• The Wall Street Journal

Deutschland warnt vor Angriff auf Iran

    Von JULIAN E. BARNES und ADAM ENTOUS

Deutschland und Russland warnen übereinstimmend vor einem militärischen Vorgehen gegen den Iran wegen des dortigen Atomprogramms. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte am Samstag auf der Münchner Sicherheitskonferenz, notwendig sei eine "politische und diplomatische Lösung". Darauf müssten nun alle Seiten ihre ganze Aufmerksamkeit konzentrieren.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow unterstützte die Position Westerwelles. Es sei ein Fehler, nur über militärische Optionen in dem Streit über das iranische Atomprogramm zu sprechen. Statt dessen müsse auf Verhandlungen gesetzt werden. Lawrow mahnte zugleich, auch der Iran habe berechtigte Sicherheitsinteressen.

Aus der US-Regierung waren am Freitag verstärkt Drohungen in Richtung Teheran gekommen. Verteidigungsminister Leon Panetta beschuldigte den Iran, die Region zu destabilisieren, indem das Land seine Verbündeten mit Raketen versorgt.

USA sprechen von Eskalation

Vorher war bekannt geworden, dass der Iran so genannte Manpads an andere Länder liefert - Raketen, die von einzelnen Personen getragen werden können. Panetta sagte nun, das sei eine "Eskalation".

Der amerikanische Vizepräsident Joe Biden bot jedoch in München der iranischen Regierung ausdrücklich Gespräche an. Es gebe "immer noch Zeit und Raum für Diplomatie". Allerdings müsse Teheran jetzt einen ernsthaften Schritt in Richtung Verhandlungen unternehmen.

Der Westen befürchtet, dass der Iran ein geheimes Programm zum Bau von Kernwaffen betreibt. Teheran bestreitet dies und beharrt auf einer Nutzung der Atomtechnologie für zivile Zwecke.

Westerwelle mahnte, die iranische Regierung sollte die Bereitschaft der USA zu substanziellen Verhandlungen aufgreifen. Der Außenminister fügte hinzu: "Die Hand ist ausgestreckt." 2013 werde ein entscheidendes Jahr für die Möglichkeit einer politischen Lösung sein. Die Ankündigung eines beschleunigten Ausbaus der Urananreicherung im Iran sei jedoch ein falsches Signal, kritisierte der Bundesaußenminister.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de

Copyright 2012 Dow Jones & Company, Inc. Alle Rechte vorbehalten

Dieses Textmaterial ist ausschließlich für Ihre private, nicht kommerzielle Nutzung. Die Verbreitung und die Nutzung dieses Materials unterliegt unserem Abonnentenvertrag und ist urheberrechtlich geschützt.

Preisvergleich

  • [image]

    Die teuersten Hotelstädte Europas

    Paris, London, Berlin, Lissabon: im Sommer locken Städte die Urlauber. Bei den Zimmerpreisen sind die Unterschiede groß. Wir zeigen, wo Touristen sich das Hotel leisten können - und in welchen Städte die saftigsten Preise fällig werden.

  • [image]

    Zu Besuch bei deutschen Start-ups

    Ständig wird über sie berichtet, ihre Dienste werden von Millionen genutzt: Deutsche Start-ups müssen sich vor der Konkurrenz aus den USA längst nicht mehr verstecken. Das zeigt auch ein Blick auf die Büros der jungen Firmen. Wir haben Onefootball, Eyeem, Wooga, Amorelie, Mymuesli, Researchgate und Outfittery in Berlin besucht.

  • [image]

    Die Welt in Bildern: 30. Juli

    Viel Wasser in Los Angeles, viel Sonne über Hongkong, bunte Hindu-Pilger in Indien, eine zerstörte Schule im Gazastreifen und Männerbeine in Glasgow: Das und noch mehr steckt heute in unseren Bildern des Tages.

  • [image]

    Die schlimmsten Stau-Städte der Welt

    Für alle deutschen Autofahrer im Stau gilt: Es geht noch schlimmer. Der Navigationsgeräte-Hersteller TomTom hat die Fahrzeiten in den Metropolen verglichen. Wir stellen die Stau-Hochburgen der Welt vor.

  • [image]

    Der neue Villen-Boom in Berlin

    „Arm, aber sexy" war gestern. Heute zeigt Berlin wieder Luxus. Besonders die Altbauvillen im Südwesten der Hauptstadt erleben derzeit eine neue Blütezeit.