• The Wall Street Journal

Bank of America droht schwerer Imageschaden

    Von BENJAMIN KRIEGER

Eine Gewinnwarnung des italienischen Ölförderdienstleisters Saipem könnte für die Bank of America Merrill Lnych schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. Die Bank hatte am Dienstag knapp zehn Millionen Saipem-Aktien im Auftrag eines institutionellen Investors platziert. Nach Börsenschluss veröffentlichten die Italiener eine Gewinnwarnung für 2012 und 2013 und schickten die Aktie damit am Mittwochmorgen um 40 Prozent in den Keller.

Am Frankfurter Aktienmarkt wird vermutet, dies könne eine Untersuchung der italienischen Börsenaufsicht Consob nach sich ziehen und den Ruf der Bank beschädigen. "Das ist eine Katastrophe für die Käufer der platzierten Aktien und es ist eine Katastrophe für die Bank of America Merrill Lynch", sagt ein Händler. Die Abnehmer des von der Bank platzierten Anteils sitzen nach der Gewinnwarnung auf hohen Verlusten.

dapd

Ein Aktiengeschäft bedroht den Ruf der Bank of America.

Die Börsianer gehen davon aus, dass die Käufer der Aktien bei der US-Bank nun auf eine Rückabwicklung des Deals drängen. Das Institut selbst dürfte "ihrerseits den Verkäufer des Anteils fragen, ob dieser Insider-Wissen hatte", sagt der Händler. In jedem Falle müsse die Aufsichtsbehörde in der Sache ermitteln. Der Bank of America droht damit ein großer Image-Schaden. Bereits jetzt rechnen Händler damit, dass es der Bank künftig schwerer fallen könnte, solche Geschäfte an Land zu ziehen.

Die Bank of America war für eine kurzfristige Stellungnahme nicht zu erreichen. Aus Kreisen der italienischen Börsenaufsicht war zu erfahren, dass diese den Fall routinemäßig untersuchen wolle. Dies könne sich jedoch über Monate hinziehen, weil es dazu der internationalen Zusammenarbeit bedürfe.

Am Dienstagmorgen platzierte die Bank of America Merrill Lynch dem Vernehmen nach im Auftrag eines institutionellen Investors 2,3 Prozent oder knapp zehn Millionen Saipem-Aktien zu 30,65 Euro je Aktie. Der erst im Dezember zum CEO ernannte Umberto Vergine teilte am Dienstagabend mit, dass der operative Gewinn von Saipem in diesem Jahr in zwei von drei Geschäftsfeldern um 70 bis 80 Prozent einbrechen wird. Grund seien Verzögerungen bei zahlreichen Großprojekten und teils drastisch reduzierte Aktivitäten weltweit. Dies habe eine Überprüfung der bisherigen Ziele ergeben.

Einer der Hauptleidtragenden ist die italienische Eni, die an Saipem mit mehr als 40 Prozent beteiligt ist. Aktien von Eni verlieren fünf Prozent.

Kontakt zum Autor: benjamin.krieger@dowjones.com

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