• The Wall Street Journal

Steve Ballmer feuert seinen Kronprinzen

    Von INA FRIED und SHIRA OVIDE

Der Chef von Microsoft s Windows-Sparte, Steven Sinofksy, verlässt auf der Stelle das Unternehmen. Das teilte Microsoft offiziell mit. Der Schritt erfolgt weniger als einen Monat nach dem Start von Windows 8 und dem Microsoft Tablet Surface – Schlüsselprodukte für den PC-Software-Pionier, um seine Position in einem Markt zu halten, der zunehmend von Smartphones und Tablets dominiert wird.

Reuters

Steven Sinofsky leitete die Entwicklung der beiden wichtigsten Microsoft-Produkte: die Betriebssysteme Windows 7 und Windows 8. Jetzt verlässt er mit sofortiger Wirkung den Kozern.

Der 47-Jährige leitete die Entwicklung der beiden Flaggschiff-Produkte von Microsoft: Die Veröffentlichung von Windows 7 im Jahre 2009 und die Veröffentlichung von Windows 8 im vergangenen Monat. Windows 8 ist das erste Microsoft-Betriebssystem, das für die Bedienung von Touchscreen-Geräten wie Tablets ebenso ausgerichtet ist wie für die klassische Nutzung über Tastatur und Maus.

Quellen berichten von zunehmenden Spannungen zwischen Sinofsky und anderen Top-Managern. Obwohl Sinofsky als hochtalentiert galt, wurde er von der Unternehmensspitze nicht als der Teamplayer gesehen, den das Unternehmen haben wollte. Der Schritt erinnert an das kürzliche Ausscheiden von Scott Forstall bei Apple .

Ähnlich wie Forstall bei Apple galt Sinofsky als möglicher Kandidat für die Nachfolge von Microsoft-Chef Ballmer. Offiziell gibt Microsoft an, die Entscheidung sei in beidseitigem Einvernehmen zwischen Sinofsky und dem Unternehmen getroffen worden.

Als Teamplayer war Sinofsky offenbar unfähig

Sinofskys plötzliches Ausscheiden wird vermutlich Fragen nach dem Erfolg von Windows 8 und seinem Verhältnis zu Microsoft-Chef Steve Ballmer aufwerfen. Einige Microsoft-nahe Beobachter sagten, dass Sorgen über Sinofskys Unfähigkeit mit anderen Top-Managern in dem Konzern zusammenzuarbeiten ihn zu einem unwahrscheinlichen Kandidaten für den Posten des CEOs machten.

Microsoft teilt die Verantwortung über die Windows-Sparte zwischen zwei bisherigen Untergebenen von Sinofsky auf. Die Microsoft-Managerin Julie Larson-Green wird die Programmierung von Windows verantworten, während die bisherige Finanz- und Marketing-Chefin von Windows, Tami Reller, den Geschäftskundenbereich von Windows verantworten wird.

In einer Pressemitteilung lobte Microsoft-CEO die Arbeit von Sinosky. Gleichzeitig schreibt er aber auch, Microsoft benötige „integriertere und schnellere Entwicklungszyklen für unsere Angebote." „Ich bin dankbar für die vielen Jahre der Arbeit, die Steven in dem Unternehmen beigetragen hat", sagte Ballmer. „Die Produkte und Dienste die wir in den vergangenen Monaten auf den Markt gebracht haben, markieren eine neue Ära für Microsoft. Wie haben mit den Veröffentlichungen von neuen Versionen von Microsoft Office, Windows 8, Windows Phone 8, Microsoft Surface, Windows Server 2012 und Halo 4 eine eine fantastische Basis dafür gelegt."

Sinofsky kam 1989 als Programmierer zu Microsoft, nachdem er Informatik an der Cornell University und der University of Massachusetts studiert hatte. Er fiel dem Microsoft-Mitbegründer und damaligen Chef Bill Gates auf, der Sinofsky zum technischen Assistenten machte. In dieser Position sollte er vielversprechende neue Technologien erforschen.

Nach einer Karriere im Office-Bereich des Unternehmens wurde er 2006 zum Chef der Windows-Programmierung ernannt. Damals litt das Unternehmen unter den Folgen der misslungen Windows-Vista-Veröffentlichung. Später half Sinofsky dem Unternehmen den Nachfolger Windows 7 einzuführen, ein erfolgreiches Produkt, das die Glaubwürdigkeit des Unternehmens bei seinen Kunden wiederherstellte.

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