• The Wall Street Journal

RIM-Chef: "Mehrere hundert Millionen fürs Marketing"

    Von WILL CONNORS

Am Tag vor der lange erwarteten Vorstellung des neuen Blackberry 10 hat RIM-Chef Thorsten Heins dem Wall Street Journal ein Interview gegeben. Hier sind Auszüge aus dem Gespräch.

Welche Unterstützung erwarten Sie von den Mobilfunkanbietern?

Thorsten Heins: Das kommt ganz auf die Region an. Wir haben uns mit etwa 100 Anbietern getroffen. Einige haben uns sehr unterstützt, weil sie wussten, dass wir etwas wirklich anderes haben, und das wollten sie. In den USA, wo LTE im ganzen Land verfügbar ist, gibt es die wohl strengsten Testzyklen. Bevor man überhaupt ins Labor gelassen wird, braucht man eine eigene Zulassung dafür. Das kann zu ziemlich langen Testzyklen führen. Tatsächlich gibt es das BB10 in Großbritannien und in Kanada schon übermorgen. Das wird in beiden Ländern gut laufen. Dann folgen andere in den kommenden Tagen und Wochen. Bei den USA tippe ich darauf, dass es Mitte März im Regal steht.

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Thorsten Heins

Warum die Verspätung in den USA? Lag das nur an den Test, oder gab es Preisverhandlungen? Sind sie von der Verzögerung in den USA enttäuscht?

Mobilfunkanbieter sind sehr professionelle Organisationen. Sie wissen, wie man diese Dinge trennt. Sie wissen, dass sie verlieren, wenn sie die Testphase wegen der Preisverhandlungen verzögern, weil sie dann zu spät im Markt sind. Soweit ich das von meinem Team weiß, sind die Preisverhandlungen abgeschlossen. Es geht nur noch um die Tests. Sie geben, was sie können. Hätte ich es gern eher gesehen? Absolut. Täuschen sie sich nicht, alle versuchen, das Datum so früh wie möglich zu legen; die Anbieter und wir.

Einige Anbieter und potenzielle RIM-Kunden haben gesagt, dass sie erst abwarten wollen, wie sich BB10-Geräte auf dem Markt schlagen, bevor sie sich bei Verkauf oder Marketing festlegen.

Ich sehe nicht, dass sie in Abwartestellung sind. Die Anbieter haben die Geräte gesehen. Ihre Rückmeldungen sind sehr, sehr positiv. Sie planen ihre Marketingaktionen mit uns. Sie geben Geld dafür aus, und wir geben Geld dafür aus. Es ist nicht nur eine gemeinsame Anstrengung, das Produkt marktreif zu machen. Sie wollen, dass die Plattform Erfolg hat, weil sie eine Auswahl haben wollen. Es gibt da draußen nicht viel, was in einer einzigartigen Wertposition ist und mit dem sie sich differenzieren können.

Wie viel gibt RIM für das Marketing von BB10 aus?

Da darf ich Ihnen keine Details nennen. Aber es ist viel. Wir sprechen von mehreren hundert Millionen Dollar. Sie werden große Ausgaben im nächsten Quartal sehen, wenn es gestartet ist. Dann gibt es eine globale Kampagne.

Der neue Blackberry in 360-Grad-Ansicht

Sie stellen immer die Funktionalität des BB10 heraus, mehr als vielleicht kundenfreundlichere Eigenschaften. Glauben Sie, dass das zieht?

In einem reifenden Markt ist es immer ratsam, nicht jedermanns Liebling zu sein. Dann versucht man, zu viel auf einmal zu schaffen. Aber der starke Trend in den USA, sein eigenes Gerät als Firmentelefon zu nutzen, bedeutet, dass wir den Verbraucher gewinnen müssen, um in den Firmen anzukommen.

Bei der jüngsten Vorlage der Quartalszahlen von RIM haben Sie angedeutet, dass die Servicegebühren unter Druck kommen könnten. Welche Optionen überdenken sie, um diese Geldquelle zu ersetzen?

Es gibt eine Basis von 79 Millionen Blackberry-Nutzern, die alle Servicegebühren zahlen. Die verschwindet nicht über Nacht. Wir erleben beim Betriebssystem einen Umbruch, und den wird es auch auf der Serviceseite geben. Für die Verbraucher haben wir mit BBM eine sehr starke Plattform. Wir wollen diese nutzen, um neue Dienstleistungen anzubieten, die wirklich Mehrwert für Menschen und Unternehmen schaffen und für die sie wirklich bezahlen wollen. Ich will Dienste schaffen, die in unserem sicheren Netzwerk wirklich einzigartig sind. Das ist der Plan.

Die Geschichte von RIM

Jetzt, wo BB10 veröffentlicht ist, werden sich Anleger und Beobachter fragen, ob sie sich Angebote von möglichen Käufern oder Partnern für das Unternehmen anhören werden.

Ich nehme diese Anrufe gerne entgegen und schaue, was daraus wird. Aber erst müssen wir uns beweisen. Ich glaube, wir haben mit BB10 und BES 10 einen großen Wert für RIM geschaffen. Lassen Sie BB10 zum Erfolg werden. Dann schauen wir, wie es weitergeht. Ich muss das tun, was das Beste für das Unternehmen und die Aktionäre ist. Daher kann ich hier nicht über konkrete Vorschläge sprechen. Denn es hängt wirklich davon ab, was sie auf den Tisch legen.

Welche Anreize oder Strategien haben sie eingesetzt, um mögliche Partner wie Mobilfunkanbieter und App-Entwickler zu überzeugen, bei BB10 mit an Bord zu kommen?

Ich bewundere wirklich, was mein Team geleistet hat. Es gab verschiedene Meinungen zum Potenzial von BB10. Das hat sich mit der Zeit geändert. Je mehr sie von BB10 gesehen haben, desto begeisterter waren sie, bei BB10 mitzuarbeiten. Einige waren etwas euphorischer, andere brauchten etwas mehr Überzeugung. Nicht für jeden funktioniert der gleiche Ansatz.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

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