• The Wall Street Journal

Goldminen-Anleger haben das Nachsehen

    Von LIAM DENNING

Es ist eine schwere Zeit für Gold, aber diejenigen, die das Edelmetall aus der Erde holen, sind noch schlimmer dran. Die Gold-Futures sind seit ihrem jüngsten Hoch im vergangenen Oktober um 12 Prozent gefallen. Aber der börsengehandelte Fonds (ETF) Market Vectors Gold Miners ist im gleichen Zeitraum um fast 30 Prozent gefallen.

Die Wertpapiere von Bergbaugesellschaften entwickeln sich normalerweise gehebelt im Vergleich zu den zugehörigen Metallpreisen, das heißt, ihre jeweiligen Kursausschläge in die eine oder andere Richtung fallen stärker aus. Das Problem ist: Zuletzt haben die Anleger zwar die verschärften Talfahrten miterlebt, aber nicht die Gewinne. Der Bergbau-ETF startete im Mai 2006 laut Datendienstleister Factset mit einem Kurs von 36,52 US-Dollar. Jetzt steht er bei 38 Dollar – ein Plus von gerade mal 4 Prozent in fast sieben Jahren. Der zugrunde liegende Nettovermögenswert liegt sogar leicht unter dem Startpreis.

[image] Agence France-Presse/Getty Images

Gold ist derzeit nicht so begehrt. Darunter leiden auch die Produzenten des Edelmetalls.

Ein Investment in den SPDR Gold-Aktien-ETF, der auf den Metallen selbst und nicht auf den Bergbauaktien basiert, hat in dieser Zeit einen Gewinn von 133 Prozent eingebracht. Beim Allzeithoch des ETF im August 2011 belief sich der Gewinn sogar auf 182 Prozent. Der Bergbau-ETF erreichte kurz zuvor ebenfalls sein Rekordhoch – aber nur mit einem Plus von 82 Prozent.

Die Entwicklung der zwei ETFs lief vor allem in der frühen Phase der Finanzkrise auseinander. Selbst wenn die Goldminenbetreiber das Metall herstellen, in das viele Investoren in Panik flüchten, bleiben sie doch Unternehmen, die von liquiden Kapitalmärkten abhängen. Deshalb hatte der Bergbau-ETF Ende Oktober 2008 mehr als die Hälfte seines Wertes verloren, während sich der metallpreisgestützte ETF in positivem Terrain halten konnte.

Aber die Aktien von Bergbauunternehmen hinken auch wegen schlecht geplanter Übernahmen, steigender Kosten und lausiger Dividenden hinterher. All dies hat den größten Teil der Gewinne aus dem gestiegenen Goldpreis aufgezehrt und die Anleger dort belassen, wo sie begonnen haben.

Wenn es mit dem Goldpreis nun weiter bergab gehen sollte, dann ist das für Besitzer des Bergbau-ETFs ungefähr so, als würden sie sich Betonklötze an die Beine binden.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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