• The Wall Street Journal

Bank HSBC zahlt Milliarden für Geldwäsche

    Von DELVIN BARRETT und EVAN PEREZ

WASHINGTON - Im Geldwäscheskandal hat die britische Großbank HSBC eine teure Einigung mit den Behörden erzielt. Das Londoner Geldhaus zahlt eine Strafe von fast zwei Milliarden Dollar. Damit sind mehrere Verfahren in den USA eingestellt. Zusätzlich zum Justizministerium hatten auch das Finanzministerium und die Staatsanwaltschaft von Manhattan ermittelt.

HSBC-Chef Stuart Gulliver sagte am Dienstag, die Bank übernehme die Verantwortung für Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden. "Wir haben gesagt, dass es uns zutiefst leid tut, und tun das noch einmal", erklärte der Manager.

Der Vergleich hatte sich angekündigt. Aus Kreisen hatte es zuvor geheißen, dass der HSBC die Einigung zur Aussetzung der Strafverfolgung fast 1,3 Milliarden Dollar wert sei. Der Deal umfasse zudem ein zivilrechtliches Bußgeld von 650 Millionen Dollar.

Associated Press

Die Londoner Großbank HSBC hat sich mit den US-Behörden geeinigt - für 1,9 Milliarden US-Dollar.

Die Traditionsbank, deren Geschichte bis in der Blütezeit des britischen Reiches zurückgeht und die heute in 80 Ländern vertreten ist, trennt sich seit zwei Jahren von unprofitablen Geschäften und zentralisiert ihre globale Struktur.

Der juristische Ärger begann für das Geldhaus im Jahr 2007, als Einwanderungs- und Zollbeamte verdächtige Geldströme bei den HSBC-Töchtern in Mexiko und den USA unter die Lupe nahmen. Die Ermittlungen der US-Behörden hatten sich auf Vorwürfe konzentriert, dass sich die Bank als Komplize für Drogenkartelle und andere Organisationen betätigt hat, gegen die Washington ein Embargo erhoben hat. Im Sommer hatte sich die HSBC im Zuge von Ermittlungen des US-Senats bereits schuldig bekannt, nicht effektiv genug gegen Geldwäsche vorgegangen zu sein. Dabei seien verdächtige Geldsummen zwischen den USA und Mexiko geflossen, zudem habe es Transaktionen mit dem Iran gegeben.

Der Untersuchungsbericht eines Senatsausschuss brachte eine Kontrollkultur zu Tage, die selbst die eigenen Mitarbeiter der HSBC schockierte. Laut dem Untersuchungsausschuss des Senats tat die Bank wenig, um Geschäfte aufzuklären, die eigentlich Bedenken hätten auslösen sollten. So hatte die mexikanische Tochter im Jahr 2008 eine Filiale auf den Cayman-Inseln, die weder Büros noch Mitarbeiter ihr Eigen nannte, aber 50.000 Kundenkonten mit einem Vermögen von insgesamt 2,1 Milliarden Dollar verwaltete.

Die Bank selbst hat im vergangenen Jahr mehrere ehemalige Geldwäsche-Experte der US-Regierung engagiert, um ihre finanziellen Kontrollen zu verbessern. Zudem gelte inzwischen die Parole "Kenne-Deine-Kunden", um Geschäfte mit verdächtigen Parteien zu vermeiden, wie Bankvertreter sagten.

Die HSBC ist nicht das einzige Institut, dem derzeit Geldwäsche vorgeworfen wird. Auch die britische Bank Standard Chartered soll im großen Stil Transaktionen mit iranischen Finanzinstituten, sowie mit Libyen und anderen sanktionierten Staaten getätigt haben. Dafür muss das Institut in den USA nun insgesamt rund 667 Millionen Dollar Strafe zahlen.

Auch gegen die UBS wird ermittelt. Die Zürcher Großbank soll mutmaßlich Gelder aus der illegalen Abholzung des Regenwaldes in Malaysia entgegengenommen und gewaschen haben. In Medienberichten war die Rede von mehr als 90 Millionen US-Dollar. Die UBS kündigte im August an, sie werde mit den ermittelnden Behörden "vollständig kooperieren".

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