• The Wall Street Journal

Beschäftigte stimmen neuem Tarif bei Eon zu

    Von HENDRIK VARNHOLT
dapd

Auszubildende in einem Brandenburger Umspannwerk von Eon.

Die Gewerkschaftsmitglieder beim größten deutschen Energiekonzern Eon geben sich mit Lohnerhöhungen um 2,8 Prozent zufrieden. In einer Urabstimmung nahmen die Beschäftigten die Tarifeinigung an, die die Gewerkschaften Verdi und IG BCE mit dem Arbeitgeber ausgehandelt hatten. Verdi bezifferte die Zustimmung unter den eigenen Mitgliedern auf 64,2 Prozent. Die IG BCE sprach von rund 73 Prozent Zustimmung.

Die Gewerkschaften hatten in der Tarifauseinandersetzung für rund 30.000 E.ON-Beschäftigte zunächst 6,5 Prozent mehr Lohn gefordert. In den Verhandlungen erreichten sie außer der Tariferhöhung um 2,8 Prozent und einer Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro auch eine Vereinbarung zur Übernahme von Auszubildenden: Ausbildungsabsolventen des Jahres 2014 würden befristet für 12 Monate übernommen, teilte Verdi mit. Bis zum Jahr 2016 soll zudem eine Regelung für neu gegründete Konzerngesellschaften gelten. Die Tarifbindung von Mitarbeitern, die in solche Tochterunternehmen wechseln, wird nach Verdi-Angaben mindestens bis dahin "berücksichtigt".

Den Tarifstreit bei Eon hatten Verdi und IG BCE mit für die Energiebranche bislang ungewohnter Härte ausgetragen. Die Gewerkschaften riefen sogar zur Urabstimmung über einen Streik auf. Mehr als 90 Prozent der bei E.ON beschäftigten Mitglieder von Verdi und IG BCE stimmten daraufhin für einen unbefristeten Arbeitskampf. Zur Annahme des Tarifabschlusses war deshalb die nun beendete zweite Urabstimmung nötig.

Die Tariferhöhung fällt für Eon in eine schwierige Zeit. Das Unternehmen leidet wie andere Energieversorger unter den Folgen der Energiewende: Während Strom für Verbraucher immer teurer wird, sinken die Großhandelspreise. Gründe dafür sind das zeitweise bestehende Überangebot an Strom aus Erneuerbaren Energien und die derzeit verhaltene Nachfrage in Deutschland sowie den Nachbarländern. Weil Elektrizität etwa aus Windkraft und Sonnenenergie Vorrang bei der Einspeisung hat, sind konventionelle Kraftwerke immer seltener am Netz. Eon prüft deshalb die Schließung solcher Anlagen. Der Konzern reduziert zudem die Investitionen und will weltweit rund 11.000 Stellen abbauen.

Auch beim Energieversorger RWE schwelt weiter ein Tarifstreit. In der Auseinandersetzung bei dem Eon-Konkurrenten geht es allerdings vorrangig um eine Regelung zur Beschäftigungssicherung. Nach Gewerkschaftsangaben hat sich RWE mittlerweile bereit erklärt, den Kündigungsschutz zu verlängern. Verdi und IG BCE haben mit dem Unternehmen deshalb für den morgigen Freitag eine weitere Verhandlungsrunde vereinbart. RWE will nach früheren Plänen weltweit rund 8.000 Stellen abbauen. 2.400 Arbeitsplatzstreichungen könnten hinzukommen. Auch RWE ist von den Folgen der Energiewende betroffen.

Kontakt zum Autor: hendrik.varnholt@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Ikea

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 10. Juli

    Sonnenblumen in der Ukraine, die höchste Wasserrutsche der Welt in den USA, argentinischer Freudentaumel in Brasilien und Freudenfeuer in Nordirland. Das und noch mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    7:1 – Deutschland kickt Brasilien aus der WM

    Die deutsche Nationalelf hat es mit einem sensationellen 7:1-Sieg gegen Brasilien ins Finale der Fußballweltmeisterschaft geschafft. Torjubel bei den Deutschen, Tränen bei den Brasilianern – wir haben die Fotos dazu.

  • [image]

    Wer seinen Aktionären im Dax reinen Wein einschenkt

    Unternehmen planen ihr Geschäft im Prinzip bis ins Detail. Doch nur wenige wagen es, die Zielzahlen auch ihren Aktionären zu verraten. Manche bleiben sogar ziemlich vage. Eine Studie zeigt jetzt, welche Dax-Konzerne ihren Anlegern reinen Wein einschenken.

  • [image]

    So wertvoll sind die 32 Teams der Fußball-WM

    Auf dem Feld haben die 32 Teams in Brasilien erste Duftmarken hinterlassen. Nicht alle wurden ihrer Favoritenrolle gerecht – schon gar nicht, wenn man den finanziellen Wert zugrunde legt. Wir stellen vor, welche Mannschaften die höchsten Versicherungssummen auf die Waage bringen.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen