzimmer und Essbereich ein großer einzelner Raum. Er nimmt fast zwei Drittel des Apartments ein. Der Rest besteht aus drei Schlafzimmern. Die Wohnzimmerwände sind mit einer kunstvollen Original-Eichenvertäfelung verkleidet – wie in einem Schloss. Und auf jeder Seite des Raumes gibt es vier zwei Meter hohe Fenster. In der Ferne sehe ich den Eiffelturm und das Centre Georges Pompidou, dass ich gemeinsam mit Richard Rogers und Gianfranco Franchini 1977 entworfen habe. Ich liebe es, auf das Gebäude zu blicken. Denn es erinnert mich daran, kreative Risiken einzugehen.

Renzo Piano Building Workshop

Der Innenraum des Büros in Pianos Haus in Genua.

In Genua bin ich völlig umgeben von der Natur, in Paris ziehe ich mich in einen Kokon aus dem 17. Jahrhundert zurück. Wenn ich auf all die anderen Gebäude rings um den Platz schaue, haben sie alle exakt das gleiche Design. Das gibt mir ein Gefühl von Gemeinschaft und Anonymität zugleich.

Die Einrichtung in unserer Wohnung in Paris entspricht der in Genua – der gleiche Tisch, Stühle, Lichtinstallationen und ein Klubsessel von Eames. Das ist nicht deshalb, weil mir die Phantasie fehlt. Ich erfreue mich einfach an dem Gefühl von Heimat. Alles andere ist funktional und spielt eine untergeordnete Rolle.

Meine Häuser sind also sehr verschieden. Doch der Lebensraum in beiden folgt der gleichen Logik. Offenheit und Toleranz. Zuhause sollten die Dinge nicht formal oder präzise sein. Sie sollten das Haus mit Farbe füllen und sich organisch mitentwickeln, je länger man dort lebt. Sie sollten zeigen, wer man ist, wie die Linien auf einem Gesicht. Dinge sollten niemals das Gefühl, das ein Raum bei einem erzeugt, ersetzen.

—Aufzeichnung: Marc Myers

Daniel Libeskind

Kurz nachdem er 2003 die Ausschreibung für die Neugestaltung des Ground Zero in New York gewonnen hatte, bekam Daniel Libeskind einen Anruf von seiner Frau. Er hielt gerade Vorlesungen in Toronto. Sie hatte eine Wohnung gefunden, die zum Verkauf stand, in einem 1907 erbauten Gebäude in TriBeCa. Sobald sie ihm seine Fragen zum natürlichen Lichteinfall beantwortet hatte und als sie ihm vom Panoramablick über Manhattan erzählte, wollte er es haben. „Absolut", erinnert er sich. Uns erzählt der 66-jährige Architekt von der ein Jahr andauernden Renovierung des Apartments, das den gesamten siebten Stock des Hauses einnimmt. Es war das erste Mal, dass er seine eigene Wohnung gestalten konnte.

Das Gebäude hat einen dreieckigen Grundriss, wie das Flatiron Buiding. Es läuft auf einen Punkt zusammen, das schafft sehr interessante Raumverhältnisse. Es ist vom Licht geleitet. Ich dachte, Licht ist der Schlüssel. Es ist ein Loft-artiger Raum, mit hohen Decken, offenen Rohren. Der Boden ist aus Stein, die Ausleuchtung optimal und der Blick auf den Ground Zero ist spektakulär.

Die Wohnung liegt nicht zu hoch und nicht zu niedrig. Wenn man höher lebt, ist man eher in einer Traumwelt. Hier sieht man New York wirklich, die hohen Gebäude im Osten, Ground Zero Richtung Süden. Ich fühle buchstäblich die Vibrationen der U-Bahn. Es gibt ein Fenster, durch dass ich drei zusammenlaufende Straßen sehen kann, wenn ich herunterblicke. Und die Menschen, die dort zusammenströmen. Es ist ein sehr meditativer Blick. Die schmalen schlitzartigen Fenster in der Sauna sind exakt auf das Chrysler Building ausgerichtet.

Ich hatte die Möglichkeit, die gesamte Fläche neu zu planen. Mir war es möglich, moderne Fenster einzubauen, den Raum zu entkernen und ihn zu einem Ort umzuwandeln, in dem zu leben ich liebe. Ich hatte einen lokalen Architekten vor Ort, der die täglich anfallenden Dinge erledigte, weil ich mit der Planung von Ground Zero beschäftigt war.

Seinen eigenen Raum zu entwerfen ist wie das Nirwana. Es ist unvorstellbar fantastisch. Klar passt man sich an verschiedene Wohnungen an, aber es gibt nichts vergleichbares, wenn man den Raum selbst gestalten kann, in dem man lebt. Ich habe festgestellt, wie wichtig ein Zuhause ist. Es ist das Herzstück der eigenen Vorstellungskraft. Ich habe davor nie ein Haus als Heimat angesehen. Vorher habe ich immer in fertig eingerichteten Immobilien gelebt.

Ich war ein Kunde, meine Tochter war eine Kundin, meine Frau war eine Kundin. Ich habe mich mit verschiedenen Agenturen abstimmen müssen, wie bei einem Projekt. Hätte ich zu bestimmen gehabt, ich hätte einfach alle Wände herausgebrochen. Man muss verschiedene Befindlichkeiten berücksichtigen und einen Konsens finden. Der Bau hat mir beigebracht, wie sehr man bei dem Bau eines Zuhauses nicht nur formale Kriterien wie Raum und Licht achten muss, sondern auch die Menschen und ihre Wünsche zu berücksichtigen und zufriedenstellen, die später in der Wohnung leben. Ich habe sehr viel intuitiv gelernt. Man muss denen zuhören, die in der Wohnung leben. Man muss die kleinsten Details heraushören.

Das Apartment ist sehr zeitgenössisch. Es ist sehr funktional. Ich war schockiert, weil die Nachbarn ihre Wohnungen mit vielen Schlafzimmern unterteilt haben. Die beste Währung zur Beurteilung einer Wohnung in New York ist, wie viele Schlafzimmer vorhanden sind. Doch je weniger Räume, desto besser ist der Kontakt zur Stadt – und Freiheit. Unser Schlafzimmer hat eine rotierende Tür, es ist eine große Zinkwand, die entlang einer vertikalen Achse rotiert. Es ist ein wunderschönes Verbindungsstück. Die meiste Zeit steht sie offen, vor allem weil unsere Tochter nicht so oft hier ist.

Meine Tochter braucht viel Privatsphäre. Sie braucht einen schönen Badbereich, farbenfrohe Fliesen, einen netten Raum, nicht groß. Sie hat das Zimmer selbst eingerichtet, das schafft Identität. Jeder Bewohner sollte sein eigenes Ding machen können, wie er es mag.

Wir haben schon immer dieselben Möbel: Wir haben sie vor 30 Jahren gekauft. Die Cube-Sessel und das Sofa von Le Corbusier und einen kultigen Klubsessel von Ludwig Mies van der Rohe. Sie sind wunderschön. Ich habe nicht viel Kunst an den Wänden. Es ist karg, nicht minimalistisch, aber es hat eine meditative Wirkung.

Ein Tisch war das erste Designerstück, das ich gemacht habe. In den 1980er Jahren habe ich den Tisch für uns und unsere drei Kinder geschaffen – wir zogen damals nach Italien. Er hat eine Granitplatte und einen Unterbau aus Holz. Wir haben ihn in jeder Stadt aufgestellt und benutzt. Einmal wollte ich ihn loswerden und durch einen schöneren Tisch ersetzen. Die Kinder haben es mir verboten: „Nein, der Tisch ist Teil unseres Zuhauses." Jetzt habe ich einen speziellen Platz für den Tisch geschaffen. Manchmal haben alte Dinge eine inhärente Familienmythologie. Die Mythologie gewinnt immer.

Der Boden ist aus einem fantastischen italienischen Stein, ein blau-grauer Stein, der auch im Dom von Florenz verwendet wird. Der Boden dort sieht nach hunderten von Jahren großartig aus. Es gibt kleine Dinge, die man erst später bemerkt. Es klingt banal, aber ich wünschte, es gäbe mehr Steckdosen und Lichtschalter.

Ich arbeite viel von zu Hause aus; ich schreibe, ich zeichne. Die Intimität der eigenen Wohnung ist nichts, was man ersetzen kann. Leonardo da Vinci dachte, ein Künstler sollte nicht in einem großen Raum leben, sondern in einem kleineren, um kreativ zu sein. Das hier ist bescheiden im Vergleich zum Lebensstandard der Menschen in Manhattan. Es ist schön, denn es zwingt einen, kreativ zu werden in der Art und Weise, wie man den Raum nutzt. Viel Platz macht faul. Wenig Platz kann kreativ erobert werden. Eine moderate Größe kann zu einem Kabinett der Wunder werden.

—Aufzeichnung: Jacob Hale Russell

Billie Tsien und Tod Williams

Ihr New Yorker Penthouse reichte dem Architektenpaar nicht aus, also richteten sich Billie Tsien (63) und Tod Williams (69) noch in einer Maisonette-Wohnung ein. Für die beiden ist das, als würde sie in zwei Welten leben.

2001 wohnten Tod und ich über der Carnegie Hall. Die meisten New Yorker wussten gar nicht, dass es in einem Turm auf dem Gebäude Wohnungen gab. Die Miete war unglaublich niedrig, und bald hörten wir die ersten Gerüchte, dass die Mieter vor der Tür gesetzt werden sollen, weil dort Proberäume entstehen sollten. Das trieb uns dazu an, eine Wohnung zu kaufen – nur für den Fall der Fälle.

Wir wollten oben auf einem Gebäude wohnen, um viel Sonnenlicht und eine gute Aussicht zu haben. Wir sahen uns Penthouse-Wohnungen an und verliebten uns in eine am Central Park, die nur ein paar Blöcke von unserem Büro entfernt war. Der Besitzer des Gebäudes hatte sie in den 1960er Jahren aufs Dach gebaut. Im Innern war es heruntergekommen: zottelige Teppiche und goldverzierte Kacheln aus Rauchglas an den Wänden und Decken. Aber man konnte den Park vom 22. Stock aus sehen und es war ruhig – deshalb schlugen wir 2001 zu.

Tod und ich dachten, dass wir ein Apartment kaufen, doch tatsächlich war es eine Baustelle. Wir rissen die Grundmauern ab und errichteten einen Glaskasten, der knapp 45 Quadratmeter groß ist. Wenn man nun durch die Eingangstür geht, landet man in einer anderen Welt. Auf drei Seiten sind 2,75 Meter hohe Fenster, die vom Boden bis zur Decke reichen, die Küche ist holzgetäfelt, das Schlafzimmer ist gerade groß genug für ein Bett und aus der Badewanne im Badezimmer hat man eine tolle Aussicht. Das Penthouse ist für uns wie für andere ein ruhiges Haus auf dem Land.

2008 erhielten wir das Kündigungsschreiben von der Carnegie Hall. Da wurde uns klar, dass unser Glas-Penthouse nicht als richtiger Wohnsitz funktionieren würde. Wir konnten unsere Bücher und die Kunstsammlung nicht dorthin mitnehmen, der Platz reichte nicht aus und die Wände waren verglast. Wir überlegten kurz, das Penthouse zu verkaufen, aber es lag uns zu sehr am Herzen. Also entschieden wir uns, ein zweites Apartment zu suchen – einen Ort, an dem wir all unsere Dinge aufbewahren konnten.

Es gab ein zehnstöckiges Gebäude in der Upper West Side, das wir mochten. Es wurde 1915 von einer Genossenschaft gebaut, Wohnungen und Ateliers von Künstlern lagen sich auf den einzelnen Etagen gegenüber. Die Anordnung hatte etwas mit dem Wohngebäude über der Carnegie Hall gemeinsam. Wir fanden eine Maisonette-Wohnung, die auf der ersten Etage knapp 130 Quadratmeter groß war und auf der oberen Etage noch etwas größer.

Wir entkernten beide Etagen und strichen alles Weiß – auch die Holzböden – damit es größer wirkte. Wir schufen durch verschieden hohe Plattformen drei verschiedene Bereiche auf der ersten Etage: eine Küche, einen Ess- und einen Wohnbereich. Dann verbanden wir alles mit einer vier Meter langen Arbeitsplatte aus Marmor.

Wenn man die Wohnung betritt, ist man sofort in der Küche. Danach geht es eine Stufe hoch in einen Bereich, in dem man auf Hockern an der Theke sitzen und essen kann. Zwei Stufen höher ist dann der Wohnbereich. Unser langes Sofa steht unter dem sechs Meter hohen Fenster, das bis in den zweiten Stock hinaufreicht.

Oben gibt es einen weiteren Wohnbereich mit einem Flachbildfernseher und Sofas. Wir wollten die Wohnecke von unserem Schlafzimmer trennen, deshalb errichteten wir eine Wand aus Spezialglas mit Spiegeln dahinter. Die spiegeln das Sonnenlicht wider, dadurch entsteht eine weiche, grünliche Oberfläche.

Tod und ich sind seit 1983 verheiratet und wir sind immer zusammen – bei der Arbeit und in unseren zwei Wohnungen. Wir haben uns noch nie so gestritten, dass wir Zeit getrennt voneinander in unseren Apartments verbracht haben. Wenn wir in unserer Maisonette-Wohnungen sind, sitzt Tod gern oben und guckt Sportsendungen im Fernsehen. Ich bin am liebsten unten, bei den Büchern und dem Essen.

Wir verbringen auch viel Zeit damit, unsere Kunstwerke anzusehen. Dazu gehören Fotografien von Rachel Perry Welty, eine kleine Skulptur von Mark di Suvero und Kunst von El Anutsui. Wir lassen uns lieber von unserer Sammlung inspirieren als von anderen architektonischen Werken in Büchern.

Wenn wir Freunde zum Essen einladen, kommen sie ins Penthouse. Tod mag es dort lieber, weil er sich freier fühlt. Ich bin gern in der Maisonette-Wohnung, weil ich oft drei Bücher zur gleichen Zeit lese und sie in der Nähe haben möchte. Die größte Ironie für mich ist, dass ich mich in dem Gebäude wohlfühle, obwohl es alt ist – und ich moderne Architektur entwerfe. Damals wurden Wohnblöcke gebaut, damit man darin gut leben kann. Das scheint heute nicht immer das Ziel von Wohnarchitektur zu sein.

Obwohl unsere beiden Wohnungen nur acht Blöcke auseinander liegen, kommt es Tod und mir immer so vor, als würden wir zwischen zwei aufregenden Orten hin- und herreisen – das ist sehr belebend.

—Aufzeichnung: Marc Myers

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Panorama

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 10. Juli

    Sonnenblumen in der Ukraine, die höchste Wasserrutsche der Welt in den USA, argentinischer Freudentaumel in Brasilien und Freudenfeuer in Nordirland. Das und noch mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    7:1 – Deutschland kickt Brasilien aus der WM

    Die deutsche Nationalelf hat es mit einem sensationellen 7:1-Sieg gegen Brasilien ins Finale der Fußballweltmeisterschaft geschafft. Torjubel bei den Deutschen, Tränen bei den Brasilianern – wir haben die Fotos dazu.

  • [image]

    Wer seinen Aktionären im Dax reinen Wein einschenkt

    Unternehmen planen ihr Geschäft im Prinzip bis ins Detail. Doch nur wenige wagen es, die Zielzahlen auch ihren Aktionären zu verraten. Manche bleiben sogar ziemlich vage. Eine Studie zeigt jetzt, welche Dax-Konzerne ihren Anlegern reinen Wein einschenken.

  • [image]

    So wertvoll sind die 32 Teams der Fußball-WM

    Auf dem Feld haben die 32 Teams in Brasilien erste Duftmarken hinterlassen. Nicht alle wurden ihrer Favoritenrolle gerecht – schon gar nicht, wenn man den finanziellen Wert zugrunde legt. Wir stellen vor, welche Mannschaften die höchsten Versicherungssummen auf die Waage bringen.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.