• The Wall Street Journal

Post und ADAC greifen mit Buslinie an

    Von KIRSTEN BIENK

Zwei Schwarz-Gelbe tun sich zusammen: Die Post und der Verkehrsverband ADAC wollen den Fernverkehr durchschütteln. Anfang 2014 sollen die Busse kommen, die wichtige deutsche Städte verbinden. Günstigere Preise, als die Konkurrenz sie bietet, sollen die Reisenden in die gelben Linienbusse treiben.

Möglich wird dieser Schritt durch eine veränderte Gesetzgebung. Die Regierung hatte vor zwei Monaten die Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes beschlossen. Vom 1. Januar 2013 an dürfen private Anbieter im Bundesgebiet Linienverbindungen zwischen Städten anbieten. Bislang durften Busse nur auf Strecken eingesetzt werden, die nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar waren.

Für die Post ist die Personenbeförderung kein Neuland: In den 60er und 70er Jahren ließ das damalige Staatsunternehmen kleine Postbusse über die Dörfer fahren. Neu ist, dass das Angebot jetzt nicht mehr nur regional ist.

Im Moment läuft das Projekt noch in der Briefsparte der Post. Wahrscheinlich ist, dass der Bonner Konzern und der Autoverband ein gemeinsames Unternehmen gründen - sicher ist die künftige Organisationsform aber noch nicht.

Auch mit anderen Details mauern die Unternehmen noch. Es gibt weder Angaben zum geplanten Streckennetz, noch zum Investitionsbedarf oder zum Geschäftsplan. Gesagt wird nur, dass es Gespräche mit Busunternehmen über Kooperationen gibt. "Ohne Dritte geht es nicht", betonte ein ADAC-Sprecher. Es sollen aber auch eigene Busfahrer eingestellt werden. Die Tickets sollen sowohl in den Post- als auch in den ADAC-Filialen verkauft werden. Der gleichzeitige Transport von Briefen und Paketen ist den Angaben zufolge nicht geplant.

In den kommenden Wochen wollen Post und ADAC ihr Konzept weiter mit Leben füllen. Außerdem muss noch der Verwaltungsrat des Automobilclubs zustimmen. Die Post-Aufseher haben diese Pläne bereits abgenickt.

Im Markt wird dieser Schritt als Experiment bezeichnet. "Es ist eine Spielwiese der Post", sagte Analyst Ingo Schmidt von der Hamburger Sparkasse. Der Kapitaleinsatz dürfe sich in Grenzen halten. Denkbar sei ein mittlerer zweistelliger Millionen-Euro-Betrag. Für den Konzern dürfte dieses Geschäftsfeld deswegen nur am Rande eine Bedeutung bekommen.

Kontakt zum Autor: kirsten.bienk@dowjones.com

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