• The Wall Street Journal

Boeing zieht am Rivalen Airbus vorbei

    Von JON OSTROWER

Der US-Flugzeugbauer Boeing könnte in diesem Jahr erstmals seit 2006 im Wettstreit mit dem Erzrivalen Airbus die Nase vorn haben. Boeing gibt die Zahl der im bisherigen Jahresverlauf erhaltenen Aufträge mit mehr als 1.000 an. Die Verkaufszahlen von Boeing liegen derzeit drei Mal so hoch wie bei Airbus. Die Europäer haben in den ersten neun Monaten Aufträge für 382 Verkehrsflugzeuge erhalten.

Zudem kommt der Konzern aus Chicago beim Verkauf einer größeren Version seines neuen Großraumflugzeugs 787 Dreamliner voran. Die Amerikaner berichten über detaillierte Verhandlungen mit potenziellen Kunden.

dapd

Der US-Flugzeugbauer Boeing könnte in diesem Jahr erstmals seit 2006 mehr Maschinen ausliefern als der Rivale Airbus.

Der US-Konzern profitiert besonders von Verkäufen für seine geplante 737-Max-Reihe, eine aktualisierte Version ihres Verkaufsschlagers bei Standardrumpfflugzeugen, die auf Kurz-, aber auch Mittelstrecken eingesetzt werden. Der erste 737 Max soll 2017 an Southwest Airlines ausgeliefert werden.

In dieser Klasse hat Airbus derzeit allerdings die Nase vorn: Die EADS-Tochter bietet bereits vorher eine leistungsstärkere Neuversion ihres Konkurrenzmodells an. Mit bisher 1.475 Aufträgen für den A320 Neo schlägt Airbus den US-Konkurrenten aus dem Feld. Boeing kommt bisher auf 938 Aufträge.

Beide Duopolisten arbeiten mit Hochdruck an einer Ausweitung ihrer Jetproduktion, um die Nachfrage nach spritsparenden Maschinen zu stillen. Boeings Netto-Auftragszahl - hier werden Stornierungen herausgerechnet - kletterte in diesem Jahr auf 1.009, darunter aber nur 19 für Großraumflugzeuge.

Boeing erwägt außerdem eine Überarbeitung seiner 777-Modelle und eine Ausweitung der Dreamliner-Produktpalette um die verlängerte 787-10. Der Konzern hat zwar 838 Aufträge für bereits in der Fertigung befindliche Dreamliner hereingeholt. Aber die Nettoaufträge stagnieren seit 2008. Boeing kommt immer wieder wegen Produktionsverzögerungen und Designfragen ins Gerede.

Der geplante 787-10 wäre die dritte Version des Dreamliners, böte Platz für fast 330 Passagiere und damit 40 mehr als der 787-9. Das Modell könnte Anfang 2014 einsatzbereit sein. Der neue Flieger würde mit dem Airbus-Mittelstreckenflieger A330-300 konkurrieren. "Wir sind am Anfang von detaillierten Gespräche über das Flugzeug mit unseren Kunden", sagte Boeing-Sprecherin Karen Crabtree.

Das Board von Boeing hat allerdings noch kein grünes Licht für die Produktion des 787-10 gegeben. Einen solchen Schritt wagen die Manager meist erst, sobald eine ausreichende Zahl potenzieller Aufträge vorliegt. Die ersten Gespräche mit Kaufinteressenten für den 787-10 hatten sich zunächst um deren Anforderungen konzentriert. Mittlerweile sprächen beide Seiten bereits über konkrete Aufträge, sagte Crabtree.

Innerhalb der Verkehrsflugzeugsparte von Boeing ist die neue Version bereits vor knapp einem Monat abgesegnet und die Entscheidung an das Board weitergegeben worden, sagten zwei mit den Vorgängen vertraute Personen. Unter den möglichen Abnehmern haben die Deutsche Lufthansa und die Air Lease Corp bereits Interesse am neuen Boeing-Jet angemeldet.

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