• The Wall Street Journal

Deutsche Bank könnte BHF im Frühjahr los sein

    Von MADELEINE NISSEN

Nach Monaten der Starre kommt wieder Bewegung in den geplanten Verkauf der BHF-Bank durch die Deutsche Bank . "Die formelle 60-Tage-Frist ist für den Kaufinteressenten RHJI Anfang des Jahres angelaufen", sagte eine mit den Vorgängen vertrauten Person dem Wall Street Journal Deutschland. Mit einer Entscheidung werde daher Mitte März gerechnet.

Die Deutsche Bank versucht seit langem, die BHF zu verkaufen. Bislang hatte die Finanzaufsicht BaFin aber Zweifel an der nachhaltigen Finanzierung der BHF durch die Käufer, wie das Wall Street Journal Deutschland erfuhr. Nun hat sich das Blatt gewendet, auch wenn nicht alle Zweifel ausgeräumt sind. "Es fehlen noch Unterlagen der Co-Investoren, in dem sie ihren Willen dokumentieren, die BHF nachhaltig zu finanzieren", sagte die Person. Seitens der RHJI seien die Dokumente nun vollständig.

Käufer der BHF-Bank ist ein Konsortium unter Führung der RHJI. Als das vom Investmentbanker Lenny Fischer geführte Beteiligungsunternehmen im Mai 2012 erstmals informell bei der Bafin angeklopft hatte, war die Reaktion zunächst ablehnend. Fischers Konzept - er will die BHF-Bank und die bereits zu RHJI gehörende Bank Kleinwort Benson unter einem Dach führen - überzeugte die Kontrolleure damals nicht. Nun läuft der zweite Versuch.

Die Zweifel der BaFin richten sich weniger gegen die RHJI und ihre Tochter Kleinwort Benson, die mit einer Kapitalquote von 21 Prozent finanziell stärker als die meisten Institute ausgestattet ist. Vielmehr wollen die Finanzaufseher ein stärkeres Bekenntnis der finanzstarken Co-Investoren, im Falle einer Schieflage einzugreifen. Das wollten die drei - die Fondsgesellschaft Blackrock, der BMW -Aktionär Stefan Quandt und die chinesische Fosun Group - anscheinend bislang nicht in ausreichendem Maße abgeben.

Daran könnte das Verkaufsvorhaben letztlich erneut scheitern. Dass die BHF im Grunde solide ist und profitabel arbeitet, spielt für die Bankenaufsicht keine Rolle. Sie verlangt bei jedem Bankendeal eine gesicherte Finanzierung, die hoch genug ist für den Fall, dass das Institut doch ins Schlingern kommen sollte.

Schon einmal musste die Deutsche Bank einen Verkauf der BHF-Bank absagen, weil die Aufsichtsbehörden sich querstellten. Im April 2011 platzte der Vertrag mit der liechtensteinischen Bank LGT.

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