• The Wall Street Journal

EU-Kommission sieht kein Wachstum für 2013

    Von CHRISTIAN GRIMM

Die EU-Kommission sagt der Eurozonen-Wirtschaft ein zähes Jahr ohne Wachstum voraus. Das maßgeblich durch die Europäische Zentralbank zurückgewonnene Vertrauen in die Gemeinschaftswährung gehe noch nicht mit einer anziehenden Kreditvergabe und einem besseren Wachstumsausblick einher.

Die Brüsseler Beamten sind bei ihrer Zwischenprognose pessimistischer als noch im Herbst 2012. In ihrer aktuellen Schätzung rechnen sie mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gegenüber 2012. Im Herbst sagten die Experten hingegen noch ein kleines Plus von 0,1 Prozent voraus.

"Die wirtschaftliche Aktivität im 2. Halbjahr des vergangenen Jahres war enttäuschend und bisher gibt es nur einige wenige Anzeichen aus den Frühindikatoren, dass die Talsohle erreicht ist", heißt es wörtlich im Gutachten aus Brüssel. Erst nächstes Jahr kann die Eurozone demnach wieder richtig Fahrt aufnehmen und voraussichtlich ein Wachstum von 1,4 Prozent erreichen.

Obwohl das laufende Jahr wohl insgesamt mit roten Zahlen schließen wird, verbessert sich die Lage ab zweiten Halbjahr zunehmend. Als Treiber der Entwicklung sieht die EU-Kommission den Export, der um 2,6 Prozent zulegen soll.

Wegen der gebremsten Konjunktur wird der Preisdruck im Euroraum in den nächsten Monaten nachlassen und sich im Jahresdurchschnitt bei 1,8 Prozent einpegeln. Die Inflation dürfte sich damit ziemlich genau auf das Inflationsziel der EZB von knapp unter zwei Prozent stellen.

Das größte Problem für die Politiker in vielen Euro-Ländern bleibt 2013 die Arbeitslosigkeit. Sie wird im Durchschnitt auf eine Quote von 12,2 Prozent steigen und damit um 0,4 Prozentpunkte höher liegen als in der vorangegangenen Schätzung. Auch wenn es 2014 wirtschaftlich bergauf gehen sollte, wird das kaum dazu führen, dass die Betriebe viele neue Stellen schaffen werden.

Kontakt zum Autor: christian.grimm@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Haus der Woche

  • [image]

    Hippe Box aus Licht und Glas in Venice Beach

    Ein Haus aus Licht und Glas, nur einen Steinwurf von dem bunten Treiben auf der Promenade von Venice Beach entfernt, ist unser Haus der Woche. Von der Couch aus blickt man hier direkt in den blauen Himmel über dem Strand bei Los Angeles.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 10. April

    Eine Ostereier-Färbe-Maschine in Nordrhein-Westfalen, frisch gezimmerte Särge in Wien, gewalttätige Polizisten in den USA und Papp-Wahlkandidaten in Indien. Das und mehr sehen Sie in unseren Fotos des Tages.

  • [image]

    Diese Länder sind die Wachstums-Stars

    Die Weltwirtschaft gewinnt weiter an Schwung. Wachstums-Impulse kommen aus den Industrieländern, auch aus Europa. Die höchsten Wachstumsraten sitzen aber woanders. Wir zeigen Ihnen, wo die Wirtschaft am stärksten boomt.

  • [image]

    Wie sich die Nasdaq seit dem Tech-Crash verändert hat

    Vor gut 14 Jahren begann in den USA die Tech-Blase zu platzen. Jetzt bewegt sich der Nasdaq Composite wieder auf dem Niveau von damals. Ist das ein Grund zur Sorge? Wir zeigen, was sich seitdem an der Nasdaq verändert hat und was das für Anleger heute bedeutet.

  • [image]

    Die bestverdienenden Bankenchefs der Welt

    Das vergangene Jahr hat sich für die Chefs der internationalen Großbanken wieder gelohnt. Doch auch in der Liga der Großverdiener gibt es deutliche Klassenunterschiede. Wir haben aufgelistet, wer wie viel erhalten hat.

  • [image]

    Die besten deutschen Aktien –
    und die größten Verlierer

    Die große Rally scheint es in diesem Jahr an den Aktienmärkten nicht zu geben. Der Dax etwa notiert nach den ersten drei Monaten 2014 nur wenig verändert. Umso wichtiger ist es deshalb, die richtigen Aktien herauszupicken. Wir zeigen die größten Gewinner und Verlierer aus Deutschland.