• The Wall Street Journal

Auf und Ab an Europas Börsen

    Von ISABEL GOMEZ

Zum Halbjahresultimo am Freitag hat ein wildes Auf und Ab den Handel geprägt. Gemischte Daten zur Wirtschaft und zur Stimmung bei Verbrauchern und Einkäufern aus Europa und den USA sowie die latente Angst vor einem schnellen Zurückfahren der Anleihekäufe durch die US-Notenbank Fed beschäftigten die Investoren.

Der Dax schloss 0,4 Prozent im Minus bei 7.959 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 ging 0,7 Prozent tiefer bei 2.603 Zählern aus dem Handel. Ein Minus von 0,2 Prozent verzeichnete der italienische Leitindex, nachdem der italienische Geschäftsklimaindex im Juni deutlich gefallen war.

Positive Vorgaben aus Japan hatten die Stimmung am Morgen zunächst gestützt. Allerdings nahm im Sitzungsverlauf die Angst Überhand. Zum Halbjahresultimo, wenn Investoren ihre Bilanzen glätten und Limits und Optionsscheine auslaufen, schwanken die Kurse ohnehin traditionell. In diesem Jahr kam dazu, dass der Handel schon seit Wochen volatil ist, da Anleger nach wie vor nicht wissen, wann die Fed ihre Anleihekäufe zurückfährt. Die Liquidität, die durch die Käufe in den Markt fließt, ist zum Haupttreiber der Kurse geworden. Aussagen von Fed-Mitglied Jeremy Stein am Freitag wurden am Markt so interpretiert, dass die Käufe im September reduziert werden könnten - was nicht im Sinne der Anleger wäre.

In Deutschland sind die Bestellungen im Maschinenbau um real 5 Prozent zum Vorjahresmonat zurückgegangen. Besonders schlecht lief das Geschäft auf dem Heimatmarkt, die Nachfrage aus dem Ausland stagnierte. In den USA stürzte der Einkaufsmanagerindex der Region Chicago regelrecht ab und verfehlte die Erwartungen. Das von der Universität Michigan ermittelte Verbrauchervertrauen überstieg in zweiter Lesung dagegen die Marktprognosen. Es lag damit nur knapp unter dem Stand des Vormonats.

Das zeige, dass das Verbrauchervertrauen stabil sei, nachdem in den vergangenen Monaten die Angst vor einer strengen Haushaltskonsolidierung in den USA die Stimmung getrübt habe, so Annalisa Piazza von Newedge. Am Devisenmarkt rauschte der Euro in der Folge ab und kostete am Abend 1,3011 Dollar, nachdem die Gemeinschaftswährung im Tagesverlauf in der Spitze bei knapp 1,31 Dollar umgegangen war. Der Goldpreis stieg zum Abend hin leicht auf 1.217 Dollar je Feinunze, das Edelmetall war zuvor im Tief auf 1.180 Dollar gefallen.

Technologiewerte standen am Aktienmarkt europaweit unter Druck. Das irische IT-Beratungsunternehmen Accenture hatte einen sehr negativen Ausblick auf das Restjahr gegeben. In Folge verloren Accenture-Papiere, Cap Gemini und SAP . Der Branchenindex für Technologieaktien im Stoxx-600 war mit einem Minus von 1,6 Prozent Schlusslicht.

Im Dax ging die Aktie von ThyssenKrupp im Plus aus dem Handel. Einem Zeitungsbericht zufolge könnte sich die RAG-Stiftung an dem Stahlkonzern beteiligen. Nach der zweiten Gewinnwarnung im laufenden Jahr brach die Aktie von SGL Carbon ein. Die erwartete Erholung in den Geschäften mit Graphitelektroden und Graphitspezialitäten ist ausgeblieben. Seit Jahresbeginn hat die Aktie damit knapp 19 Prozent eingebüßt.

Am Freitag wurde zudem erstmals die Aktie des Gabelstaplerherstellers Kion in Frankfurt gehandelt. Das Bookbuilding lief angesichts des schwierigen Börsenumfelds nur mau. Mit 24,19 Euro je Aktie startete das Papier nur leicht über dem Ausgabepreis von 24 Euro in die Börsenkarriere. Am Abend schloss die Aktie des zweitgrößten Gabelstaplerherstellers der Welt hinter Toyota Industries bei 23,70 Euro und büßte damit 1,3 Prozent ein.

Kontakt zum Autor: isabel.gomez@dowjones.com

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