• The Wall Street Journal

Hedgefonds-Manager macht Apple weiter Druck

    Von JESSICA E. LESSIN und TELIS DEMOS

David Einhorn, Chef und Gründer des Hedgefonds Greenlight Capital, kämpft weiter um seinen Vorschlag, dass Apple Vorzugsaktien ausgibt. Um weitere Unterstützung für seinen Plan zu finden, mehr Geld aus den Kassen des iPhone-Herstellers an die Aktionäre auszuschütten, hat er sein Vorhaben jetzt weiter erläutert.

In einer Telefon-Pressekonferenz verteidigte Einhorn die Vorzugsaktien als vernünftig und attraktiv für renditehungrige Anleger. „Es ist nicht kompliziert. Es ist nur ungewöhnlich", sagte er. Er nutzte auch die Gelegenheit, um die allgemein unter Technologiefirmen verbreitete Praxis des Geldscheffelns anzuprangern, mit der sie sich gegen unsichere Zeiten absichern oder mögliche Übernahmen finanzieren wollen. „Auch wer das Geld ausschüttet, kann eine tolle Wachstumsfirma sein", sagte er.

Reuters

David Einhorn, Gründer und Chef von Greenlight Capital, kämpft weiter für Vorzugsaktien von Apple. Der iPhone-Hersteller soll damit mehr Geld an die Aktionäre ausschütten.

Einhorn will, das Apple damit beginnt, einen größeren Teil der auf der hohen Kante liegenden 137 Milliarden Dollar an die Aktionäre auszugeben, indem es Vorzugsaktien im Wert von 47 Milliarden Dollar ausgibt. Dies würde zudem neue Anlegertypen in die Aktie locken, die zuletzt deutlich unter Druck stand.

Zu seiner Kampagne gehört auch eine Klage gegen Apple, mit der er verhindern will, dass der Technologiekonzern zukünftig die Ausgabe solcher Aktien erschwert. In einem Antrag zur Hauptversammlung am 27. Februar sollen die Aktionäre festlegen, dass das Management künftig für die Ausgabe von Vorzugsaktien die Zustimmung der Hauptversammlung einholen muss.

Über Vorzugsaktien soll einzeln abgestimmt werden

Einhorn will vor allem verhindern, dass diese Frage gleichzeitig mit anderen Themen zur Abstimmung gestellt wird, wie es derzeit der Fall ist. Darüber solle einzeln entschieden werden. Bisher haben sich einige große Apple-Anteilseigner, darunter der größte US-Pensionsfonds, auf die Seite des Managements gestellt.

Am Donnerstag erläuterte Einhorn Details zu seinem Vorschlag. Die Vorzugsaktien, die den Eignern im Gegensatz zu Stammaktien keine Stimmrechte geben, sollen einen Nennwert von 50 Dollar haben und für jedes Quartal eine Dividende von 50 Cent auszahlen, so lange Apple dies wolle.

Einhorn zufolge könnte Apple Vorzugsaktien im Wert von bis zu 236 Milliarden Dollar ausgeben – das entspräche fünf Vorzugsaktien für jede Stammaktie – ohne damit die Kriegskasse für Übernahmen überzustrapazieren oder Auslandsgewinne heimholen zu müssen.

Einhorns Vorschlag könnte unter Anlegern eigentlich auf offene Ohren stoßen, denn angesichts des weit verbreiteten Niedrigzinsumfeldes hungern diese nach attraktiven Renditen und suchen kreative Möglichkeiten und Finanzprodukte, die regelmäßige Einnahmen generieren. „Sparer im ganzen Land brauchen dringend ein solches Produkt", warb Einhorn für die Vorzugsaktie.

Eine Sprecherin von Apple wollte dies nicht kommentieren und verwies lediglich auf frühere Äußerungen von Apple-Chef Tim Cook, dass über die Idee nachgedacht werde.

Einhorn: Vorzugsaktien setzen mehr Wert frei

Einhorn reagierte auch auf Kritiker seines Planes, denen zufolge Apple mit den traditionellen Ausschüttungsmöglichkeiten – zum Beispiel einer Sonderdividende auf die Stammaktien oder einem großen Aktienrückkauf – besser fahren würde. Die im vergangenen März verkündeten Pläne für Dividenden und Aktienrückkäufe haben ihm zufolge nicht die erhoffte Wertsteigerung gezeitigt. „Tatsächlich ist es so, dass Aktieninvestoren für die Unternehmensanalyse viele Kennziffern nutzen, die nur wenig mit der Dividendenrendite zu tun haben", sagte er.

Einhorn führte aus, dass die Ausgabe von fünf so genannten iPrefs je Stammaktie einen Wert von bis zu 150 Dollar je Aktie freisetzen würde. Eine komplette Cash-Ausschüttung über eine Sonderdividende oder einen Aktienrückkauf würde dagegen lediglich bis zu 89 Dollar freisetzen. Der Unterschied begründet sich unter anderem darin, dass das Heimholen von Geld aus dem Ausland in die USA Steuerzahlungen auslösen würde.

Ende Dezember hielten Apples Auslandsgesellschaften Bargeld und kurzfristige Anlagen im Wert von 94,2 Milliarden Dollar, insgesamt stecken 137,1 Milliarden im Sparstrumpf des iPhone-Herstellers.

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