• The Wall Street Journal

Wii U sorgt für Enttäuschung bei Nintendo

    Von DAISUKE WAKABAYASHI
Reuters

Der Verkauf der neuen Spielkonsole Wii U läuft bei Nintendo nicht wie erwartet.

TOKIO – Der Konsolen- und Videospielehersteller Nintendo hat einen weiteren Rückschlag erlitten. Zwar sind die Japaner im Weihnachtsquartal dank geringerer Produktionskosten für die Handheld-Konsole 3DS und einem schwächerer Yen in die Gewinnzone zurückgekehrt. Allerdings strich Nintendo seinen Erlösausblick für das laufende Jahr zusammen und schraubte die Erwartung an die neue Vorzeige-Konsole Wii U deutlich nach unten.

Der Nettogewinn des Konzerns mit dem Klempner Mario als Maskottchen betrug in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 14,5 Milliarden Yen, umgerechnet sind das knapp 120 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte noch ein Verlust von fast 50 Milliarden Yen zu Buche gestanden. Der Umsatz für den Zeitraum von April bis Dezember gab um 2,4 Prozent auf 543 Milliarden Yen nach.

Der Umsatzausblick für das laufende Geschäftsjahr fällt enttäuschend aus. Der Konzern erwartet nun mit 670 Milliarden Yen 17 Prozent weniger als zuvor. Zudem rechnen die Japaner jetzt mit einem negativen operativen Ergebnis von 20 Milliarden Yen.

Im November hatte Nintendo mit der Wii U seine erste Konsole fürs Wohnzimmer seit sechs Jahren auf den Markt gebracht. Verbunden damit war die Hoffnung, das traditionelle Geschäftsmodell der Konsolenanbieter – Verkauf von Konsolen und dazu passender Software – am Leben zu halten, vor allem angesichts der Konkurrenz durch kostenlose oder billige Spiele auf Smartphones und Tablets. Um dem etwas entgegenzusetzen, hat Nintendo die Wii U mit einem innovativen Controller ausgestattet, der den Kunden mit einem sechs Zoll großen Touchscreen-Display eine neue Art von Spieleerlebnis bescheren soll.

Im Weihnachtsquartal verkaufte Nintendo 3,06 Millionen Exemplare der Wii U. Allzu große Hoffnung scheinen die Japaner für das laufende Quartal allerdings nicht zu haben. Das Verkaufsziel lautet nurmehr auf 4 Millionen bis Ende März, von 5,5 Millionen zuvor. Die Prognose für die passende Software wurde um ein Drittel auf 16 Millionen Stück gesenkt. Das erfolgreiche Vorgängermodell Wii kommt bis dato auf fast 100 Millionen Konsolen.

Nintendo will wieder in die Spur kommen, nachdem der enttäuschende Start des 3DS dem Unternehmen einen Schlag versetzt hatte. Kurz nach Markteinführung 2011 musste der Konzern den Preis für die tragbare Konsole deutlich senken. Daraufhin passte Nintendo die Herstellungskosten an den neuen Preis an, wodurch die Verluste eingedämmt werden konnten.

Was den Japanern außerdem entgegen kommt, ist die Abschwächung des Yen. Die japanische Währung hat seit Mitte November gegenüber Dollar und Euro deutlich nachgegeben. Nintendo hält den Großteil seiner Liquidität in Fremdwährungen. Folglich werden die Reserven höher bewertet. Bei einem starken Yen dagegen sinkt der Wert der ausländischen Vermögensgegenstände.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Berliner Gründer

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 23. Juli

    Sommerlaune in Schanghai, Pappmänner in Peru, Durchhalteparolen bei der Tour de France und ein Seiltänzer über den Dächern von Bangkok - schauen Sie sich unsere Fotos des Tages an!

  • [image]

    Einmal zum Mond und zurück

    Am 20. Juli 1969 gewannen die USA das Wettrennen zum Mond gegen die Sowjetunion. Die US-Astronauten Neil Armstrong und Edwin Aldrin setzten als erste Menschen einen Fuß auf den Mond. Ein Rückblick in Bildern.

  • [image]

    Die Chinesen lieben das Nickerchen im Möbelhaus

    Chinesen mögen es, an merkwürdigen Plätzen ein Schläfchen zu machen. Neu ist dieses Phänomen nicht. Ein Fotograf hat sich nun aber erstmals auf die Lauer gelegt und das seltsame Verhalten bei Ikea in Peking dokumentiert.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.