• The Wall Street Journal

Frankreich einigt sich mit Youtube

    Von CHRISTIAN GRIMM

Während sich in Deutschland die Rechteverwertungsgesellschaft Gema und Youtube vor den Gerichten streiten, ist man in Frankreich einen Schritt weiter. Dort haben sich die französische Verwertungsgesellschaft Sacem und die weltgrößte Videoplattform auf ein neues Abkommen geeinigt. Der alte Vertrag war Ende Dezember ausgelaufen.

Agence France-Presse/Getty Images

Franzosen können Videos von Star-DJ David Guetta künftig wieder auf Youtube anschauen.

Der Auftrag der Sacem ist wie bei ihrem deutschen Pendant der Schutz des Urheberrechts von Komponisten und Textern. „Dieses Abkommen zeigt unsere Verpflichtung, die Sichtbarkeit von Kunstwerken und die Bezahlung unserer Mitglieder zu erhöhen", erklärte Sacem-Chef, Jean-Noël Tronc.

Mit dem Vertrag können die User zum Beispiel die Videos und Hits des französischen Star-DJs David Guetta in 127 Ländern in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien auf Youtube sehen. Welchen Betrag Youtube pro Videoabruf nach Paris überweisen muss, haben beide Seiten nicht bekanntgemacht.

Hier liegt der Knackpunkt, der in Deutschland eine Einigung bisher unmöglich macht. Die Google -Tochter Youtube hält die Forderung der Gema von 0,375 Cent pro Abruf für zu hoch. Wegen des Dauerstreits zwischen beiden Seiten sind in Deutschland nach Angaben des Datendienstleister OpenDataCity von den globalen Top-1.000-Youtube-Videos über 60 Prozent nicht abspielbar.

Sacem und Youtube verkündeten am Mittwoch außerdem, dass sie mit Universal Music einig geworden sind. In den 127 Ländern betrifft das die Musik von Weltstars wie Elton John, Abba, den Beasty Boys oder Britney Spears. Neben den Rechteverwertern und den Videoplattformen sind die Labels die dritte Partei im komplizierten Geflecht der Rechtenutzung. Denn die Labels verfügen über das sogenannte Leistungsschutzrecht. Eine Band räumt der Plattenfirma einfach gesagt das Recht ein, einen eingespielten Song oder ein Album zu verwerten, also Geld damit zu verdienen. Damit wird die Investition in Aufnahme und Vermarktung abgegolten. Diese Leistungsschutzrechte sind vom Urheberrecht getrennt.

Kontakt zum Autor: christian.grimm@dowjones.com

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Berliner Gründer

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Juli

    Sommerlaune in Schanghai, Pappmänner in Peru, Durchhalteparolen bei der Tour de France und ein Seiltänzer über den Dächern von Bangkok - schauen Sie sich unsere Fotos des Tages an!

  • [image]

    Einmal zum Mond und zurück

    Am 20. Juli 1969 gewannen die USA das Wettrennen zum Mond gegen die Sowjetunion. Die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzten als erste Menschen einen Fuß auf den Mond. Ein Rückblick in Bildern.

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.

Erwähnte Unternehmen