• The Wall Street Journal

Raffinerien retten Shell das Quartal

    Von Selina Williams

LONDON--Der Ölgigant Royal Dutch Shell hat im vierten Quartal von seiner breiten Aufstellung profitiert. Der britisch-niederländische Konzern konnte die hohen Kosten im Explorations- und Fördergeschäft mit den höheren Margen in der Raffineriesparte mehr als ausgleichen und den Nettogewinn kräftig steigern. Für die Anleger war das allerdings nicht genug, die Aktie gab kurz nach Handelsstart nach.

Der um Sonderfaktoren wie Unternehmensverkäufe bereinigte Gewinn betrug 5,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten allerdings mit 6,16 Milliarden gerechnet. Der Konzernumsatz stieg von 115,6 auf 118 Milliarden Dollar. Die Förderung legte erwartungsgemäß leicht auf 3,4 Millionen Barrel Öläquivalent am Tag zu.

dapd

Der Ölgigant Royal Dutch Shell hat im vierten Quartal von seiner breiten Aufstellung profitiert. Der Nettogewinn wurde kräftig gesteigert, trotzdem zeigten sich die Anleger enttäuscht. Kurz nach Handelsstart gab die Aktie nach. Erst am Mittwoch hatte der Konzern eine Niederlage vor Gericht erlitten.

Die Kosten sind allerdings kräftig gestiegen. Die um Bestandsschwankungen bereinigten Kosten legten von 6,5 Milliarden im Vorjahr auf 7,3 Milliarden im vierten Quartal zu. Die Anleger können sich über höhere Ausschüttungen freuen. Der Konzern stockte die Dividende für das vierten Quartal auf 0,43, die für das erste Jahresviertel 2013 auf 0,45 Dollar auf.

Unterdessen haben nigerianische Farmer in einer mit Royal Dutch Shell ausgefochtenen Schadenersatzklage wegen Ölverschmutzungen in ihrer Heimat einen aufsehenerregenden Achtungserfolg eingefahren. Zwar schmetterte ein Den Haager Zivilgericht am Mittwoch einen Großteil der Klagen der Dorfbewohner und der Umweltgruppe Friends of the Earth ab, gab jedoch in einem Punkt nach: Die Unternehmenstochter des Ölgiganten, Shell Nigeria, sei für durch ein Pipelineleck ausgelöste Verschmutzungen von Ackerland im Nigerdelta verantwortlich, weil keine ausreichenden Gegenmaßnahmen gegen Vandalismus getroffen worden seien.

So habe es die Firma mutmaßlichen Vandalen zu einfach gemacht, eine Ölpipeline zu öffnen, die schließlich ausgelaufen sei, befanden die Richter. Daher müsse Shell Nigeria wegen Pflichtverletzung einem betroffenen nigerianischen Farmer Schadenersatz zahlen.

Lobbygruppen feierten das Urteil als mögliche Initialzündung für ähnliche Klagen gegen Tochterunternehmen von Ölgiganten wegen Umweltverschmutzungen. Auch der Anwalt, der die nigerianische Gemeinde Bodo in einem ähnlichen Justizstreit vor britischen Gericht vertritt, zeigte sich mit dem Richterspruch aus Holland zufrieden: Seit vielen Jahren habe Shell jegliche Verantwortung für durch 'Bunkern' und Vandalismus verursachte Öllecks zurückgewiesen, sagte der Verteidiger Martyn Day.

—Mit Material von dapd

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